Sa., 26.05.12

Japan 08.12.2011 Tsunami-Geld für Walfänger

Japan bricht Walfangsaison ab (Foto)
Japan gibt Geld für den Walfang aus - aber nicht für die Opfer des Tsunamis. Bild: dpa

Von Mari Yamaguchi

22 Millionen Euro sind für die Opfer der Tsunami-Katastrophe bestimmt, aber die japanische Regierung nutzt das Geld für den Walfang. Sicherheitspersonal soll die Jäger vor Protestlern schützen - und immer noch stehen tausende Opfer vor dem Nichts.

Folgen radioaktiver Strahlung

Japan will umgerechnet rund 22 Millionen Euro aus den Nachtragshaushalt für den Wiederaufbau nach dem Tsunami in den Walfang investieren. Ein Sprecher der japanischen Fischereibehörde kündigte an, dass das Geld in die Sicherung der Walfangschiffe gegen Angriffe von Umweltschützern gesteckt werden solle. Dies diene der vom Tsunami zerstörten Region im Nordosten des Landes, wo viele Dörfer vom Walfang lebten. Eines der Schiffe sei in Ishinomaki beheimatet, einer Stadt, die bei dem Tsunami am 11. März besonders stark beschädigt worden war.

Umweltschutzverbände kritisierten die Investition als Missbrauch staatlicher Mittel. Laut Greenpeace werde das Geld den Opfern des Tsunamis vorenthalten. Die Organisation Sea Shepherd Conservation Society versucht regelmäßig mit spektakulären Manövern, den Walfang zu behindern. Im vergangenen Jahr sank nahe der Antarktis ein Schnellboot der Aktivisten, nachdem bei einer Kollision mit Walfängern der Bug abgetrennt wurde.

Die Flotte ist «so sicher wie nie zuvor»

Laut Masahiro Ichijo von der japanischen Küstenwache wird das Geld aus der Tsunami-Hilfe vorwiegend für die Aufstockung des Sicherheitspersonals an Bord der Walfangschiffe sowie ein Begleitboot der Fischereibehörde ausgegeben. Damit sei die Flotte «so sicher wie nie zuvor». Ichijo sagte, die Anwesenheit von Beamten der Küstenwache diene der «Abschreckung». Er wolle aber nicht mit deren Möglichkeiten angeben. Es gebe keine «Kampfansage».

Japan darf in dieser Saison von Dezember bis Februar für wissenschaftliche Zwecke 900 Wale töten, deren Fleisch dann verkauft wird. Nach Angaben von Kritikern ist dieser Verkauf der wahre Grund für die Jagd. Für wissenschaftliche Beobachtungen müsse man die Wale nicht töten, außerdem liege die Menge der getöteten Tiere - meist Zwergwale - im Bereich kommerziellen Walfangs.

Dabei ist die Nachfrage nach Walfleisch in Japan stark zurückgegangen. Im Winter 2010/11 hatte die Fischereibehörde die Walfangsaison vorzeitig abgebrochen, angeblich wegen Sicherheitsbedenken. Junichi Sato von Greenpeace Japan hatte den Rückgang des Walfleischverzehrs bereits in der vergangenen Saison kommentiert: «Das ist die Stimme der japanischen Öffentlichkeit, und die will kein Walfleisch essen».

beu/krc/news.de/dapd
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Anton
  • Kommentar 2
  • 10.12.2011 18:15
 Antwort auf Kommentar 1

Na und?

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  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 09.12.2011 11:00
 

Die Begründung für die Jagd ist “wissenschaftliche Forschung”, aber es ist ein offenes Geheimnis, dass mit dem Fleisch Luxusrestaurants beliefert werden. In Japan geben Feinschmecker für die Delikatesse Walfleisch viel Geld aus. Die Waljagd ist unnütz und ungerecht. Sobald die Wale von diesen sogenannten “Wissenschaftlern vermessen und gewogen worden sind, gehen die Schlachter ans Werk und die Wale werden zerschnitten und für den Markt verpackt. Es geht nur um Geld und nicht um Forschung.

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