Sa., 26.05.12

Karneval im Büro 27.01.2012 Närrisch ja, aber bitte nicht so doll

Karneval im Büro: Bloß nicht zu bunt treiben (Foto)
An Weiberfastnacht wird traditionell viel «gebützt». Im Büro sollten Narren damit jedoch vorsichtig sein. Bild: dpa

Mit alten Karnevalstraditionen wie Schlips abschneiden und Bekannte bützen sind Arbeitnehmer im Büro besser vorsichtig. Ratsam ist es, den Chef um Erlaubnis zu fragen, bevor die Sause losgeht. Und bitte: Karnevalsmuffel nicht zum kollektiven Spaß zwingen.

In Karnevalshochburgen wie Köln und Mainz ist normal, Küsschen zu verteilen. Im Büro sind Narren aber lieber zurückhaltender. Nicht jeder Kollege ist begeistert, wenn er ungefragt «gebützt» wird. «Ein Bützchen gibt man besser nur befreundeten Kollegen», rät Etikette-Trainerin Gabriele Krischel aus Niederkassel bei Bonn. Es komme nie gut an, wenn anderen solche Bräuche aufgezwungen werden.

Karnevalsjecken im Exil müssen besonders damit rechnen, dass ein Bützchen im Büro auf wenig Gegenliebe stößt. Sie verzichten Krischel zufolge besser auch darauf, an Weiberfastnacht den Männern den Schlips abzuschneiden, wie es im Karneval zur Tradition gehört.

In Regionen wie dem Rheinland werde das akzeptiert, erklärt Krischel. «Wer hier lebt, kennt das.» Narren in den Karnevalszentren müssten aber aufpassen, wenn Gäste von außerhalb zu Besuch sind - etwa ein Münchner oder gar ein Geschäftspartner aus Japan. «Da wäre ich vorsichtig. Dem kann ich nicht einfach den Schlips abschneiden.»

Beschäftigte fragen ihren Chef außerdem besser vorher um Erlaubnis, falls sie etwa mit einem Glas Sekt anstoßen wollen, wenn um 11.11 Uhr an Weiberfastnacht das närrische Treiben beginnt. Denn bei Alkohol im Dienst versteht mancher Chef keinen Spaß. Generell werde an diesem Tag nicht mehr so viel wie früher in den Betrieben gefeiert, hat Krischel beobachtet. «Früher hat da um 10 Uhr keiner mehr gearbeitet. Die Zeiten sind in vielen Firmen vorbei.»

Auch mit den Kollegen sollten Narren sich frühzeitig absprechen, wenn sie eine Karnevalsfeier im Büro planen. Wollen einige nicht mitfeiern, lässt man sie am besten in Ruhe, rät Krischel. Sonst bekommen die Feiernden bloß zu hören, Karneval sei lediglich verordneter Spaß. Die Narren sollten zudem Rücksicht auf Kollegen nehmen, die während einer Feier weiterarbeiten müssen. Statt einer Polonaise durch den ganzen Betrieb sei es ratsamer, in einem abgelegenen Büro zu schunkeln, damit andere nicht gestört werden.

Dabei gelten dieselben Regeln wie bei jeder Betriebsfeier: Mitarbeiter sollten es nicht übertreiben und trotz der lockeren Stimmung die Form wahren. Den Chef plötzlich einfach zu duzen, ist tabu, erklärt Krischel. Und wenn Alkohol erlaubt ist, sollte er in Maßen genossen werden. Sonst fühlt sich der nächste Morgen gleich wie Aschermittwoch an.

kat/ham/news.de/dpa
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige