Da fühlten sie sich ungerecht behandelt: 3000 Arbeiter eines chinesischen Unternehmens beschwerten sich beim US-Sender CNN. Ein Reporter hatte die heimische Delikatesse «verfaulte Eier» als «vom Teufel selbst zubereitet» bezeichnet.
Zwischen Nationen gibt es immer mal wieder Querelen. Manchmal sind die Gründe gewichtig, manchmal sind sie eher, sagen wir: banal. Zwischen China und den USA, die eine ohnehin schwierige Beziehung pflegen, kam es nun zu einem Streit, weil ein US-Reporter des Senders CNN eine heimische Delikatesse «als vom Teufel selbst zubereitet» bezeichnet hat. Ein Kompliment war das nicht.
Der österreiche Standard berichtet, daraufhin hätten 3000 Mitarbeiter eines chinesischen Betriebes, das eben diese Delikatesse herstellt, einen Beschwerdebrief geschrieben. Ihr Produkt - fermentierte Eier - sei eine wahre Köstlichkeit, schrieben sie.
CNN hatte die Eier auf Platz eins einer Liste gesetzt, die fragwürdige Genüsse der Welt sammelt. Die Eier werden mehrere Monate in einen Brei aus Holzkohle, gebranntem Kalk, Salz und Wasser eingelegt. Dabei verwandelt sich das Eiklar in eine geleeartige Masse, die bernsteinfarben schimmert, das Eigelb wird zu einem grünen Quark. Der Sender ordnete die Eier geschmacklich noch schlimmer ein als frittierte Spinnen oder südkoreanisches Hundefleisch.
Der Journalist muss noch einmal ins verfaulte Ei beißen
Die 3000 Chinesen forderten eine reuevolle Entschuldigung von den Amerikanern, die selbst auch nicht unbedingt für ihre feine Küche bekannt sind. Sie warfen ein, der Reporter habe die Eier wahrscheinlich ohne die nötige Soße aus gewürfelten Frühlingszwiebeln, Sesamöl und Sojasauce gegessen. Würden Sender und Reporter die Beleidigung der Eier nicht zurücknehmen, würde es Klagen regnen, drohten sie.
Der Journalist muss nun wohl noch einmal in das vergammelte Ei beißen. Er entschuldigte sich diplomatisch - und wie gewollt reuevoll - bei den Arbeitern und dem ganzen Land. Er würde, so schrieb er in einem offenen Brief, demnächst noch einmal die Eier essen. Diesmal mit Soße.
In unserer Bilderstrecke sehen Sie noch weitere ungewöhnliche Delikatessen aus aller Welt.
beu/jag/news.de