Sa., 26.05.12

Jahresrückblick 31.12.2011 Was wir 2011 gelernt haben

2011 (Foto)
Jaha, da freuten wir uns noch auf 2011: Aber die Eurokrise, Plagiatsaffären und ein Erdbeben in Japan zeigten uns, dass das Jahr eher schlecht werden würde. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus und news.de-Volontär Ayke Süthoff

Wissenschaftliche Arbeiten schreibt man lieber selber und junge Menschen haben es einfach drauf: 2011 hat uns nicht nur herausgefordert, das Jahr hat uns auch einiges beigebracht. News.de hat Lehren aus dem Jahr gezogen und stellt sie hier vor.

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Zum Ende des Jahres setzen wir ein Häkchen und sagen meist: «Kommendes Jahr wird alles besser.» Dabei vergessen wir häufig, dass wir aus dem alten Jahr eine Menge Lehren ziehen können - die uns bald eine Menge Ärger ersparen könnten. Die news.de-Redaktion weiß, was man sich merken sollte.

Atomkraft ist einfach nix

Nach Fukushima mussten auch die größten Leugner zugeben: Atomkraft ist nicht sicher. Ein Erdbeben und ein darauf folgender Tsunami zerstörten das AKW an der Küste, Radioaktivität trat aus. Noch immer, neun Monate nach dem Unglück, ist nicht klar, ob das ganze unter Kontrolle ist. Wahrscheinlich aber eher nicht. Im Juni wurde auch unserer Bundesrepublik klar, dass nur die Abkehr von der Atomenergie in Deutschland eine Katastrophe rund um uns verhindern kann.

Wissenschaftliche Arbeiten schreibt man lieber selber

Da guckte er blöd aus der Wäsche: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, vormals Bundesminister für Wirtschaft und Technologie sowie Verteidigungsminister. Als Anfang des Jahres herauskam, dass seine Doktorarbeit eklatante Lücken aufwies und den Begriff des geistigen Eigentums kreativ definierte, musste er zurücktreten. Ihm folgten - unter anderem - FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis und FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin.

Leider hat der Freiherr daraus gar nichts gelernt. Nach rund sechs Monate im schweigenden Exil, veröffentlichte er das Buch Vorerst gescheitert und musste sich gleich neuen Plagiatsvorwürfen stellen: Ein wissenschaftlicher Aufsatz von ihm zeichnet sich wieder einmal durch Unwissenschaftlichkeit aus.

Jahresrückblick
2011? Eher durchwachsen
Video: news.de

Junge Leuten haben eine Chance verdient

Als Jungspund hat man es nicht leicht. «Zu wenig Erfahrung» wird einem gerne vorgeworfen, oder die altbekannte Übermotivation. Dabei haben die Jungs vom BVB gezeigt, dass man mit ganz viel Elan und ganz wenig Alter eine Deutsche Meisterschaft gewinnen kann. Justin Bieber brach mit gerade einmal 16 Jahren ungezählten Mädchen das Herz, nur mit seiner Stimme und einem kindlichen Rehblick.

Weniger erfolgreich war und ist Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Sein Teammitglied der FDP-Posterboys, Christian Lindner, trat sogar zurück und Daniel Bahr, der dritte im Bunde, bleibt als Gesundheitsminister seltsam unscheinbar.

Auch Sebastian Vettel (jüngster Formel-1-Doppelweltmeister), Pius Heinz (Poker-Weltmeister) oder Marina Weisband (Piraten-Geschäftsführerin) sind jung - und gestalteten 2011 maßgeblich mit.

An Murphy's Law ist etwas dran

«Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen» heißt das Gesetz von Murphy, häufig zitiert. Und wenn 2011 etwas gezeigt hat, dann, das daran etwas Wahres ist. 

Mit der EU hätte alles so schön werden können. Einig Europa, Friede, Freude und einfach-so-über-die-Grenzen-fahren. Stattdessen: Griechenland am Abgrund, Spanien am Abgrund, Deutschland als Streber, Großbritannien als Schwarzes Schaf und Italien als pubertärer Junge, der nur Brüste und Spaß im Kopf hat.

Oder siehe die erste Lehre von 2011: die Atomkraft. Erst das Erdbeben, dann ein Tsunami - und schon war das Atomkraftwerk nicht mehr sicher. Es ging schief, was schief gehen konnte. Und mehr als eine Million Japan müssen nun darunter leiden.

Trau keinem, der nicht weiß, was hinter seinem Rücken passiert.

Christian Wulff sorgte Ende des Jahres für große Aufregung. Erst ein Privatkredit eines befreundeten Unternehmers, dann 42.000 Euro aus der Tasche von Carsten Maschmeyer, dem Gründer von AWG, für die Promotion des Wulff-Buches Besser die Wahrheit.

Von nichts habe er gewusst, behauptet der Bundespräsident. Schon bitter, wenn die Anwälte hinter dem Rücken des mächtigsten Mannes Deutschlands einfach irgendwelche Verabredungen treffen...

