Sa., 26.05.12

Leben in Deutschland 11.10.2011 Kluft zwischen Arm und Reich wird noch größer

Armut in Deutschland (Foto)
Mitten in Berlin: Frauen durchsuchen auf dem Alexanderplatz Mülltonnen nach Pfandflaschen, um sie in bares Geld umzutauschen. Bild: dpa

Von Karl-Heinz Reith

Wer einmal arm ist, der kommt nicht mehr aus der Misere heraus. Das ist das Ergebnis des Sozialberichts, der eine noch größere Kluft zwischen Arm und Reich bestätigt. Die Autoren zeigen auch: Wer reich ist, lebt gesünder und länger.

Ein Ausstieg aus der Armut wird in Deutschland immer schwerer. Zugleich gelingt es immer mehr Wohlhabenden, ihre einmal erreichten Spitzeneinkommen auch dauerhaft zu sichern. Dies belegt der «Datenreport 2011 - Sozialbericht für Deutschland», der vom Statistischen Bundesamt gemeinsam mit namhaften Sozialforschern herausgegeben wird.

«Der Satz: ‹Einmal arm, immer arm› gilt. Die soziale Mobilität in Deutschland nimmt ab», sagte die Soziologin Jutta Allmendinger bei der Präsentation des Berichtes in Berlin. Mit ihrem umfangreichen Zahlenwerk aus amtlichen Daten und jüngstem Mikrozensus (kleine Volkszählung) zeigen die Autoren einen engen Zusammenhang zwischen Bildung, Erwerbsarbeit und Einkommen sowie Gesundheit und Lebenserwartung auf: Wer gut gebildet und vermögend ist, klagt auch viel seltener über Krankheiten und lebt im Schnitt bis zu zehn Jahre länger.

15,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland galten laut Bericht 2009/2008 als «armutsgefährdet». Im Jahr zuvor waren es noch 15,2 Prozent. Als «armutsgefährdet» wird bezeichnet, wer einschließlich Sozialleistungen und Mietbeihilfen weniger als 929 Euro im Monat zur Verfügung hat. Dabei gilt: Mit steigendem Bildungsniveau sinkt das Risiko, in Armut abzugleiten. Von denjenigen in Deutschland, die über keinen oder lediglich über den Hauptschulabschluss verfügen, sind dem Bericht zufolge 23,2 Prozent «armutsgefährdet». Besonders häufig betroffen sind Alleinerziehende (37,5 Prozent).

Fast jeder dritte Armutsgefährdete (30 Prozent) war eigenen Angaben zufolge nicht in der Lage, zumindest jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit zu bekommen. 16 Prozent klagten darüber, ihre Wohnung nicht angemessen warm halten zu können, berichtete der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler.

65 Prozent aller Armen bleiben es

Zugleich gelingt es immer weniger Menschen, der Armut wieder zu entrinnen. Während in den 80er Jahren 57 Prozent der Betroffenen auch dauerhaft im untersten Einkommensbereich der Gesellschaft verharrten, sind es heute 65 Prozent. «Das heißt, weniger Menschen gelingt es, ihre Einkommenssituation wieder zu verbessern», erläuterte der Sozialforscher Roland Habich vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB).

Dagegen sind für Reiche im gleichen Zeitraum die Chancen gestiegen, ihre Spitzeneinkommen und den einmal erreichten Wohlstand auch dauerhaft zu sichern - und zwar von 38 Prozent in den 80er Jahren auf heute 51 Prozent.

Während die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ab 15 Jahren (50 Prozent) 2010 ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit finanzierte, waren 8 Prozent auf Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Hartz IV oder Bafög angewiesen. Laut dem Mikrozensus, der für Statistiker wie Sozialwissenschaftler als «kleine Volkszählung» gilt, lebten 27 Prozent primär von Renten, Pensionen oder eigenem Vermögen. 15 Prozent wurden hauptsächlich von Angehörigen unterstützt.

Dabei finanzieren immer mehr Frauen heute ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Erwerbstätigkeit selbst. 2010 waren dies im Westen 42 Prozent, im Osten 45 Prozent. Zehn Jahre zuvor lagen diese Quoten noch bei 38 Prozent (West) und 41 Prozent (Ost). 2009 waren bereits über die Hälfte (51 Prozent) der erfolgreichen Hochschulabsolventen Frauen.

cvd/news.de/dpa
Leserkommentare (5) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • hector
  • Kommentar 5
  • 15.12.2011 12:43
 

Dieses Grinsgesicht von Schröder war nur der Kanzler aller Autos, aber nicht der Deutschen. Diese Regierung hat unser Land in einen tiefen Abgrund gestürzt. Die Arbeitslosenzahlen stiegen in vormals unbekannte Höhen. Das hält kein Land lange durch. Die Unternehmen sind geflüchtet, viele nach Asien (anstatt nach D-Ost). Von dort kommen heute die meisten Waren, Made in China, steht aber nicht immer drauf. Was ist heute noch Made in Germany, man suchts vergebens oder es ist unbezahlbar. Als Folge kam noch das Geschäft mit der Leiharbeit, weil es ohne diese gar nicht mehr gehen würde. Armes Deutschland.

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  • Siegfried Kunze
  • Kommentar 4
  • 09.11.2011 18:43
 Antwort auf Kommentar 1

Derartige Kreaturen kennen weder Scham noch Charakter, das ist die grinsende Fratze des Kapitalismus in Gestalt geheuchelter Sozialdemokratie, so sind sie diese "Genossen", Wasser predigen und Wein saufen!!

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  • ART
  • Kommentar 3
  • 06.11.2011 20:50
 

Zu billig! Schröder hat die SPD benutzt und die Spd hat sich gegen ca. ein Drittel sog.Linker in der SPD benutzen lassen.Und auch ein Herr Schmidt hat die Hand zum Schwure erhoben,und ich empfand es entsetzlich! Kohl wollte niemand mehr und jeder andere wäre Kanzler geworden. Nun Schröder mit Zigarre zum Symbol zu zeigen ist billige Medienschmiere.Wer sich dieser unterwirft ist dumm und ein Mitläufer,nicht besser.Mal was zum Thema:"Kluft zwischen ARM und REICH wird größer",wären Beiträge wert! Jammert weiter!

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  • adamski
  • Kommentar 2
  • 01.11.2011 17:54
 

So sieht ein Gesicht aus der viele Deutsche in Armut gebracht hat. Zufrieden, lächelnd und dekadent. Wo ist eigentlich sein Bundesverdienstkreuz. Hat doch soviel für Deutschl.. äh tschuldigung für die Unternehmen und sich erreicht. Na vermutlich ist unser SPD Mitglied wieder als Lobbymitarbeiter von russischen lupenreinen Demokraten unterwegs. Da passt eine Zigarre halt besser.

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  • mkathrin
  • Kommentar 1
  • 23.10.2011 13:16
 

Wenn ich das feiste Grinsen von Schröder sehe, wird mir übel. Dass dieser Mann sich nicht schämt überhaupt noch aus seinem Haus zu gehen wundert mich nicht, denn so sieht ein Mensch ohne Gewissen aus. Leiharbeit zu Mindestlöhnen Herr Schröder schadet dem Staat. Geringlöhne, geringe Einzahlung in Kranken- und Rentenkassen, Altersarmut. Tja wer denken kann ist klar im Vorteil, aber ihr Vorteil Herr Schröder lag in dem Füllen der eigenen Tasche. Und so etwas istnoch in einer Partei. Liebe SPD schämt Euch, falls ihr überhaupt ein Gewissen habt.

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