Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Die Bequemlichkeit treibt den Verbraucher zum Online-Shopping - ausgeliefert all den fiesen Tricks digitaler Nepper. Nun endlich hat die EU es geschafft, dem einen Riegel vorzuschieben. Feiern sollte sich EU-Kommissarin Vivian Reding dafür aber lieber nicht.
Wieder einmal hat es lange gedauert, bis sich die Mitgliedsländer der EU auf einen neuen Verbraucherschutz einigten. Seit 2008 wird immerhin über die Fallen debattiert, in die viele Kunden bei Online-Shops schon tappten.
Nun endlich soll niemand mehr auf defekten oder falschen Lieferungen sitzen bleiben, der per Internet etwa in Schweden oder Spanien eingekauft hat. Eine echte Errungenschaft ist die Tatsache, dass versteckte Zusatzkosten der Vergangenheit angehören, auf denen Onlineshopper sitzen blieben, weil sei ein vom Anbieter schon frech vorab gesetztes Zustimmungshäkchen übersehen hatten.
All das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber erst ab 2013 darauf zu pochen, dass die Betreiber von Online-Shops die Forderungen einhalten? Vielen Verbrauchern, besonders jenen, die sich schon in den Abzockerfallen wiederfanden, muss dieses Ziel wie Hohn vorkommen. Doch Gesetzesmühlen mahlen nun einmal langsam - besonders bei der EU.
Das hat ein Geschmäckle, wie der Schwabe so schön zu sagen weiß. Den Betreibern von Online-Shops gibt das mehr als genügend Zeit, sich neue Tricks einfallen zu lassen, mit denen der Verbraucher über den virtuellen Ladentisch gezogen werden kann. Anders als die EU macht das Internet nämlich weder Kaffee- noch Sommerpause.
Ganz abgesehen davon kennt das Internet keine EU-Grenzen. Wer es darauf anlegt, umgeht die Regularien einfach damit, aus Ländern außerhalb der europäischen Gemeinschaft zu operieren. Und dann gibt es auch noch die Hacker, die mit solchen Buttons, wie sie für die Kaufbestätigung nun von der EU gefordert werden, Schindluder treiben.
Der Schritt in Sachen Verbraucherschutz mag richtig und gut sein. Aber erstens kommt er - wie so oft - viel zu spät. Und zweitens bleiben wieder einmal zu viele Hintertürchen offen.
mik/rzf/news.de