Sa., 26.05.12

WWF-Doku 23.06.2011 Zu viel versprochen, WWF

Ayke Süthoff (Foto)
Ayke Süthoff über die Vorwürfe gegen den WWF. Bild: news.de

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff

Der ARD-Film Der Pakt mit dem Panda erhebt massive Vorwürfe gegen den WWF. Jetzt muss dieser hart gegenrudern, um einen Imageschaden zu verhindern. Dabei sind die Vorwürfe aus dem Film gar nicht das eigentliche Glaubwürdigkeitsproblem des WWF, sondern seine Werbung.

Der WWF hat eine der besten Werbeabteilungen der Welt. Traurige Pandas blinzeln den möglichen Spender aus großen Augen an, Tigerbabys tollen durch die letzten gesunden Wälder Indiens, Orang-Utans sitzen verzweifelt im letzten Baum des gerodeten Regenwalds auf Borneo. Fünf Euro, das ist doch nicht viel, denkt der Normalbürger da und spendet. Ach, weil die Tiger so niedlich sind, werden es schnell auch mal zehn, 50 oder auch 500 Euro. Für Tiere spenden wir gern.

Deshalb ist der Film Der Pakt mit dem Panda für den WWF ein Riesenproblem, selbst wenn die Vorwürfe nicht haltbar sein sollten. Der größte Umweltschutzverband der Welt ist auf seine Spendengelder angewiesen, 500 Millionen Euro nimmt er pro Jahr ein. Nun wird dem Verband vorgeworfen, an der Rodung des Regenwalds in Borneo beteiligt zu sein. Sollten die Spender sich von diesen massiven Angriffen des Filmemachers Huismann, verunsichern lassen, wird der Umsatz einbrechen.

«Wer spendet, kann sein Gewissen erleichtern», heißt es in der Dokumentation von Wilfried Huismann. Zumindest will der WWF diesen Eindruck vermitteln, wenn er Bilder von glücklichen Orang-Utans und Tigern in teuren Werbevideos publiziert und  über die Tiere schreibt: «Deine 5 Euro helfen, damit sie leben können.»

Doch angesichts der Vorwürfe des Filmemachers Wilfried Huismann muss man nun fragen: Rettet der WWF wirklich das Leben von bedrohten Tieren? Oder ist alles nur schöner Schein, hinter dem sich Agra-Konzerne, Gentechniker und Automobilbauer verstecken können?

Tatsächlich hagelt es aber schon seit Längerem Kritik auch von anderen Umweltschutz-Organisationen. Greenpeace zum Beispiel kritisierte massiv den Anbau von Palmöl in Indonesien und organisierte Protestaktionen, der WWF diskutiert derweil mit den Plantagen-Betreibern am runden Tisch. Welcher Weg der bessere ist, ist kaum zu entscheiden. Der WWF arbeitet gerne mit Industrie und Wirtschaft zusammen, dazu steht er auch - er möchte, wie Pressesprecher Plaep es formulierte, mit den «Problemverursachern zusammen nach Lösungen suchen».

ARD-Doku
«Der Pakt mit dem Panda» - Teil 1
Video: Youtube

Diese Politik kann man dem WWF nicht vorwerfen. Er geht offen mit seinem pragmatischen Ansatz um. Wem die Zusammenarbeit mit Konzernen nicht passt, der muss ja nicht spenden.

Viel problematischer ist allerdings die irreführende Werbung. Denn mit 5 Euro rettet kein Spender die Orang-Utans. Auch nicht mit 500 Euro. Denn die Probleme der falschen Agrarpolitik, der Überbevölkerung und der Klima-Erwärmung sind so riesig, dass selbst die größte Naturschutz-Organisation der Welt dagegen keine Chance hat. Das sollte der WWF offen kommunizieren, statt uns Spendern die schnelle Rettung der Welt vorzugaukeln.

Statt solche Versprechungen zu machen, sollte der WWF ehrlich sein. Dann dürfte die Botschaft nicht lauten «Der WWF rettet die Welt», sondern «Der WWF versucht sein Möglichstes, um die Welt zu retten». Spenden würden wir auch für den Versuch.

ARD-Doku
«Der Pakt mit dem Panda» - Teil 2
Video: Youtube

/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Lara Herbst
  • Kommentar 2
  • 25.06.2011 17:04
 

Überbevölkerung!? UPPS Ist da dem lieben Volontär Ayke Süthoff ein Wort aus dem Repertoir von Julian Huxley, Gründer der Eugenik-Gesellschaft... und des WWF, entfleucht!? Der WWF wurde als eine Art exclusiver Country-Club gegründet, siehe geheimer Club der 1001, weil der Großadel in Zeiten der Entkolonialisierung um seine Jagdgebiete fürchtete – das Motto des WWFs ist noch heute das des Kolonialismus: „Natur ist Abwesenheit des Menschen – jedenfalls des Einheimischen„. Tanzt der Panda für Monsanto? Ja, "Monsanto und der WWF sind Arme ein und desselben Körpers"

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  • Hans Lak
  • Kommentar 1
  • 24.06.2011 15:50
 

Die Spenden werden vielleicht einbrechen aber die Taschen von MONSANTO & CO sind TIEF! Sehr tief! GREENWASHING IST GOOD BUSINESS! Heuer waren es 500 Millionen wetten das es mehr wird...Die Industrie hat Milliarden für den WWF! Mich kotzt der WWF an! Ein Jagdverein vom Anfang an es geht nur um GELD nichts anderes zählt! TIERE NICHT MENSHEN NICHT und die UMWELT NICHT! Die Wahrheit muss raus! Dazu zwei Links zu Facebook Seiten http://www.facebook.com/WickedWildllifeFund http://on.fb.me/wickedwildlifefoundationgroup

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