Sa., 26.05.12

Gesundheitsrisiko 16.01.2012 Der E-Zigarette droht das Aus

E-Zigarette steht vor dem Aus (Foto)
Immer mehr Menschen schwören auf die E-Zigarette. Doch die gesundheitlichen Gefahren sind noch unklar. Bild: dpa

Die E-Zigarette boomt. Geschätzte 1,2 Millionen Deutschen dampfen. Doch die Risiken sind unklar. Erste Bundesländer haben den Verkauf nun verboten. Droht der E-Zigarette ein deutschlandweites Verbot?

Man raucht sie nicht, man dampft sie. Deshalb halten manche die elektrische Zigarette für gesundheitlich eher unbedenklich. Die E-Zigarette boomt, wird aber von Experten immer kritischer beäugt. In dem Minigerät aus Akku und elektrischem Vernebler wird eine Flüssigmischung verdampft und inhaliert.

Es wird kein Tabak verbrannt, kein Teer aufgenommen. Wie riskant die E-Zigarette ist, was genau in den sogenannten Liquids steckt, welche Schäden und Nebenwirkungen drohen, ist noch weitgehend unerforscht. Die Warnungen werden allerdings eindringlicher. Erste Bundesländer haben das Produkt verboten.

Krebsforscherin warnt vor E-Zigarette

«Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist - und das ist bei der E-Zigarette in keinster Weise gegeben», sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

«Man sollte bei diesem neuen Produkt, das so massiv auf den Markt drängt, auch aus den Fehlern der Vergangenheit lernen», mahnt die Expertin mit Blick auf den herkömmlichen Glimmstängel. «Die normale Zigarette hat im letzten Jahrhundert Millionen Tote verursacht und wäre nie zugelassen worden, wenn wir das heutige Wissen vor hundert Jahren gehabt hätten.»

NRW und Bremen erklären E-Zigarette für illegal

Die Rechtslage bei E-Zigaretten in Deutschland ist uneindeutig. In Bayern ist der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten laut DKFZ schon seit der Einführung vor einigen Jahren untersagt. Im Dezember 2011 erklärte Nordrhein-Westfalen sie für illegal. Anfang Januar 2012 folgte Bremen, weiß Pötschke-Langer. «Da könnte etwas ins Rollen kommen. Die Länder machen sich Gedanken, wie sie gemeinsam vorankommen.» Verbraucherschutz funktioniere nur flächendeckend. Solange man sich in anderen Bundesländern legal eindecken und übers Internet problemlos ordern kann, brummt das Geschäft weiter.

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Aber: «Was derzeit auf dem Markt ist, ist alles nicht zugelassen und nicht geprüft», warnt NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Die Flüssigsubstanzen enthalten der Grünen-Politikerin zufolge so hohe Nikotin-Mengen, dass sie als Arzneimittel einzustufen sind - und damit nach den strengen Auflagen des Arzneimittelgesetzes zugelassen werden müssten. Sind die erhältlichen Liquids aber allesamt nicht. Ergo gelten Handel und Verkauf in NRW als rechtswidrig.

1,2 Millionen Konsumenten in Deutschland

Viele Fragezeichen gibt es bei den Mixturen. Sie enthalten unterschiedliche Mengen Nikotin - ein Nervengift und Suchtmittel. Manche sind nikotinfrei, enthalten Aromen wie Schoko-Karamell oder Lakritz. «In der E-Zigarette ist nicht der ganze Dreck drin, sie ist zwar nicht gesund, aber weniger schädlich», sagt Alexandra Funck. Die 42-Jährige will damit von der herkömmlichen Zigarette weg. Und: «Es bleiben keine Kippen zurück, keine Asche. Die Klamotten stinken nicht und man belästigt auch seine Mitmenschen nicht.» Das Verbot versteht die Düsseldorferin nicht. «Dann müsste man auch die normalen Zigaretten verbieten oder nur noch über die Apotheken verkaufen.»

Die Hersteller gehen von 1,2 Millionen Konsumenten hierzulande aus. Marktführer Red Kiwi bei Hamburg wirbt: «Die E-Zigarette ist die weitaus weniger schädliche Alternative im Vergleich zur Tabakzigarette.» Das bezweifeln Mediziner. Lungenfachärzte warnen vor schädlichen Auswirkungen auf die Atemwege. Eine Studie mit 30 Rauchern habe gezeigt, dass schon nach fünf Inhalier-Minuten auffällig häufig die Atemwege eingeengt waren, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie erklärt. Verantwortlich sei Propylenglykol. Der Dampf bestehe zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das industriell auch als Frostschutzmittel eingesetzt wird.

