Sa., 26.05.12

EHEC 11.06.2011 Wie kam der Keim auf die Sprosse?

Eine Packung Sprossen wird untersucht (Foto)
Eine Packung Sprossen wird untersucht. Bild: dapd

Von Nina Jerzy

Der Darmkeim an den Biosprossen aus Bienenbüttel hat die tödliche EHEC-Welle ausgelöst. Aber wo kommt er her? Die Ermittlungen laufen. Mögliche Infektionsquellen sind verunreinigtes Saatgut oder ein erkrankter Mitarbeiter des betroffenen Biohofes.

An den Sprossen des Biohofes in Bienenbüttel befindet sich der Darmkeim vom gleichen Typ O104 wie der Erreger, der bei erkrankten Menschen gefunden wurde, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Samstag mitteilte. Es bestätigte damit frühere Laborbefunde aus Nordrhein-Westfalen, wo die untersuchten Sprossen gefunden worden waren. EU-Gesundheitskommissar John Dalli sprach von einem Durchbruch.

«Dieses labordiagnostische Ergebnis ist ein weiterer Stein in der Beweiskette, dass rohe Sprossen als wesentliche Quelle für die EHEC-Infektionen der letzten Wochen anzusehen sind», sagte BfR-Präsident Andreas Hensel in Berlin. Dem Bundesinstitut zufolge «ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der EHEC-Ausbruch mit schweren Erkrankungen und Todesfällen insbesondere auf den Verzehr von rohen Sprossen zurückzuführen ist».

Daran ändere auch nichts der Umstand, dass die Sprossen aus einer geöffneten Packung stammten. Die Sämlinge waren in der Mülltonne einer Familie aus Königswinter gefunden worden, in der zwei Frauen an EHEC erkrankt waren. Das BfR wies darauf hin, dass bereits epidemiologische Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine enge Verbindung zwischen EHEC-Patienten und dem Verzehr von rohen Sprossen aus dem niedersächsischen Gartenbaubetrieb ergeben hatten.

EU-Kommissar sieht Vertrauen wiederhergestellt

EU-Kommissar Dalli sprach am Samstag in Brüssel von einer «extrem wichtigen Entwicklung». Die Quelle der Verunreinigungen sei nun identifiziert, und die Erkenntnisse seien durch Laborergebnisse gestützt. Konsumenten in und Handelspartner der Europäischen Union könnten nun volles Vertrauen bezüglich der Sicherheit von Gemüse aus der EU haben. Die Europäische Kommission erhofft sich von dem bestätigten Laborfund eine rasche Aufhebung des von Russland wegen der EHEC-Krise verhängten Einfuhrverbots für europäisches Gemüse.

Epidemiologen werden laut der Europäischen Kommission weiter die Verbindungen zwischen EHEC-Patienten und dem Sprossenzuchtbetrieb im niedersächsischen Bienenbüttel untersuchen. Dabei solle auch geklärt werden, wie der für den Ausbruch verantwortliche Bakterienstamm in die Nahrungskette gelangen konnte.

Bei dieser Frage würden die Behörden noch im Dunkeln tappen, sagte NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) dem WDR. Auch sei unklar, wo die verunreinigten Sprossen gekauft wurden. Mutter und Tochter der betroffenen Familie seien so schwer erkrankt, dass sie derzeit nicht befragt werden könnten.

Stärkere Kontrolle für Sprossenzüchter

Unterdessen geraten durch den EHEC-Fund bundesweit Züchter von Sprossen ins Visier der Behörden. «Wir werden gemeinsam mit den Ländern eine Erhöhung der Kontrollfrequenz prüfen», sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung laut Vorabbericht. In den Betrieben müsse vor allem stärker auf Hygiene geachtet werden. Ihr Ministerium rief die Länderbehörden auf, bundesweit schwerpunktmäßig Produzenten und Importeure von Sprossen und deren Produkte zu überprüfen.

Am Freitag war der für die aktuelle Erkrankungswelle verantwortliche EHEC-Typ in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Der Betrieb in Bienenbüttel darf keine Produkte mehr verkaufen. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hatte dem Hof allerdings in der Rhein-Neckar-Zeitung hohe Hygienestandards bescheinigt und verunreinigtes Saatgut oder einen erkrankten Mitarbeiter als mögliche Infektionsquelle genannt. Im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim sind mittlerweile bundesweit 32 Menschen gestorben.

Behörden gehen derzeit auch Hinweisen auf eine EHEC-Übertragung von Mensch zu Mensch nach. Bei einem aktuellen fünften EHEC-Fall in den USA wird vermutet, dass sich der Patient bei einem nach einem Deutschlandbesuch erkrankten Verwandten angesteckt hat.

cvd/news.de/dapd
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Horst Mueller
  • Kommentar 3
  • 14.06.2011 13:41
 

"Auch sei unklar, wo die verunreinigten Sprossen gekauft wurden. Mutter und Tochter der betroffenen Familie seien so schwer erkrankt, dass sie derzeit nicht befragt werden könnten."..... Ha...ha...ha... Der Witz ist gut! Die liegen wahrscheinlich im Komma....Oder es gibt einfach keine Mutter und Tochter, die an irgend welchen Erregern erkrankt worden sind.

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  • peggy
  • Kommentar 2
  • 12.06.2011 14:35
 

Ich gebe dem steuerzahler teilweisse recht, nur nicht alle Deutschen glauben den scheiss. http://syncommmanagement.wordpress.com/2011/06/04/82-ehec-und-monsanto/ Man sollte das mal lessen, ich glaube den Medien schon lange nichts mehr.

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  • DEUTSCHER STEUERZAHLER
  • Kommentar 1
  • 12.06.2011 01:44
 

lach... gröhl... johl.... diese idioten wissen GAR NICHTS!!!! Es wied jetzt nur alles freigegeben damit der SCHADENERSATZ nicht zu hoch wird... UUUUUND der DUMME DEUTSCHE glaubt es mal wieder... Den POLITVERBRECHERN ist es doch echt SCHEISSEGAL das Menschen sterben... So eine erbärmliche HILFLOSIGKEIT in einem Land wie Deutschland... wählt diese korrupten VERBRECHER weiter.. lasst euch weiter belügen und betrügen... ich spucke auf UNS DEUTSCHEN...

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