Heute fällt das Urteil im Bodenfelde-Prozess: Der mutmaßliche Mörder Jan O. soll ein 14-jähriges Mädchen und einen 13-jährigen Jungen getötet haben. Die weiteren Nachrichten des Tages im Überblick.
Ein halbes Jahr nach dem Mord an zwei Jugendlichen im niedersächsischen Bodenfelde will das Landgericht Göttingen heute ein Urteil sprechen. Der Vorsitzende Richter wird vermutlich entscheiden, dass der 26-jährige Jan O. in die Psychiatrie eingewiesen wird. O. hatte zugegeben, die 14-jährige Nina und den 13 Jahre alten Tobias im November 2010 auf grausame Art ermordet zu haben. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung hatten gefordert, dass der Angeklagte erst wieder frei kommt, wenn Gutachter feststellen, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht.
Die CDU berät heute über ein neues schulpolitisches Konzept, nach dem es statt des dreigliedrigen Systems künftig nur ein Zwei-Wege-Modell mit Gymnasium und Oberschule geben soll. Das Konzept soll in einen Leitantrag für den CDU-Bundesparteitag im November fließen. Die Pläne zur Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen stoßen bei der Schwesterpartei CSU und bei der Nachwuchsorganisation Junge Union auf heftige Ablehnung. Der Deutsche Lehrerverband warf der CDU vor, ihre - so wörtlich - «Sozialdemokratisierung und Vergrünung» schreite nun auch bei der Schulpolitik voran.
Der Bundesrechnungshof hat massive Kritik an der Finanzierung des Schienennetzes geäußert. Das Verkehrsministerium sei nicht in der Lage zu überprüfen, ob die Bahn jedes Jahr die Mittel für den Erhalt des Netzes sinnvoll investiere und damit die Qualität des Schienennetzes steige, heißt es in einem Prüfbericht, der dem Handelsblatt vorliegt. Bei der Berechnung des Durchschnittsalters der Gleise und Weichen etwa fehlten 7.300 Kilometer Gleise und mehr als 31.000 Weichen und Kreuzungen. Teils habe die Deutsche Bahn Zustandsnoten für Bahnanlagen vergeben, die vor Ort nicht vorzufinden waren.
Der Schauspieler John Malkovich wird heute mit dem CineMerit Award des Filmfests München ausgezeichnet. Der Hollywood-Star erhält den Ehrenpreis für seine Verdienste um die Filmkunst. Festival-Leiter Andreas Ströhl sagte, Malkovich sei «eine Klasse für sich». Seine unberechenbare Präsenz mache jeden Film sehenswert. Die Laudatio hält die Schauspielerin Veronica Ferres, die bereits mit Malkovich vor der Kamera stand.
Mit einem Trauergottesdienst soll heute in der Magdalenenkirche im thüringischen Zella-Mehlis der getöteten Mary-Jane gedacht werden. Für die Siebenjährige wird eine Fürbittenandacht abgehalten. Für morgen ist eine Sondersitzung des Stadtrats geplant, um an den gewaltsamen Tod der Siebenjährigen zu erinnern. Das Mädchen war am Freitag auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Spaziergänger entdeckten die bekleidete Leiche des Kindes am Samstag an einem Bach in einem Wald unterhalb des Ruppbergest. Laut Obduktion wurde die Schülerin Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Polizei fahndet nach dem Täter.
cvd/news.de/dapd