Kann die E-Zigarette süchtig machen?

Die E-Zigarette könne ebenso süchtig machen wie die normale Zigarette, betont Pötschke-Langer. Und dass sie angeblich helfe, beim Rauchen aufzuhören, sei nicht belegt. Die US-Kontrollbehörde FDA hat in einigen Kartuschen giftige Substanzen wie krebserregende Nitrosamine nachgewiesen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist zudem offen, inwieweit ein Risiko für «Passiv-Dampfer» besteht.

Viel zu tun hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dem Landesbehörden einzelne E-Zigaretten-Produkte zur Überprüfung vorgelegt haben. In einem Fall habe das Institut ein Produkt als Arzneimittel eingestuft, es sei bisher nicht in Verkehr gebracht worden, sagt ein Sprecher. Verboten ist die E-Zigarette etwa in Norwegen, der Türkei, Schweiz und sogar in China, wo sie vor 15 Jahren entwickelt wurde. Strikte Regulierung gibt es in Dänemark, Kanada oder auch in Österreich. Die EU-Kommission will die gesundheitlichen Folgen jetzt genauer untersuchen.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sieht das Verbot im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW als einen wichtigen Schritt, erklärt eine Sprecherin. Da Gesundheit Ländersache sei, könne der Bund nicht eingreifen. Über die ihm untergeordnete Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung spricht das BMG dennoch klare Worte: «Die benutzten Kartuschen enthalten häufig neben dem Suchtstoff Nikotin auch andere gesundheitsschädigende Substanzen. Deshalb ist vom Konsum der E-Zigarette abzuraten.»

phs/beu/news.de/dpa
Leserkommentare (11) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Mike
  • Kommentar 11
  • 19.01.2012 18:02
 

das stand hier glaub ich schon, aber ich schreib's nochmal hin: es gibt auch E-Zigaretten ohne nikotin! sorgen machen sich die nur wegen der steuergelder. sonst nix. ich selber bin im moment noch skeptisch gegenüber der E-Zigarette ... aus was bestehen diese aromakapseln wirklich? was atme ich da ein? ist bei "ohne-nikotin" wirklich gar kein nikotin drin oder nur etwas anderes? ... ich weiß nicht, ich weiß nicht ... dann doch besser gleich ganz aufhören ...

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  • Reggaeboyz
  • Kommentar 10
  • 17.01.2012 22:03
 

wenn das Propylenglykol so schädlich ist, dann muss sich die Frau Steffens auch mal fragen, wieso dieses auch in Astmasprays drin ist und den Astmakranken verschrieben wird. Und dann ist hier noch was komisches in Artikel zulesen, das es auswirkungen der Atemwege gibt. Ich als Dampfer und ehemaliger Raucher kann dieses nur wiedersprechen, denn seit ich nicht mehr Rauch bekomme ich besser Luft und meine Atemwege sind viel freier als beim Rauchen.Und dann ist es eine Lüge , das in manchen Länder die E-Zigarette Verboten ist, dieses stimmt auch nicht.

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  • Bernd
  • Kommentar 9
  • 17.01.2012 16:15
 

was mich nur wundert, ist das man über der E zigarette so ein wirbel macht,und das von nur 2 Personen.Ich würde an den Ihre Stelle mich mal über andere Sachen gedanken machen, so z.b. das unsere lieben Steuergelder nicht nur so im Sand gesetzt werden, wie es schon seit Jahren vom Steuerzählerbund veröffentlich wird.Und was die E-Zigarette angeht, ich dampfe sie auch und ich muss sagen, seit ich nicht mehr rauche, fühle ich mich veil besser.Und was das Verbot der E-Zigarette in manchen Länder an geht, so ist es eine Lüge das sie in der Schweiz verboten ist.

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  • Peterle
  • Kommentar 8
  • 17.01.2012 09:41
 

Die Politiker (Regierung) macht was sie schon immer getan haben. Das Volk, dass sie anscheinend gewählt hat, wir abgezockt!! Das Volk hätte die Macht, glaubt aber nicht dran, und läßt sich weiter abzocken. Mit der eZigarette kann nicht mehr abgezockt werden, deshalb wollen sie es mit allen mitteln stoppen. eZigaretten sind wesentlich besser,auch geünder,als normale Zigaretten, ohne wenn und aber. Meine pers. Erfahrung. ich habe mehr Luft, kein Raucherhusten mehr, bessere Geruchs und Geschmackssinn etc....nur Vorteile!!

