Jetzt haben auch die Niederlande ihren EHEC-Fall. Bei ihnen ist es die Rote Bete, doch der Erreger ist offenbar ungefährlich. Wenig hilfreich ist offenbar auch der Magdeburger Gurkenfund. Derweil erklärt ein Psychiater die Angst vor EHEC.
Bei den EHEC-Bakterien auf der niederländischen Roten Bete handelt es sich laut dem Gesundheitministerium in Den Haag aber nicht um den gefährlichen Typ O104:H4, der die Infektionswelle in Deutschland ausgelöst hat. Dennoch habe Ministerin Edith Schippers angeordnet, das Gemüse aus dem betroffenen Agrarbetrieb vom Markt zu nehmen, teilte ein Behördensprecher mit.
Solche EHEC-Bakterien seien auch in Deutschland bereits auf Rote-Bete-Sprösslingen aus den Niederlanden gefunden worden, erklärte der Sprecher. Um welchen Hersteller es geht, wollte das Ministerium nicht mitteilen. Experten würden weiter untersuchen, um was für eine EHEC-Form es geht und ob sie überhaupt bei Menschen zu Erkrankungen führen kann.
Keime im Biomüll sind ganz normal
Auch die Gurkenreste in Magdeburg haben die EHEC-Ermittler bislang nicht vorangebracht. Da der Erreger erst Wochen nach der Erkrankung der Familie in ihrer Mülltonne gefunden wurde, lässt sich kaum mehr nachvollziehen, ob der Erreger tatsächlich von der Gurke kommt oder erst über anderen Müll auf das verdächtige Gemüse übertragen wurde.
Der Chefarzt einer Leipziger Klinik für Infektiologie, Bernhard Ruf, hält den Magdeburger Fund für keine neue Spur. «Sie können in vielen Biotonnen wahrscheinlich EHEC finden», sagte der Infektiologe im ARD-Morgenmagazin. Die Essensreste brüteten in der momentanen Sommerhitze über mehrere Tage in diesen Tonnen, was die Entwicklung zahlreicher Bakterien begünstige.
Ruf zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die EHEC-Epidemie in einigen Wochen durchgestanden ist. Solche Ausbrüche dauerten kein halbes Jahr, sagte er. Zudem sei eine Übertragung von Mensch zu Mensch mit vernünftiger Händehygiene sehr unwahrscheinlich. Wie das Robert-Koch-Institut bereits vor einigen Tagen sagte, wird der EHEC-Erreger in 80 Prozent der Infektionswellen nicht gefunden.
EU-Kommissar verteidigt deutsche Behörden
Auch EU-Gesundheitskommissar John Dalli sieht keinen Grund zur Panik. «Die Gefahr ist regional begrenzt, konzentriert sich auf Norddeutschland», sagte er der Passauer Neuen Presse. «Wir sollten nicht unnötig Angst schüren.» EHEC sei keine Gefahr für alle Verbraucher in Europa.
An der frühzeitige Warnung der deutschen Behörden vor spanischen Gurken habe er nichts zu beanstanden, sagte der EU-Kommissar. Die Behörden in Hamburg hätten die Warnung herausgeben müssen. Ehe man über das Krisenmanagement streite, solle man erst einmal die Krise bewältigen, äußerte Dalli. Er habe den Eindruck, dass die zuständigen Minister in Deutschland daran hart arbeiteten. «Es kommt darauf an, dass alle Informationen an einer Stelle gesammelt und umgehend an die Verbraucher weitergegeben werden.»
Derweil verteidigt Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) seine Warnung vor dem Verzehr von Sprossen aus dem Betrieb in Bienenbüttel. Gegenüber bild.de sagte er, der Verdacht erhärte sich immer mehr. Einen Nachweis gibt es allerdings auch nach der Untersuchung von 32 von 40 genommenen Proben nicht.
Woher kommt die Angst vor EHEC?
Doch warum macht EHEC die Deutschen verrückt, wenn sich durch den Erreger in den vergangenen drei Wochen nur knapp 2000 Menschen infiziert haben - während allein in der letzten Aprilwoche mehr als 1700 Personen am Norovirus und fast 1900 an den Rotaviren erkrankten? Der Göttinger Angstforscher Professor Borwin Bandelow hat darauf eine Antwort: Neue und unbeherrschbar wirkende Gefahren werden in der Regel überschätzt. «Dann kriegen die Leute immer eine sehr starke Angst, die auch in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen statistischen Häufung steht», sagte Bandelow.
Leidtragende sind in diesem Fall die Bauern. Lesen Sie dazu auch unseren Text
«Jetzt geht's um die Tomate».
Bei der Schweine- oder der Vogelgrippe sei es aus demselben Grund zu «panischen Überreaktionen» gekommen, sagte der Psychiater.
Bekannte Gefahren dagegen ließen uns in der Regel völlig kalt - ob im Straßenverkehr oder durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Solange der Ursprung der EHEC-Epidemie im Dunkeln liege, seien Angstreaktionen auch nachvollziehbar, betonte Bandelow. «Jeder hat Angst, ich hab auch Angst.» An solche angsterregenden Situationen könnten sich Menschen aber mit der Zeit gewöhnen - ob jetzt in der EHEC-Krise oder etwa nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. «Nach vier Wochen reden die Leute nicht mehr davon, weil sich die Angst irgendwie gelegt hat. Das tritt dann in den Hintergrund und ist nur noch eine von vielen Gefahren.»
iwi/beu/news.de/dpa/dapd
Toll, spanische Gurken - Konkurenz ausgeschaltet. Bauern jammern (wie immer) und wollen Geld. Pharmaindusdrie hätte Impfstoff für ein parr Milliarden bereit! Und wer entschädigt vegetarische Restaurants, deren Grünfutter zur Zeit keiner isst? oder meinen Gemüsehändler, der auf der Ware sitzenbleibt? Unseren Kindern wird es noch schlimmer ergehen, sie wachsen in einer (von der Werbung empfohlenen) Sterilität auf und werden nie Abwehrstoffe gegen irgendwelche im Prinzip harmlosen Erreger entwickeln können.
jetzt antwortenKommentar meldenDie Wissenschaftler suchen weiter . Suchet so werdet Ihr finden ,dies stand schon in der Bibel .Dies kostet sehr viel Geld ! Mal die Gurke mal dies und das !Jelänger gerätselt wird um so besser verdienen die Wissenschaftler daran .Die bekommen es einfach nicht geregelt . Mal sehen was in den nächsten Tagen Schuld ist !Was essen denn die Vegitarier jezt ?
jetzt antwortenKommentar melden