Sa., 26.05.12

Weihnachtsgeschenke 24.12.2011 Kinder pfeifen auf Gleichberechtigung

TV-Spendengala "Ein Herz fuer Kinder" (Foto)
Thomas Gottschalk als Christkind für Mädchen und Jungs bei Ein Herz für Kinder. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Die Erwachsenen reden sich den Mund fusselig über Gender und Gleichstellung, doch Kinder kapieren es einfach nicht: Mädchen wünschen sich rosa Prinzessinnen, Jungs düstere Star Wars-Figuren. Was läuft da schief?

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Wir schwimmen auf der Genderwelle. Väter gehen in Elternzeit, tragen ihre Babys in Tüchern um den Bauch und backen Brot. Wen es in manchen Stadtvierteln der Republik umtreibt, der könnte meinen, die schöne gleichgestellte Welt sei da. Doch spätestens alle Jahre wieder werden auch emanzipierte Schöngeister in die harte Realität von Lillifee und Star Wars zurückgeworfen. Wenn sie nämlich die Wunschzettel ihrer Kleinen in die Finger bekommen.

Was da drauf steht, spiegelt sich beim Blick in die echten und virtuellen Kaufhäuser wieder. Unter dem Suchwort «Spielzeug» listet Amazon in den beliebtesten Kategorien ganz oben «Spielzeug für Jungen» und «Spielzeug für Mädchen», MyToys bietet «Jungen-» und «Mädchenwelten». In diesen leben Actionhelden, Werkbank und Piraten, in jenen «Bindeez», «Lalaloopsy», Küchen und Pferde.

Oh Gott – oder besser gesagt, oh Christkind: Was ist da schief gelaufen? Wofür diskutieren wir denn jahrelang, wenn ganz unten, am Anfang des Menschenlebens, alles schon so dermaßen schief läuft? Melitta Walter kämpft seit 40 Jahren für Frauen, Mädchen und natürlich auch Jungs. Sie macht sich keine Illusionen. «Eins hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun. Die theoretischen Plattformen sind reines Geplänkel, das schlägt sich im Alltag gar nicht wieder. Gleichwertigkeit als Selbstverständlichkeit ist noch gar nicht angekommen.»

Mütter spielen eben nicht gern Krieg

Gefühlter Anspruch und gelebte Realität klaffen auseinander. Walter beobachtet viele junge Mütter, die Geschlechterdiskussionen überflüssig finden, weil sie meinen, sie behandelten ihre Söhne und Töchter gleich. Und dennoch lassen in den Kinderzimmern Väter die Playmobilfiguren aufeinander schießen, während die pazifistischen Mamas etwas Schönes basteln mit ihren Jungs und Mädchen. Und schon sind die Geschlechterrollen wieder da, wo sie immer waren.

Dass Kinder sich ihres Geschlechts bewusst sind, findet die Vorkämpferin für Frauenrechte gar nicht schlimm. Es geht ihr nicht um Gleichmacherei. «Die Unterschiedlichkeit ist doch gerade der Charme zwischen den Geschlechtern», findet sie sogar. Wie passt das zusammen? Nun, der Grad ist schmal, aber eigentlich ist es ganz einfach: Jedes Kind muss seinen Anlagen gemäß gefördert werden. «Das ist eine sehr große Bandbreite. Wenn man 100 Mädchen und 100 Jungen nimmt, hat man eine unglaubliche Vielfalt an Anlagen», erklärt Walter.

Und wer hätte das gedacht: Die Feministin ist ein Fan von punktueller Geschlechtertrennung. Damit Jungs wie Mädchen die Chance haben, sich voll zu entfalten, ohne immer auf das andere Geschlecht zu schielen und sich davon abzugrenzen. Gerade Jungs seien wesentlich entspannter, wenn sie nicht ständig die Mädchen ärgern müssen. «Entscheidend ist, dass beide erstmal ihre Geschlechsidentität finden», sagt Melitta Walter. Alles andere wäre wider die Natur. Erst dann lässt sich zeigen, dass verschiedene Geschlechter dennoch alle Möglichkeiten haben.

Die Barbie-Phase will ausgelebt werden

Und genau da läuft es schief. Melitta Walter arbeitet viel mit Kindergärten und den noch immer meist weiblichen Erzieherinnen zusammen. Und schickt sie auf Bauteppiche und in Playmobilschlachten, denen sie sich normalerweise entziehen. «Das erweitert das Rollenbild der Kinder.»

Es geht um ergänzen, nicht um verbieten. Wenn die Tochter auf Rosa steht - «lassen Sie sie das ausleben, solange sie will. Wie viele erfolgreiche Frauen haben als Kinder mit Barbie gespielt und sind trotzdem nicht magersüchtig. Da müssen sie durch, erst dann sind sie stabil», meint Walter. Und steht auf dem Wunschzettel Prinzessin Lillifee, macht es niemanden glücklich, wenn stattdessen Käpt'n Sharky unterm Weihnachtsbaum liegt. Aber zusätzlich ein ferngesteuertes Auto oder ein paar Playmobilritter zu schenken, erweitert nicht nur das Rollenbild, sondern auch den Spielspaß. Für Kinder und für Eltern.

san/news.de
Leserkommentare (8) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Knoppka
  • Kommentar 8
  • 10.01.2012 20:00
 Antwort auf Kommentar 1

Klaus Werner, so sehe ich das auch, und zu RAGNAROEKR kann ich nur sagen, auf Dich sollte man besser aufpassen, Du bist brandgefährlich. Und wie immer; erste Captcha Eingabe war falsch

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  • hako
  • Kommentar 7
  • 25.12.2011 14:58
 

Gut so! Die dumme Gender-Partie wird von der Realität eingeholt. Vielleicht sind die Menschen auch endlich einmal gescheit genug, das dumme links-grüne Gesindel von der Politikebene zu verjagen!!

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  • FrauEnte
  • Kommentar 6
  • 24.12.2011 15:55
 Antwort auf Kommentar 5

:-) ganz genau so sehe ich das auch. Männer und Frauen sind verschieden und ich finde das wunderschön, interessant und manchmal auch amüsant. Ich glaube, es würde viel weniger Probleme in Partnerschaften geben, wenn mann/frau die Unterschiedlichkeit als Bereicherung und nicht Kritikpunkt werten würde.

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  • romeo
  • Kommentar 5
  • 24.12.2011 14:16
 

Bei der Kindern läuft gar nichts schief, die verhalten sich vollkommen natürlich. Schief läuft etwas bei den übergeschnappte spätrömischen gender gemainstreamten FeministInnen die in dem Wahn leben, daß das Geschlecht nicht biologischen Ursprungs, sondern sozial bestimmt ist. Da bricht natürlich eine Welt zusammen, wenn die Kinder auf diesen Wahn pfeifen und sich natürlich verhalten.

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  • Rita
  • Kommentar 4
  • 24.12.2011 13:34
 

Solange Frau sein will wie Mann,hat sie noch rein gar nix von der Emanzipation verstanden. Und was...bitte schön...hat die Gleichberechtigung respektive die Gleichwertigkeit der Frau mit Spielen,Hobbies oder Lebensplänen zutun?

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  • Hardy
  • Kommentar 3
  • 24.12.2011 13:27
 

Garnichts läuft bei den Kindern schief! Wir haben doch nunmal Naturgeben verschiedene Geschlechter! Es muss nur auch bei der Erziehung/ Förderung der Kinder darauf geachtet werden, keinen Unterschied zu machen. Und ich gebe meinen "Vorredner" Recht, gerade bei der Erziehung im Kindergarten oder in der Vor-/ Schule müssen die Kinder auch mal wieder beide Geschlechter zum Vorbild haben!

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 2
  • 24.12.2011 13:27
 

Diese Kinder nehmen sich was raus.Wo kommen wir dahin, wenn sich Mädchen wie Mädchen fühlen? Sind Kinder nicht überhaupt Relikte der Vergangenheit? Sind sie denn den Herausforderungen gewachsen, für die sie gemacht wurden. Hofft nicht jeder Pleitier, dass der Nachwuchs seine Schulden abzahlt.Die Kindheit ist eine einzige Verletzung des Generationenvertrags.R fordert:Keinen Schonraum für Kinder.Kinder müssen durch die Erlebnispädagogik die Erwachsenwelt respektieren.Statt Kindergarten,Unterricht in Gleichschaltung.Lang lebe das Recht der Eltern auf Kinderentfremdung durch Entfremdungspädagogik!

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  • Klaus Werner
  • Kommentar 1
  • 24.12.2011 13:03
 

Bei den Kindern läuft nichts schief. Einzig in den Gehirnen sog. "progressiver Pädagog(inn)en" und mancher Politiker ist der Schwachsinn eingezogen.Die Autorin sollte sich lieber fragen, wie lange wir die Erziehung unserer Kinder fast ausschließlich weiblichem Personal überlassen wollen. Es kann doch für einen erwachsenen Durchschnittsbürger nicht so schwer sein zu erkennen, daß die Natur nun mal z w e i in ihrem Wesen unterschiedliche Geschlechter geschaffen hat. Oder??!! Übrigens bin ich der Meinung, alle news-de-Redakteure sollten zu einem Deutschkurs verpflichtet werden!!!

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Keine Gleichberechtigung: Jungen und Mädchen wünschen sich typische Weihnachtsgeschenke » Gesellschaft » Nachrichten

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