Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Der große Bruder von Karius und Baktus ist da: EHEC. Und weil wir uns nicht vorstellen können, was ein Bakterium den ganzen Tag so macht, wird es zum Menschen erhoben. Entstanden aus einer heißen Affäre voller Frühlingsgefühle und dem Spaß am Versteckspiel.
Wir haben einen Feind. Er ist klein, sehr klein - und gefährlich. Er ist aggressiv, wahrscheinlich sind seine Augen zusammengekniffen, während er Ausschau nach dem nächsten Opfer hält. Das EHEC-Bakterium, der große Bruder von Karius und Baktus.
Erinnern Sie sich noch an die zwei Schlingel? Als Kinder mussten wir den Film in der Grundschule beinahe jährlich sehen. Karius und Baktus waren Bakterien, sie machten unsere Zähne kaputt. Im Film wurden sie zu kleinen Menschen mit fiesem Lachen und dem Bohrer in der Hand. Niemand, der danach am Abend nicht panisch seine Zähne putzte und sich gleichzeitig Sorgen um die zwei kleinen Racker machte.
Und auch EHEC, das Bakterium, wird zum Menschen. Oder anders: EHEC hat menschliche Eigenschaften. Es ist beinahe erschreckend, wie ähnlich das Bakterium uns doch ist. Es hat Sex. Oder anders: Seine Eltern hatten Sex.
Schuld sind die Hormone - immer
Die meisten Medien wollen uns EHEC näher bringen, in dem sie ihm menschliche Eigenschaften zuschreiben. Eine deutsche Boulevard-Zeitung zum Beispiel vermutet hinter EHEC teenagermäßigen Hormonüberschuss!
Denn die Hormone, die seinen Eltern gegen die Schädeldecke knallten, sollen laut Bild der Ursprung allen Übels sein: die ewige Suche nach Liebe, Zuneigung - warum nicht auch für Bakterien! Nur deswegen hat sich das europäische mit dem afrikanischen Bakterium zusammengetan. (Munkelt Bild.) Sommersprosse auf weißer Haut traf afrikanischen Lebemann. Romantisch. Kuschelsex - und das vielleicht in Spanien. Oder doch in Deutschland? In Afrika? Egal, irgendwo. Und nun haben wir es: Die Brut des Bakteriums.
Vielleicht wurden EHECs Eltern aber auch verkuppelt. Terroristen oder Handlungskrieger haben die europäische Schöne und den afrikanischen Aufreißer (oder die afrikanische Schöne und den europäischen Aufreißer?) zusammengebracht. Schummeriges Licht, ein paar Gläser Reagenzflüssigkeit - fertig. Auch bei uns Menschen braucht es meistens nicht viel mehr.
iwi/news.de
Es wird nie aufhören, solange es Leben gibt. Krankheiten, die ganze Palette von Viren, Bakterien und Parasiten werden sich immer wieder neue Wege suchen, um zu uns zu gelangen, was möglicherweise unseren Tod bedeutet, bis dann ein Forscher ein wirksames Mittel dagegen entwickelt. Bis dann diese Tiere wieder zu etwas neuem mutieren, eine neue Art, eine neue Krankheit.
jetzt antwortenKommentar meldenSorry, aber ein wirklich selten blöder Beitrag!
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