Fukushima, der Amoklauf in Norwegen: In unserer Bilderstrecke gibt es die Ereignisse des Jahres 2011 zum nachlesen.

san/news.de
Leserkommentare (8) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 8
  • 01.01.2012 15:46
 Antwort auf Kommentar 5

R klagt an: Die Zauderlinge, die nichts um der Sache selbst willen machen - sie machen meist gar nichts - und ihre moralinsauere Durchsetzung. Typisches Beispiel ist die Ethikkommission zur Kernkraftfrage. Oder ob zu Guttenberg ein guter Mensch sein muss, um einen Doktortitel zu tragen. Weder Wissenschaft noch Strahlguttechnologie hat einen ethischen Kern. Und Ihr Altenpfleger wäre besser bedient, Respekt für seine Arbeit geldwert einzufordern, als mit seiner Samariterhaltung zu nerven. Es gilt, wer von der Sache nichts versteht, ist ethisch nicht ernst zu nehmen, gell Frau Merkel.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 7
  • 01.01.2012 11:14
 

Zensur ist verwerflich.Das ist e i n Problem der Deutschen mit den Regeln der Ethik. Denn oftmals wird hier eine Idee, ein Tat oder eine politischer Anspruch als ethisch oder moralisch gerechtfertigt angenommen, obwohl diese Annahme nicht begründet werden kann. R sagt: Wer für sich die Moral alleine in Anspruch nimmt, verurteilt den andern zur Unmoral. Die Haltung ist verwerflich, ein ethischer Unwert. Gleichwohl verbreitet. R klagt an: Die Ethik spielt in der heutigen Zeit eine verwerfliche Rolle, sie wird nämlich missbraucht. Die Ethik leidet. Das gilt auch, wenn dieser Beitrag gelöst wird.

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  • Harter
  • Kommentar 6
  • 31.12.2011 17:44
 

In Europa geht es zu wie im mittelalterlichen Deutschland mit seinen Kleinstaaten. Statt sich endlich zusammenzufinden als Gegengewicht gegen USA, China u. Russland, lassen es unsere kleinkarierten Politiker zu, dass unsere langsam zusammengewachsene europäische Wirtschaft durch hauptsächlich die USA angegriffen und zerstört wird. Zuerst mit dem Verkauf ihrer faulen Kredite nach Europa, dann mit der Kriegshetze in der gesamten Welt, in die sie die Europäer hineinziehen. Und nun schon wieder mit Hilfe der Ratingfirmen und der amerikanischen Staatsbank, die unentwegt Dollars druckt.

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  • Thorsten Markmann
  • Kommentar 5
  • 31.12.2011 16:23
 

NICHTS von Ethik??? Schmeißt die Moral gleich hinterher! Die zehn Gebote - ab in den Müll! Koran - Bibel - Schriften der Buddisten - auf den Scheiterhaufen! Dann hat der Mensch nur noch seiner Gier zu folgen - und wir habe wieder die vorkapitalistischen Umstände aus der Zeit Charles Dickens: Ein Mensch, der kein Geld hat, der hat kein Recht zu leben! Wie kann man so etwas für erstrebenswert halten? Hoffentlich müssen die "Streber" sich im Alter nicht mit neurotischen Leiden von unterbezahlten Pflegern und Krankenchwestern pflegen lassen!

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  • Libertad
  • Kommentar 4
  • 31.12.2011 14:14
 Antwort auf Kommentar 1

Genau so isses. Die Einen werden ärmer, die Hohe Politiker und Banker-Kaste stopfen sich die Taschen voll. Gefeuerte. Hohe gefeuert, weil unfähig, Politiker, erhalten nun bis zu 300000,- mehr. Wenn erst die großen Drohnen über Deutschl. fliegen, wird der Ausnahmezustand zur Regel. Die sogenannten Finanz-Demokratie, bekämpft das Volk.

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  • rtomek
  • Kommentar 3
  • 31.12.2011 13:55
 Antwort auf Kommentar 1

stimmt deshalb auch mein Kommentar, daß wir eine neue ethik brauchen

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  • rtomek
  • Kommentar 2
  • 31.12.2011 13:52
 

wie ich in meinem Buch bzw Hörbuch " Die 7 Regeln des Glücks " versucht habe aufzuzeigen haben wir nur eine Chance in Europa, wenn wir eine neue Ethik ,mit welchen wir uns alle identifizieren können als Basis für unsere Gesellschaft und damit für Politik und Wirtschaft. Ich habe diese nicht erfunden, sondern neu entdeckt Es ist die Philosophie des Griechen EPIKURS , von der sowohl Jesus als auch Buddha gelernt haben. Nur mit einer neuen ethischen Basis, aus der ein europ Staat und emotionale Rituale , wie z b eine eigene gewählte europäische Hymne kommen, kann den Untergang verhindern

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  • Günter Wehrhahn
  • Kommentar 1
  • 31.12.2011 13:09
 

Das Jahr 2011 hat uns in Europa ganz deutlich gemacht, dass persönlicher Egoismus viel weiter verbreitet ist, als mancher glauben mag, er summiert sich zu gefährlichem Nationalegoismus. Daneben gibt es ermutigende Tendenzen, vor allem bei jungen Menschen, die sich dagegen stemmen, aber bisher noch weitgehend machtlos bleiben. Das Ungleichgewicht von Macht und Wohlstand zu Ohnmacht und Armut wird stetig größer. Ich befürchte 2012 ein weiteres Ansteigen der Armut und Konzentration von Macht und Wohlstand auf wenige Menschen.

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