Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Mahlers Neunte fand ein jähes Ende. Chefdirigent Alan Gilbert wurde durch ein Handyklingeln gestört und stoppte sein Orchester. Viel zu lange hat man in der Gesellschaft einfach nur gehofft, dass das Klingeln der Mobiltelefone irgendwann aufhört - tut es aber nicht.
Alan Gilbert war massiv genervt. Der Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker führte gerade mit seinen Musikern Mahlers Neunte auf, als ihn ein ungewohntes Geräusch aus der Reihe um die Konzentration brachte: ein Handy klingelte. Der Musiker brach das Konzert ab und setzte es erst fort, als das Telefon verstummt war. Für die Aktion gab es tosenden Applaus. Zu recht.
Ständig und überall hört man das Klingeln der Telefone. In der Straßenbahn, im Zug, im Bus, selbst im Büro haben die meisten Kollegen den Ton nicht ausgestellt. Von der Titelmelodie von Die Sendung mit der Maus bis zum Tatort: vertreten ist alles, was das Gehör des Handybesitzers erfreut.
Dabei blinken die meisten Mobiltelefone doch so aufdringlich im Stummmodus, dass man den Ton gar nicht braucht. Was für einige einfach eine Form von schlechtem Benehmen ist, scheint für viele eine Bestätigung ihrer eigenen Wichtigkeit zu sein. Die bimmelnden Handys sollen nämlich nicht nur zeigen, dass ein Anruf ansteht - nein, Klingeln und das eigene Selbstverständnis hängen in unserer kommunikativen Gesellschaft eng zusammen.
Dass Dirigent Alan Gilbert das Konzert unterbrochen hat, ist ein gutes Zeichen. Viel zu häufig wird das nervtötende Klingeln ignoriert, in der Hoffnung, dass es bald aufhört. Was es aber nicht tut. Ist die Mailbox nicht ausgeschaltet und der Anrufende ein Mensch mit Durchhaltevermögen, dann zieht sich das Bimmeln - und zieht sich und zieht sich. Dabei klingt Mahlers Neunte doch viel schöner als jedes blecherne Handyklingeln. Ganz sicher.
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krc/news.de/dpa
ich bin Busfahrer,ich lasse keine handys an,verbiete es sofort schon beim Einsteigen.die meisten Fahrgäste halten sich danach.es ist für alle angenehmer
jetzt antwortenKommentar meldenObwohl ich fast einverstanden mit dem Artikel bin, wundere ich mich, dass die Aktion als etwas einmaliges dargestellt wird. Ich kenne das leider aus vielen Konzerten. Wie wir nun mal sind, merken wir auch daran, dass vor solchen Konzerten meist darum gebeten wird, Handies und Hörgeräte entsprechend umzustellen. Wenn in der U-Bahn ein Handy klingelt oder jemand im Supermarkt, in gemäßigter Lautstärke, telefoniert, stört mich das allerdings weniger als Flächen voller Kippen, intensiv verrauchte Räume mit Dunst von umgekipptem Bier, direkt in jemandes Fahne zu stehen oder unangemessene Aufreger.
jetzt antwortenKommentar meldenRichtig, diese ständige Klingelei in U-Bahn, S-Bahn, Bussen und allen öffentlichen Verkehrsmitteln geht auch mir auf den Senkel. Da steht man, hinter einem klingelt das Handy, dann wird man von hinten über die Schulter eingesülzt, je lauter desto besser und das über viele Minuten. Mehr als nur bedenklich ist es im Supermarkt. Dort stehen die Leute vorm Regal und müssen erst zuhause anrufen und nachfragen welche Rollen an Scheißhauspapier denn gewünscht werden. Leute verbietet wie das Rauchen, (ich bin Raucher!)und Alkohol trinken in allen öffentlichen Räumen. Nichts für Ungut.
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