Mehr als 4000 Menschen wurden in der Nacht aus der Ruhe ihrer Kreuzfahrt gerissen: Die «Costa Concordia» lief vor der Küste der Insel Giglio auf Grund. In Panik sprangen Passagiere ins Wasser, mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens drei starben. An Bord waren auch zahlreiche Deutsche.
Bei einem Schiffsunglück vor der italienischen Westküste sind in der Nacht zum Samstag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 30 Menschen wurden verletzt. Einige Passagiere seien offenbar in Panik über Bord gesprungen, sagte der Präfekt der Stadt Grosseto, Guiseppe Linardi. Die meisten der 4229 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden mit Rettungsbooten bis zum Samstagmorgen in Sicherheit gebracht. Nach den ursprünglichen Angaben der Rettungsbehörden sei man in der Nacht noch von sechs bestätigten Toten ausgegangen, erklärte Linardi.
Das 290 Meter lange Schiff lief auf Grund, als viele der Menschen an Bord gerade beim Abendessen waren. «Wir saßen zu Tisch, als die Lichter ausgingen. Plötzlich hörten wir ein lautes Geräusch, als ob der Kiel über etwas hinwegschleift,» zitiert der staatliche Rundfunk den Journalisten Luciano Castro. Das Licht sei ausgegangen, «und es gab Panikszenen, Gläser fielen zu Boden». Das Kreuzfahrtschiff soll ein Hindernis getroffen haben, das ein 50 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat. Wasser sei eingedrungen, das Schiff habe sich daraufhin zur rechten Seite geneigt. Zwölf Stunden nach dem Unfall lag es fast waagerecht auf der Seite im Wasser. Der erste Alarm sei am Freitag gegen 22.30 Uhr eingegangen, etwa drei Stunden nach dem Ablegen des Schiffs von Civitavecchia.
Die gerettete Passagierin Christine Hammer aus Bonn steht fröstelnd in der Nähe des Hafens von Porto Santo Stefano auf dem Festland, wo sie mit einer Fähre aus Giglio eintraf. Andere Passagiere sitzen wie betäubt in einem Schulgebäude, das als Notunterkunft dient. Viele sind in Wolldecken gehüllt, einige tragen noch die Rettungswesten, die nackten Füße zum Schutz vor der Kälte in Aluminiumfolie gehüllt.
Hammer trägt noch die elegante Abendkleidung, die sie für das Dinner an Bord angelegt hatte. Nur die Schuhe passen nicht recht dazu: Hammers Füße zieren große Wanderschuhe, die sie von einem fürsorglichen Inselbewohner erhalten hat. Ihre eigenen Schuhe gingen während der Rettungsaktion ebenso verloren wie ihr Reisepass, die Kreditkarten und das Telefon.
Für die 65-Jährige und ihren Mann Gert war es die erste Kreuzfahrt ihres Lebens und die achttägige Reise hatte gerade erst begonnen. Die «Costa Concordia» hatte drei Stunden zuvor vom Hafen von Civitavecchia abgelegt und Kurs auf Savona genommen. Hammer berichtet, dass sie gerade den ersten Gang des Essens genoss - eine Vorspeise aus Tintenfisch -, als sich das Unglück ereignete. Plötzlich sei ein Geräusch zu hören gewesen. Gläser und Teller seien zu Boden gefallen. «Wir gingen aus dem Speisesaal und uns wurde gesagt, dass keine Gefahr bestehe.»
Plötzlicher Wassereinbruch sorgt für Schlagseite
An Bord befanden sich nach Angaben der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Corciere auch 500 deutsche Passagiere. Laut informationen des Auswärtigen Amtes ist aber keiner von ihnen unter den Toten. Die meisten Passagiere kamen aus Italien, etwa 1000. Dazu kamen rund 160 Franzosen, einige Spanier und etwa 1.000 Besatzungsmitglieder. Am frühen Samstagmorgen befanden sich noch bis zu 300 Menschen an Bord. Auch mehrere Hubschrauber wurden bei der Rettungsaktion eingesetzt. Als das Schiff Schlagseite bekam, seien einige Passagiere in Panik geraten und über Bord gesprungen, sagte der Präfekt der Region Grosseto, Giuseppe Linardi, laut Ansa.
Wie auf der Titanic
«Es ging ein Ruck durch das Schiff», beschrieb der Deutsche Peter Honvehlmann aus Nordrhein-Westfalen per Telefon der Nachrichtenagentur dpa die Situation, als die «Costa Concordia» gegen 22.00 Uhr auf Grund lief. «Innerhalb kürzester Zeit bekam es eine Schräglage, so dass die Vasen von den Tischen fielen, von den Tresen fiel alles runter, (...) so ähnlich wie im Film Titanic, man hat es nicht geglaubt.» Der 38-Jährige wurde zusammen mit seiner Frau gleich zu Beginn der Evakuierung von Bord gebracht.
