Von Michael Stürzenhofecker und Tobias Schmidt
Fünf Tote und 122 Verletzte: Ein vorbestrafter Waffennarr hat im belgischen Lüttich zwei Teenager, eine Rentnerin und sich selbst getötet. Ein Baby starb im Krankenhaus. In der Wohnung des 33-Jährigen fand die Polizei später eine Frauenleiche.
Nach dem Anschlag in der belgischen Stadt Lüttich ist die Zahl der Toten auf mindestens fünf gestiegen. Ein wegen Waffen- und Drogenbesitzes vorbestrafter Mann hatte am Dienstag Menschen im Stadtzentrum mit Granaten und Schüssen angegriffen. Der 33-Jährige tötete zwei Teenager und eine Rentnerin, bevor er umkam. Ein 18 Monate altes Baby starb später im Krankenhaus. 122 Menschen wurden verletzt.
Das Blutbad versetzte die belgische Stadt nahe der deutschen Grenze in einen Schock. Stundenlang kursierten Gerüchte über die Flucht eines möglichen Komplizen, und die Innenstadt wurde bis zum Abend abgeriegelt. Einen terroristischen Hintergrund schloss das Innenministerium aber rasch aus.
Der Täter, dessen Namen die Behörden mit Nordine Amrani angaben, riss einen 15-Jährigen, eine 17-Jährige und eine 75 Jahre alte Frau mit in den Tod, sagte Staatsanwältin Danièle Reynders. Der Lütticher habe sich am späten Vormittag mit dem Wagen Richtung Innenstadt auf den Weg gemacht und und ein Sturmgewehr, einen Revolver und zahlreiche Handgranaten in einem Rucksack dabeigehabt.
«Es war grauenhaft»
Auf der Place Saint-Lambert, wenige Meter vor einem gut besuchten Weihnachtsmarkt, schlug er gegen 12.30 Uhr zu: Von einem Vorplatz warf er drei Handgranaten in einen Unterstand an einer Bushaltestelle und eröffnete das Feuer. Ob er anschließend Selbstmord beging oder sich unbeabsichtigt umbrachte, sei noch nicht geklärt, sagte Reynders. Polizisten hätten ihn nicht getötet. Nach der Tat wurden noch mehrere nicht gezündete Granaten in seinem Rucksack gefunden.
Das Attentat löste Panik aus. Die Menschen rannten um ihr Leben, versuchten, sich und ihre Kinder vor den Kugeln und Granaten in Sicherheit zu bringen. «Es war grauenhaft», schilderte ein Augenzeuge dem Sender RTL die Augenblicke nach der Tat. Geschäfte und Restaurants wurden verbarrikadiert. Er habe versucht, in ein Café zu flüchten, sei aber nicht mehr hineingekommen, sagte der deutsche Student Konstantin Fischenich der Nachrichtenagentur dapd. Noch am Abend suchte er nach seinen Freunden. Auf Fernsehbildern waren Blutlachen zu sehen.
Die belgische Zeitung La Libre Belgique berichtete auf ihrer Website gar von mehr Toten. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, hieß es. Laut letzten offiziellen Zahlen von 23 Uhr am Vorabend seien fünf Menschen gestorben und 123 verletzt worden. Der Tod eines 17 Monate alten Babys sei der offiziellen Liste hinzugefügt worden. Ein 23 Monate altes Baby und ein 20-Jähriger seien ebenfalls verstorben, ihr Tod aber noch nicht offiziell bestätigt worden.
Zur Versorgung der vielen Verletzten eilten auch Rettungskräfte aus den Niederlanden herbei. Im Hof des nahe gelegenen Justizpalastes unweit des Anschlagsortes wurde eine Notversorgungsstelle für die Leichtverletzten eingerichtet. «Die Zustände sind chaotisch», sagte der Vater eines verletzten Kindes am Nachmittag dem RTL.
Berichte über Komplizen sorgen für Panik
Mehrere Medien hatten zunächst über eine Verfolgungsjagd mit einem mutmaßlichen Komplizen durch die Innenstadt berichtet. Demnach gab es eine Stunde nach dem Anschlag einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Die Polizei dementierte dies aber später. Auch Meldungen, ein mutmaßlicher zweiter Täter habe sich in den Justizpalast geflüchtet, erwiesen sich als falsch.
Über das Motiv des 33-Jährigen gab es zunächst keine genauen Angaben. Amrani hatte einen Termin für eine Befragung durch die Justizbehörden, sagte Staatsanwältin Reynders. Der Mann war laut Staatsanwaltschaft wegen Sexualdelikten vorbestraft und hatte erst 2008 eine Haftstrafe von 58 Monaten für illegalen Waffenbesitz und den Anbau von Cannabis erhalten. Laut der Zeitung Sudpresse waren damals bei ihm 9.500 Waffenteile sowie Dutzende einsatzbereite Schusswaffen gefunden worden. Warum es ihm nach der Haft erneut gelang, sich umfangreich zu bewaffnen, gehört zu den Fragen, die am Dienstag zunächst unbeantwortet blieben.
