Sa., 26.05.12

«Costa Concordia» 16.01.2012 Sechs Tote, zwölf Deutsche vermisst

«Costa Concordia» (Foto)
Die «Costa Concordia» liegt im Wasser. Bild: dpa

Zwei Tage nach dem schweren Schiffsunglück vor der italienischen Küste sind die Rettungskräfte noch voll im Einsatz. An Bord der «Costa Concordia» fanden Helfer ein sechstes Todesopfer - mindestens 14 Menschen werden vermisst, darunter zwölf Deutsche.

Spezialkräfte der Feuerwehr haben an Bord des vor der italienischen Küste gekenterten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» ein weiteres Todesopfer entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, handelt es sich um einen Passagier.

Der Tote habe sich auf dem zweiten Deck befunden und eine Schwimmweste getragen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf sechs. Mehrere Menschen werden noch vermisst, auch zwölf Deutsche. Fünf davon stammen aus Hessen.

Vermisste aus Hessen und Baden-Württemberg

Bei den Menschen aus Hessen handele sich um ein Ehepaar aus Mühlheim am Main sowie um zwei Schwestern aus Offenbach und einen Mann aus Maintal, sagte ein Polizeisprecher am Montag in Offenbach. «Die werden hier als vermisst gemeldet und dürften sich auf dem Kreuzfahrtschiff ‹Costa Concordia› aufgehalten haben.» Das Paar aus Mühlheim war bereits am Sonntag als vermisst gemeldet worden.

Außerdem fehlt von zwei Frauen aus Baden-Württemberg noch jede Spur. Ein Ehepaar aus Berlin wird ebenfalls vermisst. Auch ein Paar aus dem Münsterland und ein Mann aus Bayern werden noch gesucht.

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Person im Schiffsrumpf eingeschlossen sei. Viele Passagiere hätten, ohne sich amtlich registrieren zu lassen, die Heimreise auf eigene Faust angetreten, sagte eine Sprecherin des Kriminalamtes.

Vorwürfe gegen Kapitän der «Costa Concordia»

Das Schiff war am Freitagabend mit mehr als 4200 Menschen an Bord nahe der Insel Giglio vor der toskanischen Küste gegen einen Felsen gelaufen, leckgeschlagen und schließlich auf die Seite gekippt. Gegen den festgenommenen Kapitän der «Costa Concordia» werden schwere Vorwürfe erhoben. Er soll das Schiff zu dicht an die Küste der Insel gelenkt haben.

Am Sonntagabend gingen auch die Eigner des Schiffes auf Distanz: Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte zu der Havarie geführt haben, hieß es in einer Erklärung der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere. «Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben», teilte das in Genua ansässige Unternehmen mit.

Der Vorstandsvorsitzende der Kreuzfahrtgesellschaft, Pier Luigi Foschi, hat menschliches Versagen für das Unglück verantwortlich gemacht. Bei der letzten Überprüfung des Schiffs im vergangenen Jahr habe es keine Beanstandungen gegeben, sagte Foschi.

Unterdessen musste die Suche nach Überlebenden am Montagvormittag vorerst eingestellt werden. Schwerer Seegang erschwere die Arbeit, hieß es. Erst wenn sich die See beruhigt habe, könne weitergearbeitet werden.

beu/cvd/phs/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • klaus müller
  • Kommentar 1
  • 16.01.2012 13:37
 

Es ist eine Schande, was dort passiert ist. Ein Kapitän, der sein Schiff verlässt und alle Passagiere darauf zurücklässt - ohne Worte. Unfälle können immer passieren, Menschen können Fehler machen - das passiert nun mal. Dies jedoch war mehr als fahrlässig und unverantwortlich. Ich fordere mehr Rettungstrainings und geschultes Personal damit im Fall eines Zwischenfalls jeder weiß, was zu tun ist und kein Mensch sein Leben lassen muss.

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige