Sa., 26.05.12

Anders Behring Breivik 21.12.2011 Vater von Attentäter fühlt sich mitschuldig

Anders Behring Breivik (Foto)
Der Vater des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik gibt sich eine Mitschuld. Bild: dpa

Der Vater des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik gibt sich eine Mitschuld an den Verbrechen seines Sohnes. «Wahrscheinlich wäre das alles nicht passiert, wenn ich mich mehr um Anders gekümmert hätte», sagte der 76-Jährige.

Der 32-jährige Anders Breivik wuchs nach der Trennung seiner Eltern ohne seinen Vater auf, der im Sorgerechtsstreit seiner Exfrau unterlegen war. «An einer Vater-Sohn-Beziehung war ihm nie gelegen», sagte der 76-jährige Jens Breivik laut Vorabbericht vom Mittwoch dem Magazin Stern. Ihr letzter Kontakt sei ein Telefongespräch vor etwa sechs Jahren gewesen.

Er werde seinen Sohn möglichst bald im Gefängnis besuchen. «Ich will ihm in die Augen sehen», sagte Breivik. «Vielleicht bin ich ja in der Lage, Gefühle in ihm auszulösen.» Verzeihen könne er ihm aber nicht: «Er ist der schlimmste Terrorist seit dem Zweiten Weltkrieg. Er hat 77 unschuldige Menschen umgebracht und zeigt nicht mal Reue.»

Er und seine Ehefrau seien nach Frankreich gezogen, «um unseren Lebensabend in Ruhe und Frieden zu genießen», sagte der pensionierte Diplomat. Nach den Attentaten sei ihm sofort klar gewesen, «dass ich diesen Frieden nie wieder haben werde.» Die Taten seines Sohnes würden ihn bis ans Ende seines Lebens verfolgen. Bei einem Bombenanschlag in Oslo und einem Massaker auf der Insel Utöya hatte Anders Behring Breivik im Juli 77 Menschen ermordet.

jag/cvd/news.de/dapd
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