Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Damit eine Hochzeit zu einem wunderschönen Ereignis werden kann, das dem Brautpaar auf Ewig in verträumter Erinnerung bleibt, braucht die Zeremonie einige Regeln und Rituale. News.de weiß, woran sich Gastgeber und Gäste halten sollten.
Kleiderordnung
Grundsätzlich gilt: Die Frau mit dem schönsten Kleid ist immer die Braut. Keine der anwesenden Damen darf versuchen, sie zu übertrumpfen. Der Traum in Weiß ist für die Braut reserviert. Die Gäste sollten sich daher auf andere Farben stürzen. Welche Kleiderordnung angesagt ist - festlich, leger, Motto oder vielleicht sogar Tracht -, bestimmt das Brautpaar. Damit sich die Gäste an den Vorstellungen der Gastgeber orientieren können, sollte in der Einladung ein Vermerk stehen, welcher modische Rahmen gewünscht ist.
Tischordnung
Damit alle Gäste Braut und Bräutigam sehen können, sollten sie nie am Kopfende, sondern immer in der Mitte einer Längsseite des Tisches sitzen. Die Frau sitzt dabei rechts vom Mann. Umrahmt werden sie von den Eltern, Trauzeugen und Geschwistern.
Kulinarische Versorgung
Je nachdem wann das Jawort fällt, sieht der Bewirtungsplan verschiedene Stationen vor. Wird am frühen Nachmittag geheiratet, geht es mit einem Kuchenbuffet am Nachmittag los. Ein Sektempfang zu Beginn gehört zum guten Ton dazu. Am Abend wird dann ein warmes Buffet oder ein mehrgängiges Menü aufgefahren. Um Mitternacht holen viele gerne die Überbleibsel der Torten und Kuchen vom Nachmittag noch einmal hervor. Schließt das Paar bereits am Vormittag den Bund fürs Leben, kommt ein weiterer Sektempfang und ein Mittagessen dazu. Kommt es zur Eheschließung erst am späten Nachmittag, reichen Sektempfang und Abendessen.
Buffet eröffnen
Auch wenn es noch so lecker duftet, das Hochzeitsbuffet - egal ob Kuchen oder warm - bleibt so lange unberührt, bis es vom Brautpaar offiziell eröffnet wird. Ob es dies mit einer kurzen Begrüßungsrede tun möchte oder einfach nur verkündet, dass jetzt geschlemmt werden darf, ist ihm überlassen.
Hochzeitstorte anschneiden
Dieses Ritual geht entweder Hand in Hand mit der Eröffnung des Kuchenbuffets am Nachmittag oder kann für ein süßes Schlemmen um Mitternacht aufgehoben werden. Die Brautleute schneiden dabei gemeinsam die Torte an. Jeder Gast sollte ein Stückchen von der Hochzeitstorte probieren dürfen. Deshalb gilt: Je länger die Gästeliste, desto größer die Torte. In einigen Gegenden füttern sich Braut und Bräutigam nach dem Anschnitt gegenseitig mit etwas Kuchen. Dabei darf ruhig rumgeschmiert werden. Aber nur wenn Make-up, Kleid und Frisur der Braut nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Reden
Lustige Anekdoten vom Trauzeugen, liebevolle Erinnerungen des Brautvaters: Hochzeitsreden finden immer dann statt, wenn alle Gäste anwesend sind und am Tisch sitzen. Also am besten, wenn der erste Hunger gestillt ist. Vorrang hat der Brautvater. Aber auch andere Gäste dürfen ihre Glückwünsche in Form einer Rede loswerden. Allerdings nicht geballt und nicht ausufernd. Eine Rede sollte nicht länger als drei oder vier Minuten dauern, um die Gäste nicht zu langweilen.
Tanz
Eröffnet wird die Tanzfläche traditionell mit einem Wiener Walzer. Das Parkett gehört dann erstmal nur dem Brautpaar. Im Anschluss dürfen alle loslegen. Die Braut schwingt dann erst mit ihrem Vater, dann mit ihrem Schwiegervater das Tanzbein. Beim Bräutigam ist die Reihenfolge umgekehrt: Zuerst dreht er mit seiner Schwiegermutter, dann mit der eigenen Mutter die Runden.
Hochzeitsspiele
Die Gäste wollen unterhalten werden. Tanz und nette Gespräche sind zwar schön, aber nicht genug. Deshalb lockern Hochzeitsspiele die Feier auf und geben ihr ein Programm. Meist werden die Spiele von den Trauzeugen oder Geschwistern organisiert. Wichtig: Niemand sollte bloßgestellt werden. Weder die Brautleute, noch die Gäste. Ziel ist dagegen, sich etwas besser kennenzulernen und das Eis zu brechen. Denn bei Hochzeiten treffen oft Familien, aber auch Freundeskreise, aufeinander, die sich noch nie begegnet sind. Der beste Zeitpunkt, um mit dem Unterhaltungsprogramm zu beginnen, ist nach dem Essen. Zu viel ist nicht gut. Denn die Tanzfläche sollte nicht nur für die Reise nach Jerusalem genutzt werden, sondern auch der Platz für eine heiße Sohle sein.
Abschied
Das Brautpaar muss nicht bis zum Ende der Feierlichkeiten darüber wachen, dass alle gut nach Hause oder ins Hotelzimmer kommen, sondern darf sich von der Hochzeitsgesellschaft «auf Französisch» verabschieden und still und leise verschwinden. Die Stimmung bleibt, die Gäste feiern weiter. Weitere Möglichkeit: Die frisch Verheirateten können sich mit viel Tamtam von den Gästen in die Flitterwochen verabschieden.