Sein Attentat sorgte für Bestürzung in Belgien. König Albert II. traf am Abend in strömendem Regen in Lüttich ein, um sich über den Hergang zu erkundigen und die Verletzten und Opferangehörigen zu trösten. EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek drückte dem Land seine Anteilnahme aus. Er sei zutiefst schockiert von dem Blutbad und denke an die Opfer und ihre Familien, sagte Buzek.
Für die Bundesregierung brachte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die Anteilnahme an der Trauer um die Opfer des Anschlags zum Ausdruck. «Wir trauern mit Belgien um die Opfer dieses Verbrechens», sagte Westerwelle am Dienstag in Berlin. «Den Angehörigen und Freunden gilt unser Mitgefühl. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung.»
Nach Angaben von Spiegel Online wurde in der Wohnung des Attentäters zudem eine Frauenleiche entdeckt. Nordine Amrani soll die 45-Jährige Putzfrau unter einem Vorwand in sein Heim gelockt, vermutlich vergewaltigt und brutal ermordet haben.
beu/roj/san/cvd/news.de/dpa/dapd
An Nikola 4: Hahahaha, Satire und Ironie scheint nicht Ihr Fall zu sein! Was ich ja so putzig finde: Bevor auch nur eine Sekunde verging, war den belgischen Behörden sofort klar: es ist kein islamischer Terroranschlag. Woher wollten denn die Behörden das wissen, ohne auch nur ein bischen nachgeforscht zu haben?!!!!! Und die Frauenleiche? Ach nur ein weiterer Einzelfall innerhalb tausender islamischer Einzelfälle. Bei SpOn stand etwas von massakriert, aber das wurde schnell korrigiert. Denn eines ist wichtig: Die Berichterstattung muss PI sein! Und Islam heißt Frieden! Höhöhöhöhöhöhö....
jetzt antwortenKommentar meldenJa selbstverständlich. Das MÜSSEN die bösen Rechten gewesen sein, denn Islam bedeuted ja Frieden. Falls wirklich mal eine Straftat von einem Mitbürger mit Migrationshintegrund begangen wird, dann natürlich nur, weil er a) in seinem Gastland nicht genug geld erhält, oder b) er in seinem Heimatland durch böse westliche Propaganda traumatisiert wurde, oder c) es einfach seiner Kultur entspricht. Allerdings ist es dann natürlich nicht wirklich eine Straftat und von daher ist es vollkommen legitim, wenn er dafür auch nicht bestraft wird. Ich hoffe die Schuldigen von Lüttig werden bald gefassst.
jetzt antwortenKommentar meldenBelgien, insbesondere Lüttich, hat einen erheblichen Anteil an Zuwanderern, die zum großen Teil nicht in guten Verhältnissen leben, wie überhaupt sozioökonomisch die Provinz Lüttich am benachteiligsten ist in Wallonien. Das ist selbst sehr deutlich zu bemerken, wenn man "nur" als Tourist Lüttich besucht. Es hat übrigens weder etwas mit Muslimen, noch mit Deutschen (die in Belgien immer noch mit gemischten Gefühlen betrachtet werden), noch mit Rechtsradikalen zu tun, wenn ein Krimineller Straftaten begeht. Da spielt höchstens das soziale Umfeld eine Rolle und nicht Nationalität oder Religion.
jetzt antwortenKommentar meldenAn Maylin: Es steht nirgendwo, dass es ein muslimischer Attentäter ist. Sollte er es sein, muss man nicht alle in einem Topf schmeißen.. das machen die Deutchen ja so gerne, hauptsache wir haben nix damit zu tun. Ich kann nur Iason's Kommentar bestätigen, denn die meisten Täter in Deutschland und Umgebung sind Deutche !
jetzt antwortenKommentar meldensein name ist amrani! wohl kaum ein rechter...eher frucht der linken einwanderungspolitik!
jetzt antwortenKommentar meldenIch bin mir sicher. Die Spur führt nach Deutschland in die rechte Szene, wie alle Straftaten. So werden wenigstens alle Delikte aufgeklärt.
jetzt antwortenKommentar meldenWo genau steht geschrieben, dass es sich um muslimische Attentäter handelt?
jetzt antwortenKommentar meldenAufgrund der weiteren unkontrollierten Zuwanderung schwerkrimineller muslimischer Straftatenmigranten werden solche Taten mit Bestimmtheit noch zunehmen und auch Einheimische vermehrt in Mitleidenschaft ziehen. Keine guten Aussichten für Europa und ihre Menschen da heute schon die muslimischen Zuwanderer mit besonders hoher Anwesenheit in den Gefängnissen, Kriminalitätsstatistiken und Sozoialämter glänzen anstatt auf dem Arbeitsplatz.
jetzt antwortenKommentar melden