Von den news.de-Redakteurinnen Isabelle Wiedemeier und Ulrike Bertus
Mehr als acht Stunden verbringen wir am Tag bei der Arbeit. Wir sitzen im Büro und oftmals ist der einzige Spaziergang nur der zur Kantine. Doch viele Unternehmen sorgen sich um das Gewicht ihrer Angestellten - und steuern dagegen.
Die meisten von uns sitzen den ganzen Tag. Im Büro, im Auto auf dem Weg zur Arbeit, am Abend auf dem Sofa. Wir bewegen uns einfach zu wenig. Und am Wochenende sind wir so müde, dass wir auch nicht viel machen. Zumindest die meisten von uns.
Schnell kann sich da das eine oder andere Pfund auf der Hüfte ansammeln. Gerade wenn es in der kurzen Mittagspause nur schnell die Currywurst auf die Hand oder das obligatorischen Schnitzel mit Pommes in der Kantine gibt. Dann noch im Nachmittagstief einen Schokoriegel gegessen - und wir haben genug Dickmacher für gleich mehrere Tage in uns gestopft.
Obwohl wir wissen: Diese Ernährung führt auf Dauer zu Übergewicht. Und das wiederum zu Krankheiten. Wer aber krank ist, kann nicht mehr arbeiten, fehlt im Büro, nicht selten droht die Berufsunfähigkeit - etwas, das der Arbeitgeber gar nicht gerne sieht.
Sieben Dollar pro Kilo motiviert die Abnehmenden
Arbeitgeber, die übergewichtige Menschen nicht diskriminieren dürfen, sorgen sich um die Leistungsfähigkeit und den Krankenstand ihrer Mitarbeiter. US-Forscher kamen vor Jahren auf eine grandiose Idee: Sie fanden heraus, dass Menschen abnehmen, wenn sie Geld dafür bekommen. Schon sieben Dollar pro Gewichts-Prozentpunkt motivierten die Probanden.
Doch Geld bieten? In deutschen Unternehmen wird auf andere Lösungen gesetzt. Und das wird von der Bundesregierung unterstützt. Beispielsweise beim Nationalen Aktionsplan «In Form». Betriebe, die ihren Angestellten etwas für die Gesundheit bieten wollen, können sich über die richtige Ernährung oder Gelegenheiten, sich sportlich zu betätigen, informieren. Regelmäßg werden Rezepte vorgestellt, die Aktion «Mit dem Rad zur Arbeit» soll die Angestellten vom Auto aufs Rad umsteigen lassen.
Die Angestellten nehmen ab, die Kinder bekommen das Obst
Die Krankenkasse Bahn-BKK hat das Abnehmprojekt «Kilos für Kitas» erstellt. Denn die Mitglieder der betrieblichen Krankenkasse haben ein Problem: Sie bewegen sich zu wenig, viele haben sitzende Tätigkeiten.
Ein großes Logistikunternehmen nimmt beispielsweise an dem Projekt teil. Die Mitarbeiter bekommen Punkte für abgenomme Kilos oder das erfolgreich abgelegte Sportabzeichen. Für 25 Punkte wird dann eine Woche lang Obst an Kindertagesstätten verteilt.
Der Grund für dieses Projekt: «Betriebliche Gesundheitsförderung ist für die Unternehmen heutzutage ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs», sagt Monika Geiger von der Bahn BKK. Die Arbeitnehmer müssten motiviert werden, sich ausgewogen zu ernähren und Sport zu treiben. Und mit dem Obst, das man den Kindertagesstätten zukommen lassen kann, sorgt man auch bei den ganz Kleinen dafür, dass sie Spaß an gesunder Ernährung bekommen.
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