Von den news.de-Redakteurinnen Isabelle Wiedemeier und Ulrike Bertus
Wann ist ein Mann ein Mann? Gestern war Weltmännertag, ein guter Grund, sich diese Frage zu stellen. Lesen Sie im Ticker, wie sich der Tag in der Redaktion entwickelte - und wie sehr Mann unsere Männer wirklich sind.
Es ist Weltmännertag. Aber was macht einen Mann überhaupt aus? Und: Wie männlich ist die Redaktion von news.de? 21 Frauen arbeiten hier, 19 Männer. Einen Tag lang haben wir genau beobachtet, wie männlich sich die Kollegen verhalten - auf einer Skala von eins bis fünf (Duschvorleger bis Rugby-Spieler).
8.37 Uhr So langsam trudeln die Kollegen ein. Einer der news.de-Männer bezweifelt im Angesicht des Weltmännertages, ob der schicke Schal zu seinem Hemd nicht zu «unmännlich» sein könnte. Wir sagen: «Geht so.»
8.59 Uhr Kollegin Wiedemeier hat ersten Männerkontakt im Aufzug: Der Volontär zeigt den beiden anwesenden Damen die kalte Schulter und widmet sich seinem iPod. Er ignoriert lange, dass über ihn geredet wird, dann überschlägt er sich kurz und hält die Tür auf - löblich!
9.24 Uhr Testosteron total im Büro von Vermischtem und Sport. Auf die Frage, wo der zweite Sportredakteur steckt: «Ist noch in der Küche». Ja, auch diesen Jungs haben wir gesagt, dass heute Weltmännertag ist.
9.29 Uhr Die Kollegen überschlagen sich. «'N Kaffee?» bietet der vermischte Kollege an, auf dem Flur lässt der Autoredakteur der Dame den Vortritt. Was haben die Männer eigentlich für ein Bild von echten Kerlen?
9.33 Uhr Kleiner Hahnenkampf am Newsdesk. Es geht um die Aktualität von Nachrichten und YouTube-Videos. Doch hinter dieser Diskussion verbirgt sich etwas anderes, nämlich die Frage: «Wer ist männlicher?» Der Kollege mit oder der ohne Bart? Es endet unentschieden, beide benötigen erst einmal einen Kaffee, um überhaupt kampftauglich zu sein.
9.40 Uhr Redaktionssitzung. Alle drei Männer tragen Karos, zwei sogar im Holzfällerstyle. Das gibt endlich mal Punkte. «Gut, dass ich mich nicht rasiert habe», freut sich ein Kollege (Merke: Bärte scheinen DER Indikator für Männlichkeit zu sein), und schiebt in der Euphorie noch nach: «Wir gucken heute Abend alle Fußball!» In der Frage, ob für unseren Newsletter eher Lindsay Lohan im Knast oder die nackte Scarlett Johansson spannender sind, fällt die Entscheidung intuitiv leicht: Scarlett.
10 Uhr Die erste Entscheidung steht an: Wie männlich ist die Redaktion denn nun? Verdächtig viele aufgehaltene Türen gegen starken Bartwuchs (sind die Rasierer kaputt?). Wir sagen: Auf dem besten Weg zum unrasierten Surfer - mit ein wenig Vorschusslorbeeren.
10.20 Uhr Langsam wacht das Testosteron im Vermischtes/Sport-Büro auf. «Wer hat eigentlich gesagt, dass wir heute Fußball gucken? Es ist Europa-League. Echte Männer gucken sowas nicht!»
10.21 Uhr Der Kollege aus der Bildredaktion steht verwirrt in der Küche. «Wo sind die großen Löffel», fragt er beinahe hilflos in die Runde. «So kann ich doch mein Müsli gar nicht essen!» Diese Einfallslosigkeit - MacGyver hätte eine Lösung gewusst - gibt Abzüge in der Männlichkeitsnote!
10.23 Uhr Langsam grooven unsere Jungs sich ein. Lesen sie etwa den news.de-Liveticker? Der Kollege mit dem Zweieinhalbtagebart brüstet sich, das Wort «Abtropfgewicht» nicht zu kennen. Komisch - kocht er etwa immer nur mit frischem Gemüse?