Zunächst seien die Passagiere von einem technischen Defekt unterrichtet worden, sagte Honvehlmann. Die Mannschaft habe versucht, die Leute zu beruhigen. «Dann trieb das Schiff immer mehr auf die Küste zu.» Die Rettung sei chaotisch gewesen. «Das war die erste Kreuzfahrt in meinem Leben und sicherlich auch die letzte, sowas geht ja gar nicht.»
Es ist nicht der erste Zwischenfall mit der «Costa Concordia». 2008 hatte das Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Palermo die Hafenbefestigung gerammt und war leicht beschädigt worden. Zum Zeitpunkt des Unfalls fegten heftige Sturmböen über die sizilianische Hafenstadt.
sua/cvd/news.de/dpa/dapd
Zeitungsbericht :Passagiere waren beim Abendessen des ersten Seetages.Nach Unglück sollen sie die Schwimmwesten nicht gefunden haben! Wir sind gerade von einer Kreuzfahrt in der Antarktis zurück. Bei unserem Schiff waren in jeder Kabine die notwendigen Schwimmwesten.Wir hatten Sicherheitstraining mit allen 190 Passagieren auf einmal.Training müsste vor Auslaufen des Schiffes stattfinden. Problem bei 3000 Passagieren und 1000 Mann Besatzung nicht alle können gleichzeitig am Training teilnehen sondern nur in 2 Gruppen!Muß mit gesamten Besatzung erfolgen (Notfall-situation)Evakuierung nach 2Std?
jetzt antwortenKommentar meldenSicher hatte ich mich auch auf der Aida gefühlt. "Sicher ist für mich das auf der Brücke gepennt wurde". Nichts anderes. Und das hat sehrwohl was mit Sicherheitsstandards+Personalmanagement zu tun. Da Aida Cruises eine Tochter von Costa ist gehe ich davon aus das dort auch Unfälle passierenkönnen. Zumindest wird sich Die Übermutter Carnival Fragen stellen lassen müssen.
jetzt antwortenKommentar meldenbei diesem ganzen dreck zählt nur noch der profit, titanic damals titanic heute. mit dem weltraumtourismus wird das noch schlimmer und grausamer werden. sesshaftigkeit und bodenständigkeit müssen den globalen vandalismus endlich wieder ersetzen, damit mensch, natur und umwelt erhalten bleiben und wirder gesünder werden können.
jetzt antwortenKommentar meldenFortsetzung: Spitze des vermutlich nicht korrekt eingetragenen Riffs abrasiert und auch noch direkt mitnimmt. Und das Riff war eindeutig unter der Wasseroberflaeche wie an der Wasserlinie des Schiffes eindeutig zu erkennen. Bei langsamer Fahrt ist der Kapitaen dann auf suedlichen Gegenkurs gegangen um das Schiff vor der Hafeneinfahrt Giglio auf Grund zu setzen. Das war wohl einer seiner letzten vernuenftigen Amtshandlungen. Und noch eins nebenbei: Das Schiff ist nicht gesunken, sondern gekentert. Sinken koennte es erst,wenn es nicht auf Grund liegt. MfG W. Labuhn
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, grundsaetzlich haette der Kurs im Sueden an Giglio vorbeifuehren sollen. (Offizielle Schifffahrtsroute) Der Kapitaen war beim Dinner und auf der Bruecke haben alle gepennt. Vermutlich techn. Defekt oder der Autopilot war mit falschen Werten gefuettert. Und wenn dann die Kollosionswarnungen kommen weiss keiner was los ist. Und dann das fatale, keiner traut sich richtig zu reagieren und alle warten bis der Kapitaen auf der Bruecke ist. Und nun das Pech, das ausgerechnet bei der Kursaenderung auf der 100m Tiefenlinie nach Steuerbord das ausscherende Heck mit der hinteren Backbordseite die
jetzt antwortenKommentar meldenBin schon 5 x mal mit der Aida gefahren und habe mich immer sicher gefühlt. Das war halt ein Unglücksfall.
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin selbst im Juli mit der Costa Atlantika gefahren und habe in meiner Bewertung schon damals auf die Probleme hinsichtlich der ungeschulten Besatzung hingewiesen weil mir kam es vor als wären es nichts anderes als schiffskundiges Personal, mehr auch nicht. Auch bei den Landgängen war offenkundig das das Personal nicht in der Lage war mit den Rettungsbootes umzugehen. Man kann nur von Glück reden das die Havarie nicht auf hoher See passiert ist. Vielleicht ist es manchmal doch besser sich die Bewertungen durchzulesen und nicht immer denn Preis entscheiden zu lassen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch verstehe nicht, warum man immer die Titanic als Beispiel heranzieht, es gab in der Geschichte weitaus schlimmere Schiffsunglücke als die Titanic, in der Neuzeit zum Beispiel den Untergang der MS "Wilhelm Gustloff" mit über 9343 Todesopfern.
