Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Keine Angst vor Beitragserhöhungen. Zumindest bei den gesetzlichen Krankenkassen. Bei den privaten Anbietern werden dagegen die Versicherten massiv zur Kasse gebeten. Bis zu 70 Prozent mehr fallen an. News.de verrät, was sich noch ändert.
Besserverdiener müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, ab 2012 mehr für ihre Krankenversicherung bezahlen zu müssen. Grund: die BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu dem in Deutschland Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung höchstens erhoben werden. Der Teil des Bruttoeinkommens, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, bleibt für die Berechnung außer Betracht. Somit gelten für Mehrverdiener der Beitrag, der in Höhe der Grenze anfallen würde. wird um rund drei Prozent von 3712,50 Euro auf 3825 Euro monatliches Bruttoeinkommen (44.550 Euro auf 45.900 Euro jährlich) angehoben. Damit liegt der Höchstbeitrag bei 592,88 Euro, plus Pflegeversicherung.
Diese Entwicklung ist kein Sonderfall. Im Gegenteil: Seit 1990 wurde die Grenze in fast jedem Jahr um ein bis knapp sechs Prozent angehoben. Ausnahmen: Im Jahr 2007 gab es keine Anpassung. 2011 wurde die Grenze sogar um ein Prozent nach unten geschoben.
Unabhängig davon ändert sich auch die Versicherungspflichtgrenze. Bisher musste sich jeder gesetzlich versichern, der bis zu 4125 Euro monatlich und 49.500 Euro jährlich verdiente. Jenseits dessen können Arbeitnehmer zu privaten Versicherern wechseln. Ab 2012 liegt die Grenze bei 4237,50 Euro monatlich und 50.850 Euro jährlich. Dadurch erschweren sich die Wechselbedingungen zu einem privaten Anbieter für Angestellte.
Keine Anhebung für gesetzlich Versicherte
Mit einer allgemeinen Anhebung des Beitragssatzes müssen gesetzlich Versicherte nicht rechnen. Auch Zusatzbeiträge stehen nur bei wenigen Kassen an und schwanken aktuell zwischen vier und 21 Euro. Eine gute Nachricht: Die meisten Kassen wollen diese monatlichen Beiträge bald abschaffen. 2012 dürfen die Zusatzkosten ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nicht übersteigen.
Im Gegensatz dazu müssen Privatversicherte 2012 eine bittere Pille schlucken. Die Gesundheitskosten steigen deutlich an. Da private Anbieter ihre Beitragshöhen individuell festlegen, werden einige Versicherte diese Last in größerem Maß mittragen müssen.
Je nach Tarif und Versicherung sollen die Beiträge massiv in die Höhe schießen. Am schlimmsten trifft es die Kunden von Central Krankenversicherung. Dort kann es zu Erhöhungen von bis zu 70 Prozent kommen. Dies seien aber nur Extremfälle, wie die private Krankenkasse versicherte. Der Durchschnitt liegt bei allen anderen Anbietern bei sieben Prozent. Mitverantwortlich für den Anstieg sei die Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte.
Interner Wechsel ist ratsam
Apropos Zahnärzte: Auch dort ändert sich für Versicherte im kommenden Jahr etwas. Es dürfen von den Medizinern höhere Honorare verlangt werden. Kassenpatienten müssen dann beim Eigenanteil für Zahnersatz und Implantate tiefer in die Tasche greifen. Privatversicherte zahlen bei allen Eingriffen und Leistungen bis zu 20 Prozent mehr.
Privatversicherte sollten aber nicht unbedingt ihrer Versicherung untreu werden und in Panik das teurer werdende Schiff verlassen. Dabei hätten sie bei einer Beitragserhöhung Sonderkündigungsrecht. Doch ein interner Tarifwechsel ist oft die bessere Wahl. Denn dann bleiben Rechte sowie angesparte Altersrückstellung erhalten. Welche Privatversicherer an welcher Preisschraube drehen, listen Seiten wie etwa Der Krankenkassen-Vergleich auf.
eia/sca/news.de