Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann
Lächeln kommt gut an. Das ist evolutionspsychologisch unumstritten. Aber auch dann, wenn das Lächeln falsch ist? News.de erklärt, wer wann warum lächelt und mit welcher Technik Sie sich auch mit einem unehrlichen Grinsen etwas Gutes tun.
Wir unterscheiden zwei Arten von Lächeln: das echte und das gespielte Lächeln. Das echte oder Duchenne-Lächeln umfasst zwei Muskelgruppen um Mund und Augen und lässt sich nicht simulieren. Benannt ist es nach dem französischen Psychologen Guillaume-Benjamin Duchenne. Er entdeckte bei seinen Studien im 19. Jahrhundert, dass beim ehrlichen Lächeln nicht nur die Mundwinkel nach oben gezogen werden, sondern auch in den Augenwinkeln kleine Fältchen zu sehen sind. Beim zweiten, eher unechten Lächeln ist dagegen nur die Muskelgruppe um den Mund herum angespannt, die Augenpartie bleibt entspannt.
Devotes Lächeln
Das gespielte Lächeln ist evolutionär betrachtet eine Unterwürfigkeitsgeste. Es zeigt dem Stärkeren, dass er keinen Widerstand zu befürchten hat. Während die untergeordnete Person quasi lächeln muss um Friedlichkeit zu signalisieren, hat die dominante Person die Lizenz zu lächeln, wann sie möchte. Diskutiert der Chef mit seinen Mitarbeitern, ist die Wahrscheinlichkeit größer, bei ihm ein echtes Lächeln mit Augen und Mund beobachten zu können als bei den Angestellten. Diese werden eher das unechte Dauergrinsen zeigen.
Dominantes Lächeln
Wenn Sie Meetings auf verschiedenen Hierarchieebenen im Unternehmen beobachten, werden Sie feststellen, dass in der Vorstandsetage am wenigsten gelächelt wird. Während Männer in hohen Positionen deutlich seltener lächeln als ihre Geschlechtsgenossen in niedrigeren Positionen, gibt es bei Frauen keine signifikanten Veränderungen beim Aufsteigen auf der Karriereleiter.
Geschlechterunterschied
Das Geschlecht des Chefs spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: Männer lächeln deutlich weniger als Frauen. Dieser Unterschied zeigt sich schon bei zwei Monate alten Babys.
Frauen, die nicht lächeln, gelten übrigens als unglücklich. Männer, die nicht lächeln, gelten als dominant. Das Interessante: Lächeln wirkt immer positiv, ob es echt ist oder gespielt. Entscheidend ist das Lächeln an sich.
Falsches Lächeln tröstet
Macht man sich damit nicht selbst etwas vor? Und wenn schon: Lächeln macht schließlich glücklich - und das unabhängig davon, ob es einen Grund dafür gibt oder nicht. Das konnte der französische Psychologe Robert Soussignan in einer Studie im Jahr 2002 nachweisen. 96 Probanden sollten einen Stift auf vier verschiedene Arten zwischen ihre Zähne nehmen - manche so halten, dass sie gewissermaßen unfreiwillig lächelten. Danach sollten sie verschiedene Videos bewerten. Wer zuvor grundlos gelächelt hatte, bewertete die Videos daraufhin weitaus positiver. Das gestellte Lächeln hatte ihre Laune gehoben.
Und selbst ein falsches Lächeln tröstet über Niederlagen hinweg. Das entdeckte Matthew Ansfield von der Lawrence Universität Wisconsin. In einer Studie 2007 filmte er 160 Testpersonen, während diese Videos mit verstörendem Inhalt sahen. Je widerwärtiger der Film, desto gestresster fühlten sich die Probanden und lächelten umso mehr, um ihre Gefühle zu verbergen. Diese Taktik hatte Erfolg: Je mehr sie während des Films gelächelt hatten, desto weniger gestresst fühlten sie sich danach.
Dauerlächeln macht krank
Trotzdem ist das gespielte Lächeln nur in Maßen gesund. Wer im Job ständig lächeln muss, ist auf Dauer nicht zu beneiden und psychisch gefährdet. Dieter Zapf von der Universität Frankfurt untersuchte für seine Studie im Jahr 2005 etwa 4000 Personen. In Fragebögen und Experimenten fand er heraus: Dauerlächler sind besonders Burnout-gefährdet und anfällig für Depressionen. Besonders betroffen sind Stewardessen, Verkäufer und Call-Center-Mitarbeiter.
Psychologen nennen deren vom Arbeitgeber erwünschte, gefakte Gefühlsausdrücke «Surface Acting». Das bedeutet, dass wir ein bestimmtes Gefühl - in diesem Fall Fröhlichkeit - nicht wirklich empfinden, aber die Emotion mit einem Lächeln vorgaukeln. Gesünder ist es, sich mit dem so genannten «Deep Acting» durch den Tag zu helfen. Dabei versucht man negative Gedanken durch positive zu ersetzen - bis das Lächeln eine gewisse emotionale Grundlage hat.
Also: Lächeln ist gut, aber positiv denken und lächeln ist besser.
Lesetipp: Psychologie - Vorsprung im Job, Hans-Michael Klein und Albrecht Kresse, Cornelsen Verlag Scriptor, 200 Seiten, 16,95 Euro.
ham/som/news.de
Die vorgegebenen Ziele und Werte in unserer Gesellschaft führen dazu, das alle möglichen Tricks angewandt werden um sich durchzusetzen um damit zu überleben. Was dazu führt, das man niemandem mehr trauen kann. Die jüngsten Auswüchse sehen wir im Internet, wo Spams & Scams alle Plätze überwuchern und wertvolle Möglichkeiten zerstören. Das alles fängt mit einem falschen Lächeln an und der größte Schwindler, der die Kunst des Verstellens am besten beherrscht, hat den größten Erfolg und kommt an die Spitze der Machthirarchie - bewundert von der Masse, die diese Scharlatane dann im kleinen kopiert!
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