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  • Kurt
  • Kommentar 7
  • 17.01.2012 09:14
 

Ich sehe das ganz einfach so.die Zigaretten Industrie sieht ihre Felle wegschwimmen und die Politiker ihre Steuergroschen von den ach soooo bösen Rauchern. Das das E-Rauchen auch nicht gesund ist ist mir Klar aber den ganzen Dreck den ich mir mit dem normalen Rauchen reingezugen habe ist weg. Ergebnis noch 3 monaten E.Ziggi. Bekomme besser Luft, andere bessere Geschmacks und Geruchsempfinden, kein Husten mehr, keine Bude mehr voll Qualm, keine 60 eu in der Woche nur noch 10. Verdammt ich rauche gerne.

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  • Peter
  • Kommentar 6
  • 16.01.2012 20:15
 

Was ein Blödsinn ,geht mal ins Netz und schaut euch die Foren an wo verzweifelte Menschen die von ihrer Sucht nicht loskamen und schwere Gesundheitliche schäden durh das Rauchen haben/hatten jetzt durch das Dampfen von der Zigarette völlig losgekommen oder zumindest schwer einschränken konnten.Und denen es jetzt deutlich besser geht. Wundert mich dann warum ausgerechnet das Steuergeile England die E Zigarette ausdrücklich empfiehlt anstatt normale Zigaretten. Wahrscheinlich sind die Politiker dort noch nicht ganz so verlogen wie hier.

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  • Lars
  • Kommentar 5
  • 16.01.2012 18:48
 Antwort auf Kommentar 2

@ Lee Informiere dich richtig über E-Zigaretten.In Liquids sind genau 4 sachen vorhanden. 1.Propylene Glycol (ist in Inhalatoren, Zahnpasta usw enthalten) 2.Vegetable Glycerin (als Lebensmittel zugelassen zb. in Kaugummis etc.) 3.Destilliertes Wasser 4.Aromen (Lebensmittelaromen) und bei bedarf Nikotin welches in deinen Zigaretten auch drin ist. SO nun zu den Zigaretten.In diesen Stecken teilweise MEHR als 200 zusatzstoffe die Krebserregend sind.Die E-Zigarette verursacht keinen Teer oder andere giftige Nebenprodukte, wie bei der Tabakverbrennung.Stimme beitrag 1 und 3 voll und ganz zu.

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  • Axel
  • Kommentar 4
  • 16.01.2012 14:50
 

den ersten 3 Kommentaren kann man sich nur anschließen... 1,2 Mio Dampfer, davon ca 30 % weg von der Zigarette, macht 360000 Schachteln konventionelle Kippen / Tag weniger, bei 1 Schachtel pro Raucher... Wer ernsthaft glaubt, dass hier gesundheitliche Aspekte (Verbraucherschutz) zur Auslösung des Verbotes führen, glaubt bestimmt auch noch an den Osterhasen. Hier gehts wieder nur um Geld. Wenn sich die Politiker so sicher sind, dass das Dampfen auch so riskant ist, wo bleiben dann die Fakten, die werrden doch sonst immer so schnell vorgelegt. Ich liebe diesen Bananenstaat.

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  • Peter Mittelbach
  • Kommentar 3
  • 16.01.2012 12:33
 

Die Bundesregierung will alles verbieten was keine steuern bringt.Es ist eine sauerrei das sie sich immer in die belange der Bürger einmicht. Die Regierung soll sich um sachen kümmern für das sie gewählt wurde.Es wird Zeit das der Bürger sich nicht alles gefallen läst.

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  • Lee
  • Kommentar 2
  • 16.01.2012 12:28
 

Nunja hinter den herkämmlichen Glimmstengelt steht ja auch eine Milliarden schwere Industrie die auch hier zu Lande Steuern Zahlt. Davon mal ab würde sich glaube ich jeder Normal denkende Mensch wohl eher für die Zigarette entscheiden als für eine E-Zichte in der zum Teil über 100 Aromen sind. Ich will mir gar nicht vorstellen was da alles an schädlichen verbindungen durch verdampfen entsteht. Da bin ich mit Teer und Nikotin dach auf der sichereren Seite bei der Herkömmlichen Zigarette. Und ohne Langzeitstudie zu behaupten die E-zichte wäre weniger Schädlich ist doch verarsche vor dem Herrn.

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  • RAC
  • Kommentar 1
  • 16.01.2012 11:36
 

Man kann doch nicht die (für Aktiv- und Passivraucher)weniger schädlichere Alternative verbieten und die heutige Tabakzigarette frei verkäuflich lassen. Das kann keiner nachvollziehen und es würde zu noch mehr Politikverdrossenheit kommen.

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