Eine Serie von Sturmtiefs trifft Deutschland. «Ulli» fegte mit bis zu 112 Stundenkilometern übers Land, riss viele Bäume um. Die Atempause währt nur kurz: Am Donnerstag erwartet uns das - noch giftigere - Sturmtief «Andrea».
Sturmtief Ulli ist bis zum Mittwochmorgen über weite Teile Deutschlands gefegt. Meist blieb es dabei bei Sachschäden. Im Harz war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Allein im sachsen-anhaltinischen Teil des Harz rückten die Einsatzkräfte 60 Mal aus. «Die Bäume fallen ohne Ende», sagte ein Feuerwehrsprecher in Halberstadt.
In Nordrhein-Westfalen musste bereits am Dienstagabend ein Regionalzug geräumt werden, weil ein umgestürzter Baum die Schienen blockierte. Im Norden stürzten einige Bäume auf parkende Autos und in Baden-Württemberg prallte ein Autofahrer mit seinem Wagen gegen eine Tanne, die quer über die Straße lag. Der Mann wurde schwer verletzt.
Nahe Ennepetal in Nordrhein-Westfalen konnte ein Regionalzug rechtzeitig bremsen, als ein Baum die Bahnstrecke versperrte. Rund 300 Fahrgäste mussten laut der Landesleitstelle der Polizei den Zug verlassen und wurden mit Bussen zum Bahnhof Hagen gefahren. Im westfälischen Herzebrock-Clarholz war bereits am Dienstagnachmittag ein Lkw umgekippt. Der 53-jährige Fahrer geriet im Sturm mit seinem Fahrzeug ins Schleudern und kippte mit der Beifahrerseite quer auf die Straße, wie die Polizei mitteilte.
Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete 36 Einsätze, zumeist weil umgeknickte Bäume entfernt werden mussten. Die Feuerwehr in Bremen musste mit 25 Männern anrücken, um eine 20 Meter hohe entwurzelte Tanne zu entfernen. Sie war auf ein Hausdach gestürzt. Drei weitere Bäume stürzten auf Autos. In Burgdorf bei Hannover knickte heftiger Wind nach Polizeiangaben den Flügel einer Windkraftanlage ab.
Angst vor «Andrea»
Bereits am Donnerstag erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) den nächsten schweren Sturm. Er wird «Andrea» heißen.«Er sieht noch etwas giftiger aus als der aktuelle», sagte DWD-Meteorologe Ansgar Engel. Vermutlich werde es dann auch im Binnenland orkanartige Böen bis in die Niederungen geben.
«Hinter dem Donnerstags-Sturm fließt dann mal deutlich kältere Luft nach Deutschland», sagte Engel. Zumindest in den Mittelgebirgen und Richtung Alpen werde es dann winterlich. Kälte und Schnee bis ins norddeutsche Flachland sei aber weiterhin nicht in Sicht.
jag/beu/news.de/dpa/dapd