10.39 Uhr Im Angesicht der Griechenlandkrise kommt ein wenig die Frage auf: Ist Entschlusskraft eigentlich eine männliche Eigenschaft? Oder muss Angela Merkel erst noch zeigen, wie das so geht?
10.45 Uhr Echte Männer - und dabei ist es ganz egal, ob es sich nun rein biologisch um Männer oder Frauen handelt - sitzen derzeit im tschechischen Parlament. Seit Dienstag um 11 Uhr diskutieren sie ununterbrochen darüber, ob denn nun der Haushalt gekürzt werden darf oder nicht. Energiegetränke machen die Runde, nur ein paar Duschvorleger schlafen in Schichten. Die Bärte wollen wir sehen, wenn die Sitzung irgendwann mal zuende gehen sollte.
10.53 Uhr Der junge Volontär spricht mit tiefer Stimme, heute. Lauter ist er dabei auch. Stolz verkündet er, dass er sich Kuchen gekauft hat. Dabei klingt seine Stimme nicht nur anders, sondern auch anklagend. Er wünscht sich nämlich, dass er zum Weltmännertag von uns Frauen einmal so richtig verwöhnt wird. Naja...
11 Uhr Die nächste Entscheidung steht an. Die Kolleginnen sind sich einig: Die Männer hier, das sind auch nur noch Bärchen. Go Jungs!
11.19 Uhr Stilvoller Kollege aus dem Ressort Medien legt Wert darauf, dass die von uns Frauen vorgeschlagene Unterteilung der Männerwelt der Komplexität seines Geschlechts nicht angemessen ist. Er verweist auf Barney Stinson aus der Serie How I Met Your Mother, der die Crazy/Hot-Skala entwickelt hat, die jeder Eigenschaft eines Menschen gerecht werden könnte.
11.25 Uhr Revolution! Die Männer machen sich über den Sinn ihres Tages Gedanken, und es fällt ihnen wie Schuppen von den Augen: «Eigentlich sollten uns heute doch die Weiber bedienen», sagen sie. (Moment mal! Forderte das nicht auch schon der junge Volontär?). Man(n) droht mit «Ab 11.39 Uhr wird zurückgetickert». Noch tut sich jedoch nichts an der phlegmatischen Männerfront.
11.50 Uhr Die Männer üben sich in Zurückhaltung. Ein Männerbüro hat bereits die Tür geschlossen. Dort wurde nämlich gestern ein Raumerfrischer aufgestellt. Mit Pfirsichduft. Männlichkeit riecht anders. Das Wort «Pumakäfig» fällt.
12 Uhr Wo sind die Männer hin? Die Kolleginnen sind geneigt, ihnen den Status «Duschvorleger» zu verpassen. Das kann man(n) doch nicht wollen!
12.03 Uhr Ausgerechnet mit Gummibärchen versucht ein Kollege im Testosteron-Büro sich zu pushen. Wo soll das noch hinführen? Wenn schon Gummibärchengeschmack, dann wenigstens aus der Red-Bull-Dose! Und jetzt diskutieren die Männer auch schon über die Mittagspause. Es wird wirklich Zeit für tschechische Verhältnisse (siehe 10.45 Uhr)!
12.05 Uhr Auch Nicolas Sarkozy und Barack Obama üben sich in männlichem Verhalten: Sie foppen sich. Zwei Wochen nach der Geburt der Mini-Sarkozy sagt der US-Präsident: «Ich bin zuversichtlich, dass Giulia das Äußere ihrer Mutter geerbt hat und nicht das Aussehen des Vaters.» Wenn das nicht ein Vorgepläkel für einen weiteren Hahnenkampf ist.
12.13 Uhr Frisch verheirateter Kollege hat nach eigenen Angaben «Männeressen» dabei. Ein Brötchen mit einer dicken Scheibe Leberkäse. Sonst nix. Einfach, geschmacklos, ungesund - stimmt, seeeeehr männlich!
Zitat der "Prinzen": "Frauen sind die neuen Männer" Zitat Ende
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