Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Es ist Welttoilettentag. Mal wieder. Jedes Jahr wird dem stillen Örtchen gedacht. Aber das Klo ist viel mehr als nur ein kleiner Raum mit Anschluss an das Abwasser: Es ist der letzte Rückzugsort für die von Emanzipation gebeutelten Männer.
Der Mann ist ratlos. Immer wieder klopfte seine neue Freundin an die Holztür. «Wann bist Du endlich fertig?», fragt sie. Der Mann sitzt dort, die Hose heruntergelassen, den Kicker auf den Beinen und möchte eigentlich nur seine Ruhe haben. Erst seit zehn Minuten sitzt er auf dem Klo - und nicht einmal hier kann er seine Ruhe haben?
Die Toilette ist die letzte Bastion des Mannes. Alle anderen Bereiche haben die Frauen sich untertan gemacht. Im Fußballstadion werden am Fanshop Schals «for ladies» verkauft, Glühwein soll dort die kalten Hände der weiblichen Anhängerinnen wärmen. In der Kneipe ums Eck machten sich die Frauen-Cliquen so lange und mit sehr viel Ausdauer gesegnet breit - so lange, bis aus der gemütlichen Kneipe eine Cocktailbar wurde.
Selbst zuhause haben sich die Frauen nach und nach die Orte der Männlichkeit genommen und umgewandelt. Am vormals nach verbranntem Fett riechenden Grill wird nun Aubergine mit Feta in Alufolie gedämpft, in der Garage, wo Motoröl den Boden zierte, ist nun ein Frauenfahrrad mit Bastkörben untergebracht, daneben steht ein Schrank mit Schuhen, die «vielleicht in der kommenden Saison wieder angesagt sind».
Kein Wunder, dass sich die Männer den letzten Ort der gemeinschaftlichen Wohnung gesucht haben, wo sich Frauen gut (und gerne) ausschliessen lassen. Schlüssel rum, ab auf die Schüssel - und Ruhe. Al Bundy, der Held ungezählter geschundener Männerseelen, baute sich einst eine Toilette, damit er sein eigenes kleines Reich haben könnte. «Du hast die Toilette entweiht, die ich mein Heim nenne!» schreit er in der Folge, als seine Frau Peggy der wertvollen Ferguson-Porzellanschüssel zu nahe kommt. Die Toilette ist viel mehr als nur ein Raum - sie ist ein Rückzugsort für das von falsch verstandener Emanzipation bedrohte Geschlecht.
Der oben erwähnte Mann übrigens soll nach der beschriebenen Situation beschlossen haben, dass er - sollte er irgendwann einmal selber ein Haus bauen - auf jeden Fall eine schallisolierte Toilette haben möchte. Nicht wegen unangenehmer Geräusche, die von innen nach außen gelangen könnten, sondern wegen der Sätze wie «Wann bist du endlich fertig», die von außen nach innen dringen und den letzten Rückzugsort der Männlichkeit bedrohen. Auch daran sollte man am Welttoilettentag denken.