jetzt antwortenKommentar meldenDie Mannschaft zu Tisch, der Schiffsjunge am Ruder konnte die Seekarte nicht lesen, Hafenhandbuch vor längerer Zeit schon überbord. Anders kann man sich doch so ein Unglück nicht erklären. 250 m unter Land und auf der Brücke wird anscheinend geschlafen. Gott sei Dank lief die Rettungsarbeit anscheinend profihaft.
jetzt antwortenKommentar meldenMitte November befand ich mich auf der Costa Concordia, es war meine erste Kreuzfahrt überhaupt. Ich fühlte mich auf diesem Schiff sehr wohl und sicher. Absolut Professionell und sehr ernst wurden Rettungsübungen abgehalten. Die Besatzung war sehr gut geschult und aufmerksam. Über die Ursache des Unglücks kann man nur spekulieren. Zu allem Unglück war es gut, dass die Küste in der Nähe war. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Meine Hochachtung allen die bei der Rettung, der zum Teil panischen Passagiere, geholfen haben.
jetzt antwortenKommentar meldenJa, ja der Preiskampf ! Sicher ist al Kaida Schuld und hat den Felsen dahingelegt!!!!! Nein ich habe keine Angst auf Schiffen . Aber Fliegen geht garnicht. Ich hoffe es werden jetzt solch engagierten Fragen gestellt wie man das dem deutschem Bundespräsident im Moment zumutet. Ich sage auf jeden Fall meine gebuchte AIDA-Fahrt ab. Ist doch der gleiche Haufen !!
jetzt antwortenKommentar meldenEin modernes und großes (290 m Länge) Kreuzfahrtschiff einer italienischen Firma in einheimischen Gewässern - und dann ein solch schlimmer Unfall, das kann ja nur am Personal auf der Brücke liegen, die schon alles wissen und daher weder Seekarte noch GPS brauchen.Vor einigen Jahren schon mal in der Hafeneinfahrt von Palermo ein ähnliches Desaster. Eigentlich nicht zu glauben. Selbst bei einem technischen Defekt am Leit- oder Rudersystem sucht man bei Dunkelheit die offene See und nicht gefährliche Küstengewässer auf. Es besteht großer Klärungsbedarf.
jetzt antwortenKommentar meldenBei deutschen Passagierschiffen ist es nicht anders. Abgelenkte Wachoffiziere (TV, Passagierkontakte, Papierkrieg). Dazu die Angst, einen falschen Knopf zu drücken. (Verschlusszustand, welcher das Vollaufen des Schiffes verhindert oder verzögert). Vorgeschriebene Übungen werden nur auf dem Papier umgesetzt. Zum Teil schlecht ausgebildete Nautiker mit gekauftem Patent. Alees ist heute möglich.
jetzt antwortenKommentar meldenWenn man das Festland für ein plötzlich auftauchendes Hindernis hält, zeugt das nicht unbedingt von der für die Führung eines derart großen Schiffes notwendigen Berufserfahrung.
jetzt antwortenKommentar meldenIch hätte nicht gedacht das es in der heutigen Zeit noch zu Kreuzfahrtunglücken kommen kann. Meiner Meinung nach sind Kreuzfahrschiffe größtenteils sicher. Ich denke das es ein Fehler war der durch menschliche Hand verursacht wurde (Unaufmerksamkeit).
jetzt antwortenKommentar meldenIch möchte nicht diskutieren, wie sicher Kreuzfahrtschiffe sind... ich rüffle nur diese Sensations-Journalisten, die wie hier das Schiff schon als "versunken" melden"... gibts denn nur Chaosjournalisten, die von seriösen Recherchen nichts halten?
jetzt antwortenKommentar meldenSeit 30 Jahren fahre ich auf Kreuzfahrtschiffen zur See, nie jedoch mit großen Schiffen, auf denen ich mich nicht wohlfühlen würde. Feine kleine Schiffe mit einer Kapazität von höchstens 400 Passagieren sind mein Ding. Außerdem fahre ich vorzugsweise mit deutschen Schiffen von hoher Qualität, wie zum Beispiel der "Europa" oder der "Hanseatic" von Hapag-Lloyd. Die sind zwar etwas teurer, haben erprobte Nautiker und erfahrene deutschsprachige Crew mit der es im Ernstfall keine Missverständnisse gibt. Schiffe für Schnäppchenjäger kommen für mich nicht infrage.
jetzt antwortenKommentar meldenIch habe als Moderator und Entertainer mehr als 100 Kreuzfahrten gemacht. Ob Costa, Deilmann oder Phönix, alles vom feinsten wenn man ein wenig anpassungsfähig ist. Sogar ein weniger Komfortabeles Türkisches Schiff und die Dalmacia aus Ex Jugosl. waren dabei. Einzig!!, Vorsicht mit Schiffen aus Griechenland, da liebt man sich nur selbst.
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