Mehr als 70 Tote haben die beiden Anschläge in Norwegen bislang gefordert. Die norwegische Polizei nennt derweil Details zu dem Szenario auf der Ferieninsel. Wie Außenminister Guido Westerwelle erklärte, sind unter den Toten in Norwegen keine Deutschen.
«Ich habe bisher keine Erkenntnisse darüber, dass deutsche Staatsbürger unter den Opfern sind», sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Nachmittag in Berlin. Zugleich bekundete er den Opfern und ihren Angehörigen sein tiefes Mitgefühl.
Noch immer ist unklar, warum der mutmaßliche Täter in Norwegens Regierungsviertel einen Sprengsatz detonieren ließ und auf Jugendliche in einem Freizeitcamp schoß. Wie inzwischen bekannt wurde, hat er dazu auch in einem Polizeiverhör keine Angaben gemacht. Er habe lediglich einen Teil der Vorgänge bestätigt, sagte ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz.
Dort hieß es auch, der mutmaßliche Attentäter habe sich auf der Ferieninsel Utøya freiwillig gestellt. Bei ihm seien eine Handwaffe und eine automatische Waffe gefunden worden. Die Verhöre mit dem Mann seien «schwierig». Am Montag soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.
Zuvor hatte der norwegische Fernsehsender NRK gemeldet, der Mann sei von Antiterrorspezialisten aus der Luft angegriffen und dabei mit Tränengas betäubt worden. Die Spezialeinheit soll am Freitag sofort nach den ersten Meldungen über Schüsse per Hubschrauber zu der 40 Kilometer entfernten Insel Utøya geflogen sein. Die Polizei wollte nichts über die Umstände der Festnahme des als rechtsradikal eingestuften Norwegers mitteilen. Er wurde festgenommen und nach Oslo gebracht.
Im Sender NRK wurden Videobilder mit dem als Polizisten verkleideten 32-Jährigen gezeigt, wie er vor der Festnahme eine Pistole auf einen am Boden liegenden Jugendlichen richtet. Daneben liegen direkt am Wasser mehrere Verletzte oder Tote.
Die Bluttat auf der Ferieninsel Utøya dauert laut Polizei etwa anderthalb Stunden. Außerdem wurde bekannt, dass es für die norwegischen Beamten Schwierigkeiten «bei der Beschaffung eines Bootes» gegeben habe. Die genaueren Umstände müssten untersucht werden. Ob der Mann allein gehandelt hat oder es einen weiteren Helfer gab, sei weiterhin unsicher.
Im Osloer Regierungsviertel sucht die Polizei noch immer nach Opfern der Explosion. Möglicherweise könnten die Überreste weitere Menschen unter den Trümmern liegen. Die Namen der sieben Toten, die dort bislang gefunden wurde, wollen die Ermittler noch nicht bekanntgeben. Die Bombe, die am Freitag explodiert war, habe aus Dünger und Diesel bestanden, heißt es aus Polizeikreisen.
Nach den blutigen Anschlägen will die europäische Polizeibehörde Europol die nordeuropäischen Staaten mit mehr als 50 Experten im Kampf gegen den Terror unterstützen. Die geplante Eingreiftruppe solle in den kommenden Wochen bei den Ermittlungen helfen, sagte Sprecher Soeren Pedersen der Nachrichtenagentur AP. Sie wird demnach in Den Haag ansässig sein. Norwegen habe bislang nicht um Unterstützung gebeten, Europol könne bei Bedarf aber Hilfe anbieten, sagte Petersen.
Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg sieht keine erhöhte Terror-Bedrohung mehr im Land. Die Polizei habe nicht zu weiter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen geraten, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender NRK.
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Nachdem, was man aus den Aussagen von Betroffenen heraus hören kann, wurden viele Meldungen (Text und Gespräche, sofort nach Beginn des Massakers abgesetzt. Wo waren die Hubschrauber/Boote? Ich denke die Behörden sind einige Antworten schuldig.
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