In Gelsenkirchen sind die Arbeitnehmer mit 23,6 Tagen jährlich am häufigsten krankgeschrieben, in Freiburg (Breisgau) mit 14,6 Tagen im Schnitt am wenigsten. Grund: die unterschiedlichen Anforderungen in Industrie- und Akademikerstädten.
Freiburg im Breisgau ist die gesündeste Stadt Deutschlands. Dort gab es im Jahr 2010 mit im Schnitt 14,6 Tagen die wenigsten Krankheitsfälle unter Arbeitnehmern. Das verkündet die Men's Health in ihrer aktuellen Ausgabe nach einer Auswertung von Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.
Auch in München und Dresden scheint das Arbeitsklima zu stimmen. In der bayrischen Landeshauptstadt sind die Angestellten durchschnittlich 15 Tage im Jahr krankgeschrieben, in der sächsischen Metropole sind es 15,4 Fehltage.
Am schlechtesten schneiden dagegen die Städte im Ruhrpott ab. Gelsenkirchen (23,6 Kranktage), Herne (23 Kranktage) und Bochum (22 Kranktage) liegen in der Krankschreibungsstatistik ganz vorn.
Den Grund hierfür sieht Soziologe Helmut Schröder von der Geschäftsführung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK in Berlin und Mitherausgeber des «Fehlzeiten-Reports 2011» im beruflichen Alltag: «Natürlich hängt Häufigkeit und Dauer der Krankheitstage der Arbeitnehmer von zahlreichen Faktoren ab. In Berufen mit hoher körperlicher Belastung und einem erhöhten Risiko für Arbeitsunfälle gibt es aber mehr Ausfallzeiten. Da sind Arbeiter stärker betroffen als Arbeitnehmer mit Bürojob».
Überraschend sei es deshalb nicht, dass es in klassischen Industriestädten wie Gelsenkirchen deutlich mehr Fehlzeiten gebe als in Akademiker-Städten wie zum Beispiel Freiburg.
brc/sca/som/news.de