Sa., 26.05.12

EHEC 07.06.2011 Gurken-Desaster kostet 150 Millionen Euro

EHEC (Foto)
Tonnenweise Gemüse konnte wegen der EHEC-Infektionswelle nicht verkauft werden. Es wurde vernichtet. Bild: dpa

Von Gabriel Dominguez

Noch ist die EHEC-Quelle nicht bekannt, aber die Landwirtschaft leidet. Gemüse musste vernichtet werden, der Verlust der Bauern geht in die Millionen. Nun hat die EU beschlossen: Die Bauern sollen entschädigt werden - doch nur zu 30 Prozent.

Die EU will die von der EHEC-Welle betroffenen Gemüsebauern in Europa mit mindestens 150 Millionen Euro entschädigen. Das kündigte EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos an. Kritik gab es bereits an der mehreren Ländern zufolge «zu geringen Summe». Unterdessen geht das Rätselraten um die Infektionsquelle weiter. In der kommenden Woche will die Kommission einen neuen Vorschlag vorlegen und darin das Volumen des Fonds nach Möglichkeiten anpassen.

Eine für den Nachmittag geplante Bekanntgabe weiterer Untersuchungsergebnisse aus einem Betrieb in Niedersachsen wurde abgesagt. Bundesweit sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) bisher 21 Menschen im Zusammenhang mit HUS- und EHEC-Infektionen gestorben. Das RKI korrigierte damit seine Angaben vom Vortag. Die Zahl der EHEC-Erkrankungen beträgt indes mehr als 1.680. An dem HUS erkrankten 642 Personen. Die Zahl der Erkrankten scheint laut Experten damit langsamer anzusteigen.

Nach dem Vorschlag Ciolos sollen die Landwirte für ihre unverkäuflichen Gurken, Tomaten und Salate 30 Prozent des durchschnittlichen Verkaufspreises aus einem EU-Notfallfonds erstattet bekommen. Abgefangen würden die Einbußen für die Zeit der Krise von Ende Mai bis Ende Juni.

Massive Kritik am deutschen Krisenmanagement

Die spanische Ressortchefin Joaquina Rosa Aguilar Rivero sagte, «das reicht nicht» und forderte eine Entschädigung von 100 Prozent für alle Landwirte ebenso wie ihr französischer Kollege Bruno Le Maire. Nach Angaben des Europäischen Bauernverbandes Copa-Cogeca belaufen sich die Einbußen für die Gemüse- und Obstproduzenten in der EU auf mehr als 400 Millionen Euro pro Woche.

Auf dem Dringlichkeitstreffen der EU-Landwirtschaftsminister gab es zudem massive Kritik am deutschen Krisenmanagement. Von «leichtfertigen Warnungen» mit verheerenden Auswirkungen war die Rede. Auch der Druck auf die deutschen Behörden wurde erhöht, endlich den Ursprung der todbringenden Epidemie zu finden. «Das ist der einzige Weg, um das Verbrauchervertrauen zurückzugewinnen», sagte Ciolos.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wies die Vorwürfe zurück. «Es gab EHEC-Befunde in den Gurken, das musste gemeldet werden, das sind die europäischen Regeln», sagte sie. Auch der Sprossenverdacht sei gerechtfertigt gewesen.

Der Betrieb in Bienebüttel bleibt weiterhin gesperrt

Das Ergebnis der Untersuchung der 17 weiteren Proben aus dem unter EHEC-Verdacht stehenden Sprossenerzeuger im niedersächsischen Bienenbüttel steht noch aus. Der Betrieb bleibe auch nach Abschluss der Untersuchungen gesperrt, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Hannover. Die ursprünglich für den Nachmittag geplante Bekanntgabe wurde abgesagt. Zunächst hatten Landesbehörden bei dem Sprossenerzeuger 40 Proben genommen. In 23 Proben hatten sich keine Erreger gefunden. Am Montag hatten Experten des RKI und des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) weitere Proben in dem Betrieb genommen. Einem BfR- Sprecher zufolge ist mit Ergebnissen nicht vor Donnerstag zu rechnen.

Inzwischen wurde bekannt, dass die am Montag in Hamburg abgegebene Sprossen-Packung aus Bienenbüttel keine EHEC-Erreger enthält. Das ergab die Untersuchung durch das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt. Durch die Kontrolle der Lieferwege waren die niedersächsischen Behörden am Wochenende auf die Spur der Sprossen als möglichem EHEC-Verursacher in der Gärtnerei im Landkreis Uelzen gekommen.

Der Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit LAVES, Eberhard Haunhorst, äußerte sich zuversichtlich, die Quelle der Infektion zu finden. «Wir gehen davon aus, dass tatsächlich ein Erregernachweis nur in einem längeren Zeitraum zu führen wäre und das würde unter Umständen auch ein bis zwei Wochen dauern», sagte Haunhorst.

Die Krankenzahlen steigen langsamer

Hoffnung auf eine Entspannung der EHEC-Welle kommt aus norddeutschen Ländern. «Wir haben einen deutlich verlangsamten Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen», sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Es wäre jedoch weiterhin zu früh, um Entwarnung zu geben. Auch das RKI teilte mit, die Zahl der gemeldeten EHEC- und HUS-Erkankungen lasse eine leichte Abschwächung der Erkrankungswelle vermuten.

beu/boi/news.de/dapd
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • besserwisser
  • Kommentar 2
  • 08.06.2011 10:27
 Antwort auf Kommentar 1

da spricht mir einer aus der Seele und nicht nur mir.Das Problem ist nur daß wir in der deutschen Beamtendiktatur wenig Möglichkeiten haben dagegen was zu unternehmen!! Der Deutsche hat immer noch eine "Untertanenseele" gepaart mit seiner egomanichen Einstellung,so lange es mir gut geht sind mir die Anderen egal!! Mehr Solidarität in der arbeiteten Bevölkerung und die Gründung einer Bürgerinitiative wäre eine Möglichkeit! Also Arsch vom Sofa und auf die Sresse gehen!!!

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  • DEUTSCHER STEUERZAHLER
  • Kommentar 1
  • 08.06.2011 03:54
 

IMMER raus mit dem DEUTSCHEN STEUERGELD.... Ihr politverbrecher aller Parteien braucht ja nichts dazu beitragen... außer eure fetten ärsche breit zu sitzen... Auf den scheiss gurken war EHEC... egal ob 1, 2, 3, adh, k... es war drauf!!!! Aber Deutschland zahlt, wie immer und für alles..... von meinem Geld..... und das der restlichen ARBEITENDEN Bevölkerung... Ich habe keinen Bock mehr zum schuften... werde mich auch in die soziale hängematte deutschlands legen...... geht mir gesundheitlich besser damit und kann schön lange schlafen.....

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