Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Wie im Mafia-Film: In den USA können Leichen nun in Säure aufgelöst werden. Übrig bleiben Knochenreste und eine biologisch abbaubare Flüssigkeit, die im Klo runtergespült wird. Sieben Bundesstaaten haben das Verfahren erlaubt - und der Erfinder wirbt mit der Nachhaltigkeit.
Es mutet ein wenig an wie eine Geschichte aus einem zweitklassigen Mafia-Film. Eine Leiche wird in einen kühlen Raum gebracht, in Säure eingelegt. Die nach einigen Stunden verbleibenden Knochen werden entsorgt. Der Rest, eine bräunliche Mischung - hauptsächlich bestehend aus Aminosäuren - kann ganz umweltverträglich entsorgt werden. Durchs Klo beispielsweise, spülen - keine Spur mehr von irgendeiner Leiche.
In den USA hat nun ein Unternehmen sein erstes Gerät an ein Bestattungsunternehmen verkauft. Ideal für umweltbewusste Menschen, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. Es werde weniger Energie als bei einer Einäscherung benötigt, es gebe keine Partikel, die in die Atmosphäre gelangen. Nachhaltig bis in den Tod.
Knochen in die Urne, Flüssigkeit ins Klo
Das Gerät darf bisher aber nur in sieben US-Bundesstaaten benutzt werden. Die restlichen Staaten weigern sich, die Auflösung eines Körpers in Säure zu genehmigen.
Dabei ist ein eher ungezwungenes Verhältnis zu den Verstorbenen in den USA gar nicht so ungewöhnlich. Anfang des Jahres eröffnete in Kalifornien eine Drive-in-Leichenhalle. Hinterbliebene können mit ihrem klimatisierten Auto direkt an dem Sarg mit dem oder der Toten vorbeifahren und so die letzte Ehre erweisen.
Einen richtigen Abschied von den Toten gibt es aber auch, wenn die Leiche in Säure aufgelöst wird. Es werden einige Worte gesprochen, vielleicht ein Lied gesungen. Dann wird der Leichnam in das Gerät gelegt und aufgelöst. Nur wenige Knochen bleiben übrig. Die dürfen dann in einer Urne mit nach Hause genommen werden. Die Flüssigkeit wird weggekippt und «dem natürlichen Wasserkreislauf hinzugefügt».
jag/news.de
Ganz schön makaber ... in Deutschland würde sich der Verband der Bestatter ganz schön gegen eine solche Möglichkeit wehren, denn dann müßten die wahrscheinlich mit erheblichen Einbußen rechnen und könnten nicht mehr soviel verdienen und auch die Gemeinden könnten irgendwann ihre Friedhöfe schließen und hätten dann noch weniger Einnahmen.
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