Während die Behörden in Norwegen weiterhin nach noch vermissten Personen suchen, wird das Profil des Täters immer schärfer. Bei seinem Attentat auf der Insel Utøya verwendete er offenbar Projektile, die im Körper der Opfer explodieren.
Zu den ersten Opfern auf der Insel Utøya gehört auch ein Polizist außer Dienst. Das teilte die norwegische Polizeigewerkschaft mit. Der Mann war in dem Sommercamp, in dem mehr als 65 Menschen starben, als private Sicherheitskraft tätig.
Weitere Opfer des Attentats auf der Insel werden im Ringriket-Krankenhaus in Oslo behandeln. Wie die Mediziner erklärten, hätten bislang keine vollständigen Geschosse aus den Körpern der Patienten entfernt werden können.
Die Chirurgen gehen deshalb davon aus, dass der Attentäter sogenannte Dum-Dum-Geschosse verwendet hat. Bei diesen handelt es sich um spezielle Projektile, die im Körper des Getroffenen zerfallen und besonders schwere innere Verletzungen anrichten.
«Diese Projektile sind mehr oder weniger im Innern des Körpers explodiert», sagte Colin Poole, Chefarzt der Chirurgie am Ringriket-Krankenhaus. «Diese Projektile fügten inneren Schaden zu, der absolut entsetzlich ist», sagte der Arzt.
Wie die Polizei erklärte, habe der Täter bei seiner Festnahme «noch über großen Mengen Munition» verfügt. Mit ihrem «schnellen und kompetenten Eingreifen» habe die Polizei einen noch weit schlimmeren Ausgang des Massakers verhindert, sagte Polizeisprecher Johan Fredriksen. Zwischen der ersten Alarmmeldung bei der Polizei am Freitag und der Ergreifung des Täters um 18.27 Uhr sei eine Stunde vergangen.
Am Montag will Norwegen in einer Schweigeminute der fast einhundert Toten der beiden Anschläge vom Freitag gedenken. Diese ist für 12 Uhr geplant. Wenig später soll der geständige Attentäter einem Haftrichter vorgeführt werden.
Weitere Informationen zu den beiden Bluttaten in Norwegen lesen Sie im news.de-Dossier.