Sa., 26.05.12

Kenia 12.09.2011 Pipeline fliegt in die Luft - mindestens 120 Tote

Pipeline-Explosion in Nairobi (Foto)
Eine Ölexplosion hat in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mindestens 60 Menschenleben gefordert. Viele erlitten schwere Verbrennungen.  Bild: dapd

Eine Ölexplosion hat in der kenianischen Hauptstadt Nairobi zahlreiche Menschenleben gefordert. Die genaue Zahl ist bislang nicht bekannt. Viele Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Warum es zu dem Unglück kam, muss noch geklärt werden.
 

Eine donnernde Explosion, eine Flammenhölle und schreiende Menschen: Der Sinai-Slum in Kenias Hauptstadt Nairobi, in dem Hunderttausende in bitterstem Elend leben, hat sich in wenigen Minuten in ein Flammeninferno verwandelt. Mindestens 120 Menschen kamen ums Leben, viele Körper verkohlten bis zur Unkenntlichkeit. Die Einwohner hatten keine Chance: Als der aus einer Pipeline ausgelaufene Treibstoff explodierte, fingen die größtenteils aus Holz und Pappe zusammengezimmerten Hütten sofort Feuer.

«Der Brand passierte, nachdem Treibstoff aus einem Pipeline-Rohr in den Slum gelaufen war und dort in Feuerbällen explodierte», beschrieb die kenianische Zeitung The Standard den Hergang des Unglücks. Nach Angaben eines Reporters des britischen Senders BBC hat wahrscheinlich ein brennendes Streichholz das Inferno ausgelöst.

Explosion in Kenia
Tod in der Feuersbrunst
Video: dapd

Zuvor waren viele Anwohner zu einem Abwasserkanal geeilt, durch den der ausgelaufene Treibstoff floss - in der Hoffnung, etwas von dem wertvollen Benzin abschöpfen und nach Hause bringen zu können. Furchtbare Szenen spielten sich in dem Feuer ab, das die ganze Siedlung in Schutt und Asche legte. «Schlimm zugerichtete Körper lagen überall herum», berichteten örtliche Medien. Aber auch in einem nahegelegenen Fluss kamen zahlreiche Menschen ums Leben, als sie auf der Flucht vor dem Feuer versuchten, ans andere Ufer zu schwimmen. Wieder andere fielen in ihren brennenden Hütten den Flammen zum Opfer.

Der Kampf gegen das Feuer

Kenias Ministerpräsident Raila Odinga hatte Tränen in den Augen, als er den Unglücksort besuchte. Der katastrophale Brand hätte verhindert werden können, meinte er: «Es ist einfach nicht fair, dass Menschen so sterben müssen.» Das Kenyatta National Hospital, in das weit über hundert Verletzte gebracht wurden, rief verzweifelt zu Blutspenden auf. Auch fehle es an Wasser und Betten, um die unter schweren Verbrennungen leidenden Patienten behandeln zu können, hieß es.

Für die Retter war es schwer, das von züngelnden Flammen und starker Rauchentwicklung eingekesselte Unglücksgebiet überhaupt zu erreichen. Immer noch versuchen sie, gegen das verheerende Feuer anzukämpfen. Die Feuerwehr wurde von Militär und Polizeieinheiten unterstützt.

Die afrikanischen Armenviertel, in denen Hunderttausende auf engstem Raum zusammenleben und in Unterkünften aus leicht brennbarem Material hausen, sind besonders anfällig für Feuersbrünste. Erst im Frühjahr war eine Slum-Siedlung in Nairobi von einem Feuer komplett verwüstet worden, nachdem eine Gasflasche explodiert war. 15.000 Menschen wurden obdachlos, zwei Kinder starben in den Flammen.

eia/sca/cvd/news.de/dpa
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige