Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Fragwürdiger Naturschutz: Die Dokumentation Der Pakt mit dem Panda setzt den WWF, den größten Umweltschutzverband der Welt, unter Druck. So soll er mit Gentechnikkonzernen gemeinsame Sache gemacht haben. Nun wehrt sich der Verband.
Spät am Abend strahlte das Erste die Dokumentation Der Pakt mit dem Panda aus, trotzdem schlug der Film sofort hohe Wellen: Der World Wide Fund For Nature (WWF) richtete unter @wwf_antwortet eigens einen Twitter-Account ein, um auf die Vorwürfe zu reagieren, die während und nach der Sendung zu Hunderten vonseiten der Twitter-Nutzer Richtung WWF hagelten. Grund dafür waren die massiven Anschuldigungen, die der Film gegen die Naturschutzorganisation formulierte. Unter anderem hieß es, der WWF würde den Anbau von genmanipulierten Sojapflanzen in Südamerika unterstützen.
Der WWF gab sich angesichts der Vorwürfe überrascht. «Wir haben kein Problem mit Kritik, wenn sie sachlich und faktisch korrekt ist. Aber der Film ist ungenau und fehlerhaft und polemisch, wie wir ganz klar beweisen können», sagte WWF-Pressesprecher Christian Plaep im Gespräch mit news.de.
Der Bremer Dokumentarfilmer und dreifache Grimme-Preisträger Wilfried Huismann warf dem WWF unter anderem vor, Tigerschutzgebiete in Indien für Ökotourimus zu missbrauchen. In Jeeps würden reiche Menschen aus der westlichen Welt durch die Reviere der Tiger gefahren, nur um einen Blick auf die bedrohte Raubkatze werfen zu können. Dass die Tiger auf diese Art bei der Jagd gestört werden, interessiere den WWF nicht. Der Ökotourismus bringe viel Geld in die Kassen der Umweltschutz-Organisation.
Doch wohin geht das eingenommene Geld? Huismann behauptet, es komme zwar den Staaten, in denen es Tigerschutzgebiete gibt, und dessen Bewohnern zugute, nicht aber den Tigern selbst. dem widerspricht der Umweltschutz-Verband in einer Stellungnahme rigoros: «Öko-Tourismus bewahrt den Lebensraum des Tigers. Die Einnahmen aus dem Öko-Tourismus in Indien sind eine wichtige alternative Einkommensquelle für die regionale Bevölkerung.» Die Störung der Tiger durch Jeeps und Öko-Tourismus sei «marginal». Die Meinungen des WWF und seiner Kritiker könnten kaum gegensätzlicher sein.
«Grüne Plantagen» statt Regenwald?
Ähnlich sieht es in Indonesien aus. Statt wie in großen Werbekampagnen versprochen, Orang-Utans zu schützen, unterstütze der WWF Huismann zufolge dort den Anbau von Palmöl-Plantagen. Aus dem Öl soll Biosprit gewonnen werden, eine grüne Alternative zu fossilen Brennstoffen. Dass dafür Regenwald gerodet wird, wird nach Ansicht des Filmemachers vom WWF in Kauf genommen. Die Plantagen seien zwar «von wirtschaftlichem Nutzen, aber biologisch tot». Trotzdem habe der WWF laut Huismann einen Kooperationsvertrag mit dem Betreiber Wilmar geschlossen, einem multinationalem Palmöl-Konzern mit Sitz in Singapur.
Der WWF distanzierte sich gegenüber news.de von diesen Vorwürfen. «Man muss ganz deutlich sagen, dass wir ganz am Anfang eines Prozesses stehen. Wir arbeiten auf das Ziel hin, im großen Maße nachhaltig anzubauen», sagt Christian Plaep. In diesem Prozess wolle man die Plantagen-Betreiber von Anfang an einbinden, um überhaupt wirkunsgsvoll arbeiten zu können.
Noch größer sind Huismanns Anschuldigungen in Bezug auf den Anbau von genmanipulierten Sojapflanzen in Südamerika. Dort würde der WWF mit Monsanto zusammenarbeiten, einem der größten Agrar-Unternehmen der Welt, das sich auf genmanipuliertes Saatgut spezialisiert hat. In Argentinien rodet Monsanto Savannenwälder, um Plantagen mit gentechnisch veränderten Sojapflanzen anzubauen. Diese sind resistent gegen Herbizide, die der Konzern ebenfalls entwickeln lässt.
Zusammenarbeit mit Monsanto
Eines der extremsten Unkrautbekämpfungsmittel von Monsanto ist demnach Roundup, eine Weiterentwicklung des Herbizids Agent Orange, mit dem die amerikanische Armee während des Vietnamkriegs südostasiatische Regenwälder zerstörte. Die genmanipulierten Sojapflanzen von Monsanto überleben Roundup - alle anderen Pflanzen im Umkreis der Plantage sterben jedoch ab. Trotz dieser extremen Art von Landwirtschaft arbeite der WWF mit Monsanto zusammen, behauptet Huismann in seiner Dokumentation, die Sie hier sehen können.
Es gibt Stimmen im WWF, die eine solche Kooperation richtig finden. Der amerikanische WWF-Vizepräsident Jason Clay gilt als Freund der Gentechnik. Er glaubt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen das Mittel zur umweltfreundlichen und nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft seien. Denn Gentechnik verspricht mehr Ertrag auf weniger Anbaufläche. Der WWF Deutschland distanziert dagegen von der Gentechnik. Das würde er jedoch nur machen, weil es in Europa große Vorbehalte gegenüber Gentechnik gebe, sagt Huismann in seinem Film.
Wie er inzwischen einräumte, steht der WWF als Mitglied am Runden Tisch für verantwortungsvolle Soja (RTRS) tatsächlich im Kontakt zu Monsanto. «Wir wollen mit solchen Konzernen zusammenarbeiten, um etwas zu erreichen. Es ist der Weg des WWF, die Problemverursacher in den Prozess einzubinden. Nur so können wir etwas bewirken», erklärt Plaep. Grundsätzlich distanziert sich der WWF jedoch von der Gentechnik, so beobachte er auch die Mitgliedschaft von Monsanto im RTRS mit großer Sorge.
Sehen Sie hier die Dokumentation Der Pakt mit dem Panda in voller Länge: Teil 1 und Teil 2. Lesen Sie außerdem den Kommentar zum Thema von Ayke Süthoff.
ruk/news.de
Ich bin echt geschockt...für mich stand der WWF auch immer für Umweltschutz und Tierschutz. Das was ich jetzt sehe, ist ein Verein der wie jeder andere große Konzern, Macht und Geld hungrig geworden ist. Wenn so etwas möglich ist und passiert hat wiedereinmal das Kranke im Menschen gesiegt. Ich hoffe viele Menschen haben diesen Bericht gesehen und viele Spender vorallem.Das ist ein Faustschlag für jeden Spender unt Unterstützer. Hoffentlich haben es viele gesehen und Spenden nie nie wieder für diese Kranke Vereinigung. Echt traurig...da möchte man keine Kind mehr in diese kaputte Welt setzen.
jetzt antwortenKommentar meldenWWF! stand für mich immer für Umweltschutz. Tatsache ist das genau das gegenteil pasiert! WWF verkauft sich und den Namen nur um Geld zu scheffeln und um nichts anderes geht es. Grosse Konzerne können mit dem Logo ein reines gewisssen erkaufen.Tiere aber und vor allem Umwelt bleiben auf der strecke.
