Sa., 26.05.12

Implantat-Skandal 24.12.2011 Interpol fahndet nach Firmengründer

Fahndung nach Gründer der Silikonimplantat-Firma (Foto)
Ausrangierte Silikon-Implantate der Firma PIP Poly Implant Prothese. Bild: dpa

Interpol fahndet nach dem Gründer der französischen Firma, die Tausende fehlerhafte Brustimplantate produziert haben soll. Die Fahndung stehe aber nicht im Zusammenhang mit dem Implantatsskandal. Gesucht werde der Mann wegen Trunkenheit am Steuer.

Der Gründer der französischen Firma PIP, die wegen Billig-Brustimplantaten in die Schlagzeilen geraten ist, steht wegen Trunkenheit am Steuer seit Monaten auf der Fahndungsliste von Interpol. Die Suche nach Jean-Claude Mas habe nichts mit dem Skandal um die Silikonkissen des Unternehmens Poly Implant Prothese (PIP) zu tun, betonte Interpol am Samstag in einer Stellungnahme. Ein Steckbrief - eine sogenannte Red Notice - mit Fotos des 72 Jahre alten Franzosen wurde bereits im Juni auf Antrag Costa Ricas auf der Internetseite der internationalen Polizeibehörde veröffentlicht.

Die von Mas gegründete Firma Poly Implant Prothese (PIP) soll Silikon, das eigentlich in Matratzen eingesetzt wird, zur Herstellung von Brustimplantaten verwendet haben, die dadurch zu reißen drohen. PIP war 2010 pleitegegangen. Zuvor war der Firma die Vermarktung, der Vertrieb und die weitere Verwendung der Implantate untersagt worden.

Am Freitag hatte das französische Gesundheitsministerium in einer beispiellosen Aktion 30.000 Frauen eine vorsorgliche Entfernung der Billig-Implantate empfohlen. In Frankreich waren acht Krebsfälle nach gerissenen Implantaten bekanntgeworden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) riet betroffenen deutschen Frauen, «zur individuellen Risikoabwägung» mit ihrem Arzt zu sprechen.

PIP hat in seinen besten Zeiten pro Jahr etwa 100.000 Implantate produziert. Zeitweise war die Firma weltweit drittgrößter Produzent der weichen Geltaschen. Sie wurden in mehr als 65 Länder geliefert, vor allem in Lateinamerika, aber auch in Europa.

Die Interpol Red Notice

cvd/news.de/dpa
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