Seit drei Wochen halten die EHEC-Infektionen Deutschland in Atem. Die Suche nach der genauen Quelle läuft auf Hochtouren. News.de gibt einen Überblick über die Nachrichtenlage und zeigt den Weg der Suche auf.
Anfang Mai 2011: Dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin werden gehäuft blutige Durchfallerkrankungen gemeldet. Auslöser ist EHEC. Der früheste Erkrankungsbeginn lässt sich auf den 1. Mai datieren. Ungewöhnlich viele Patienten erleiden eine schwere Komplikation, das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS).
21. Mai 2011: Im Landkreis Diepholz stirbt eine 83 Jahre alte Frau an einer EHECEscherichia (E.) coli-Bakterien, die Toxine (Gifte) bilden. -Infektion. Sie war bereits Mitte Mai ins Krankenhaus eingeliefert worden.
22. Mai 2011: In Norddeutschland werden die ersten Massenerkrankungen gemeldet. In Schleswig-Holstein wurden 90 EHEC-Erkrankungen beziehungsweise Verdachtsfälle gemeldet. 13 Patienten litten an der schweren Form, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das zu Nierenversagen führen kann. In Niedersachsen wurden 67 EHEC-Erkrankungen gemeldet, zehn Personen litten hier an HUS. In Mecklenburg-Vorpommern wurden vier Fälle gemeldet, in Hessen 25.
25. Mai 2011: Forscher warnen vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat.
26. Mai 2011: An vier Salatgurken aus Spanien wird der gefährliche EHEC-Bakterienstamm nachgewiesen. Sie waren auf dem Hamburger Großmarkt entdeckt worden und waren als Bio-Gurken deklariert. Am selben Tag wird der Erreger genau identifiziert, die Schwere und Heftigkeit der Infektionen überrascht selbst Wissenschaftler.
28. Mai 2011: Die Zahl der Toten steigt deutschlandweit auf sieben. Sechs der Opfer sind Frauen. Mehr als 1000 Krankheitsfälle wurden bei den Gesundheitsämtern gemeldet.
30. Mai 2011: Elf Tote, 1200 Verdachtsfälle. Frank-Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Ärztekammer, warnt vor Panikmache. «Die Situation ist beherrschbar», sagt er in einem Interview. Aus Hamburg kommen derweil erschreckende Nachrichten: Die Krankenhäuser sind überfüllt, einige Patienten müssen in Krankenhäuser in Niedersachsen gebracht werden. In Schweden stirbt eine Frau an EHEC. Sie war kurz vorher in Deutschland gewesen. Sie ist das erste Opfer außerhalb Deutschlands.
31. Mai 2011: Die Suche nach der Ursache für die Infektionswelle ist wieder völlig offen. Die Gurken sind zwar mit EHEC belastet, jedoch nicht mit dem gefährlichen Stamm, der die Epidemie ausgelöst hat.
1. Juni 2011: Beinahe 700 EHEC-Fälle in Hamburg, rund 350 in Niedersachsen: Die Zahl der Infektionen steigt rapide. Weil viele Gemüseproduzenten ihre Erzeugnisse wegwerfen müssen, fordert die FDP Entschädigungszahlungen für die betroffenen Landwirte.
2. Juni 2011: 17 Tote in Deutschland und in Großbritannien werden die ersten EHEC-Fälle gemeldet. Erkrankte werden mit Antikörpern behandelt. Man erhofft sich so eine bessere Therapie für die Erkrankten. Spanien kritisiert Deutschland derweil stark. Die Warnung vor spanischem Gemüse habe ungerechtfertigte Panik ausgelöst und die heimische Wirtschaft stark geschwächt.
4. Juni 2011: Im Internet wird hinter EHEC eine Verschwörung gewittert. Belege dafür gibt es nicht. Wissenschaftler entdecken eine heiße Spur in Lübeck. 17 Besucher eines Restaurants sind erkrankt, eine Frau ist bereits gestorben.