jetzt antwortenKommentar meldenbei uns gibt es kein bier von krombacher mehr, ich werde nach diesem bericht sehr genau hienschauen wer den wwf finanziel unterstützt und diese firmen meiden.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd ich habe dem WWF einmal Geld gespendet :( Mal wieder ein Beweis, dass man keiner Organisation trauen darf. Klar das Monsanto da kurz Gelder aquiriert und Schlüsselpositionen mit Geld einkleistert. Ekelhaft. WWF ist für micht gestorben...
jetzt antwortenKommentar meldenEin Verein, der mit Monsanto zusammenarbeitet der ist für den Naturschutz absolut unglaubwürdig. Es ist höchste Zeit, dass die Menschnen aufgeklärt werden, damit man so einem Verein keine Spenden mehr zukommen lässt.
jetzt antwortenKommentar meldenRecherchieren Sie lieber erst selbst, bevor Sie gleich wieder jemandem Ihr Geld anvertrauen. Es gibt tausende kleiner NGO's die weltweit tolle Projekte laufen haben und vor allem mehr Geld bei denen ankommt, die es notwendig haben (Hinweis: Es sind meist die, die keinen Millionen-Etat für Werbung ausgeben :) Nehmen Sie sich die Zeit!!!
jetzt antwortenKommentar meldenGeben sie Ihre Spenden lieber dem Nabu,Bund oder Greenpeace! Da wird richtiger Naturschutz betrieben!
jetzt antwortenKommentar meldenIch habe den Film gesehen und bin entsetzt. Mehr als 20 Jahre unterstützte ich den WWF. Jetzt fühle ich mich betrogen und belogen. Die eindrucksvollen Bilder der Indianer in Papua Neuguinea sind zum Verzweifeln. Pfui WWF. Noch heute kündige ich die Mitglidschaft. Für mich ist das mafios.
jetzt antwortenKommentar meldenHabe dem wwf meine finanzielle Unterstüzung sofort entzogen. Diesen Betrag habe ich jetzt Greenpeace zugesprochen.
jetzt antwortenKommentar meldenIch habe am 22.06.11 in der ARD Ihren Beitrag gesehen. Werde sofort meine finanzielle Zuwendung an WWF widerrufen. Danke für die Aufklärung! Diese Organisation widerspricht meine Vorstellung zum Erhalt der Urwälder, Tierwelt und fremden Kulturen. Gertrud
jetzt antwortenKommentar meldenHabe den Bericht auch gesehen und war entsetzt mit welchen Machenschaften Umweltorganisationen heute arbeiten. Werde in Zukunft jegliche Unterstützung dem WWF entziehen. Nie mehr eine Spende für so eine Schande.Hoffentlich sind jetzt viele Menschen aufgewacht und überlegen sich sehr genau wem sie in Zukunft noch Ihr Vertrauen schenken.
jetzt antwortenKommentar meldenda hab ich ihn auch gefunden. Es ist aber bezeichnend für die ARD diesen Beitrag nicht in ihrer Mediathek nicht zu führen.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Beitrag ist unter Youtube zu finden: http://www.youtube.com/watch?v=Jnqg12v4qJQ Die Mitleidsindustrie ( http://www.campus.de/sachbuch/politik/Die+Mitleidsindustrie.95423.html) hat wieder gnadenlos zugeschlagen und ich kann Euch versichern, die anderen sind auch nicht besser. Die wollen nur Euer bestes: Eure Kohle.
jetzt antwortenKommentar meldenIch wollte mir gerade in der ARD Mediathek den Beitrag ansehen und ? Richtig!! Der ist dort NICHT zu finden....
jetzt antwortenKommentar meldenIch schäme mich zutiefst dafür das ich regelmäßig Geld dieser Öko-Mafia gespendet habe! Es ist eine Schande gutgläubige Menschen so zu verarschen und dem Naturschutz zu schaden. In Zukunft werde ich dieser Oko-Maifa keinen Cent mehr spenden und bei jeder Gelegenheit diesen Verein kritisieren. Diese Sendung hat mich zutiefst erschüttert!!!
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