Sa., 26.05.12

Unesco 25.06.2011 Diese Buchenwälder sind Weltnaturerbe

Die Unesco erklärt fünf deutsche Buchenwälder zum Weltnaturerbe. Insgesamt umfassen die weitläufigen und naturbelassenen Gebiete 4.400 Hektar. News.de stellt die Titelträger kurz vor.

Der Wald der Welt

Fünf deutsche Buchenwälder sind von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden. Das teilte der Pressesprecher des deutschen Unesco-Komitees, Dieter Offenhäußer, am Samstag mit. Ausgezeichnet mit dem Titel wurden weiträumige Waldgebiete im Nationalpark Jasmund auf Rügen und im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern, im Brandenburger Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Nationalpark Hainich in Thüringen sowie im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee. Zusammen umfassen die alten, naturbelassenen Wälder rund 4400 Hektar.

Nationalpark Hainich. Der 7500 Hektar große Nationalpark Hainich im Westen Thüringens wurde Ende 1997 gegründet und ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet in Deutschland. Das geschützte Buchenwald-Gebiet ist Heimat seltener Tiere und Pflanzen wie Wildkatze und Orchideen. Rund 2100 Hektar sind Totalreservat, in dem keine Forstwirtschaft erlaubt ist. Das Gebiet war jahrzehntelang Truppenübungsplatz. Das ist ein Grund, warum sich so viele gefährte Arten erhalten konnten. Der Hainich, der insgesamt 15.000 Hektar umfasst, gilt als einer der größten zusammenhängenden Buchenwälder Europas.

Welterbe-Nationalpark Jasmund. Der Maler Caspar-David Friedrich hat die Landschaft des späteren Nationalparks Jasmund auf der Insel Rügen mit seinen Werken weltberühmt gemacht: Weiße, steil abfallende Kreidefelsen an der Ostseeküste und dichte Buchenwälder prägen das Gebiet im Nordosten der Insel. Mit einer Größe von rund 3000 Hektar ist der Nationalpark Jasmund der kleinste in Deutschland. Rund 2100 Hektar sind Waldfläche, von denen wiederum rund 80 Prozent Buchenwälder sind.

Müritz-Nationalpark. Die Buchenwälder von Serrahn (Mecklenburg-Vorpommern) sind Teil des größten deutschen Nationalparks im Binnenland - des Müritz-Nationalparks an der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit 6200 Hektar nimmt das «wilde Teilgebiet» Serrahn etwa ein Fünftel des Großschutzgebietes ein. Weltnaturerbe-würdig sind die uralten Buchenwälder auf 244 Hektar Fläche. Die ältesten Buchen sind zwischen 200 und 300 Jahren alt, auch viele abgebrochene und umgestürzte Bäume prägen die hügelige, von Teichen durchzogene Landschaft.

Buchenwald Grumsin. Der Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg) hat seit mehreren hundert Jahren nahezu flächendeckend als Laubwald überdauert. Nach 1945 wurde das Areal zum Staatsjagdgebiet der DDR. Weil der Wald nicht betreten werden durfte, konnten sich seltene Tierarten entfalten. Seit 1990 ist der Grumsin ein bedeutender Teil der Kernzone des Reservats. Dort befinden sich auch zahlreiche Moore und Kleingewässer. In dem Wald gibt es zudem einen hohen Anteil an Altholz. Das jetzt als Unesco-Weltnaturerbe nominierte Gebiet ist insgesamt 670 Hektar groß.

Nationalpark Kellerwald-Edersee. Uralte, knorrige Buchen sind das Markenzeichen des Kellerwaldes in Nordhessen. Das Gebiet Kellerwald-Edersee mit den Urwaldresten der Buchenwälder wurde am 1. Januar 2004 zum Nationalpark. Auf einer Fläche von knapp 6000 Hektar - etwas größer als der Starnberger See - schützt er südlich des Edersees einen der großen Rotbuchenwald-Bestände Mitteleuropas. Nach Angaben des Nationalparkamtes sind 90 Prozent des noch jungen Nationalparks nutzungsfreier Raum.

cvd/news.de/dpa/dapd
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