6. Juni 2011: Die Zahl der Toten liegt bei 21 Menschen. Wissenschaftler sind unterdessen sehr sicher: Der Ursprung der Infektionen liegt bei Sprossen. Ein Betrieb im Landkreis Uelzen wird vorübergehend geschlossen, dennoch wird weiter vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat gewarnt. 23 von insgesamt 40 Proben sind jedoch EHEC-frei. Die Suche geht weiter.Unterdessen fordert der Direktor der Berliner Charite ein Ende des Kompetenzgerangels: Es sei verwirrend, dass gleich mehrere Behörden und Ministerien für die EHEC-Krise verantwortlich seien.
7. Juni 2011: In Brüssel treffen sich die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union, um über Hilfen für die von EHEC-betroffenen Landwirte zu beratschlagen: Beträge von insgesamt 150 Millionen Euro sind im Gespräch. Es wird zudem immer unwahrscheinlicher, dass die Sprossen tatsächlich schuld sind. Tschechien kündigt Untersuchungen von deutschem Import-Fleisch an: Solange die Quelle des Erregers nicht hundertprozentig feststehe, bestehe ein Restrisiko, das Fleischprodukte infiziert sein könnten, erklärte ein Sprecher.
8. Juni 2011: Experten
finden den EHEC-Keim in der Mülltonne einer infizierten Familie - auf einem Gurkenrest. Derweil scheint sich der Verdacht gegen den Sprossenhersteller in Bienenbüttel nun doch zu erhärten, weil 18 weitere Patienten Sprossen aus dem betreffenden Betrieb verzehrt haben. Gesundheits- und Verbraucherminister diskutieren darüber, ob sich eine neue, zentrale Bundesbehörde um EHEC kümmern sollte. Gesundheitsminister Daniel Bahr aber lehnt das ab. Der Lebensmittel-Einzelhandel verzeichnet laut Handelsverband Deutschland Umsatzeinbrüche zwischen 30 und 40 Prozent bei Obst und Gemüse.
9. Juni 2011: Auch in den Niederlanden ist EHEC aufgetaucht, allerdings nicht in der mutierten Form. Der
Keim aus der Magdeburger Mülltonne ist vermutlich nicht hilfreich, dafür erhärtet sich der Sprossen-Verdacht. Die gute Nachricht: Die Infektionswelle klingt nach Angaben des RKI langsam ab.
10. Juni 2011: Entwarnung für Gurken, Tomaten und Salat. Das RKI ist sehr sicher, dass Sprossen schuld an der EHEC-Welle sind. In Nordrhein-Westfalen finden sich Sprossen, auf denen eindeutig der gefährliche EHEC-Bakterienstamm zu finden ist. Die Ware stammt aus Bienenbüttel.
11. Juni 2011: Das Bundesinstitut für Risikobewertung macht zweifelsfrei Sprossen aus dem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel als Infektionsquelle aus. Unklar bleibt, wie die Darmkeime auf die Sprossen gelangt sind. In Frage als mögliche Quelle kommen verunreinigtes Saatgut oder ein erkrankter Mitarbeiter.
12. Juni 2011: Es bleibt weiterhin unklar, wie der Keim in den Bienenbütteler Betrieb kam. Weltweit starben bislang 35 Menschen - es ist der heftigste jemals registrierte EHEC-Ausbruch auf der ganzen Welt. Aus der Politik werden Forderungen nach einem effektiveren Meldesystem laut.
beu/ham/iwi/kra/news.de
Das müsste heißen: "Chronologie eines Märchens" oder "Chronologie einer Lügengeschichte" oder noch besser "Schweinegrippe Teil 2".... Durchfallerkrankungen gab es, gibt es und wird es immer geben. Da braucht man nichts hinzu zu dichten. Menschen sterben jährlich an verschiedensten Erkrankungen. Da braucht man auch keine neue Krankheit erfinden. Erreger waren, sind und werden immer genauso gefährlich sein wie sie zuvor waren. Natur ist auf einander abgestimmt. Wenn gefährliche Bakterien, dann müssen sie aus den Versuchslabors stammen. Aber die entstehen nicht an Sprossen.
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