Grauenvolle Entdeckung in einer Wohnung in Berlin-Köpenick: Sechs Tote wurden gefunden. Es handelt sich laut Polizei um zwei Erwachsene - eine Frau und einen Mann - sowie vier Kinder. Ob ein Gewaltverbrechen vorliegt, ist unklar.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gibt es keine offensichtlichen Hinweise wie etwa Blutspuren, die zum Beispiel von Schüssen herrühren könnten. Einen Gasunfall schloss die Polizei aber aus. Am Abend untersuchten Kriminalisten der Spurensicherung die Vierzimmerwohnung in der Puchanstraße in der Köpenicker Altstadt. «Wir haben noch keinerlei Anhaltspunkte, was die Hintergründe sind», sagte ein Polizeisprecher. Ein Abschiedsbrief wurde bislang nicht gefunden.
Ein Angehöriger der Mutter hatten gegen Mittag die Polizei alarmiert, weil er sich Sorgen um die Familie machte. «Um 14.15 Uhr hat uns die Polizei informiert», sagte ein Feuerwehrsprecher. Daraufhin seien Feuerwehrleute zu der Wohnung gefahren und hätten sie geöffnet, weil die Polizisten kein geeignetes Werkzeug hatten. Die Einsatzkräfte entdeckten schließlich die Leichen. Die Frau ist nach Polizeiangaben 27 Jahre alt, ihre Kinder ein, vier, fünf und sechs. Der Vater der Kinder wurde benachrichtigt. Bei dem toten Mann handelt es sich nach Polizeiangaben um den Lebensgefährten der Mutter.
Wie der Polizeisprecher sagte, gibt es keine sichtbaren Hinweise auf Gewalteinwirkung. Dennoch schließen die Ermittler ein Familiendrama nicht aus. Denkbar sei aber auch ein Unglück - die Mordkommission ermittelt. Am Abend sollten die Leichen aus der Wohnung gebracht werden. Obduktionen sollen in den nächsten Tagen Klarheit über die Todesursache bringen.
Die Toten wurden in einer Wohnung unweit der S-Bahn-Station Köpenick gefunden, im Südosten der Stadt. Das Mehrfamilienhaus ist viergeschossig, es handelt sich um eine bürgerliche Gegend. Die Straße zum Haus wurde von Polizisten abgesperrt.
In Berlin weckt das Unglück Erinnerungen an ein Familiendrama mit vier Toten vor knapp fünf Jahren im Stadtteil Marzahn. Bei der Familientragödie starben die 53 Jahre alte Mutter, ihr Lebensgefährte und ihre beiden behinderten, erwachsenen Kinder. Der Mann hatte die Frau und die Kinder und dann sich selbst vergiftet.
jag/sca/kra/news.de/dpa