Sa., 26.05.12

Gau in Japan 29.05.2011 Blumen gegen verseuchten Boden

Sonnenblumen (Foto)
In Japan werden nun Sonnenblumen gepflanzt. Sie sollen den atomar verseuchten Boden reinigen. Bild: dapd

Schlechte Nachrichten aus Fukushima: In dem Atomkraftwerk sind stundenlang die Kühlpumpen ausgefallen, die Temperaturen erreichten 94 Grad. Experten versuchen jetzt den kontaminierten Boden in der Region zu reinigen - mit Blumen.

In der Atomruine Fukushima sind im Reaktor 5 stundenlang lang die Kühlpumpen ausgefallen. Die Reparaturtrupps schalteten auf Ersatzpumpen um, die Meerwasser zur Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken nutzen. Nach 15 Stunden konnte das Kühlsystem wieder in Gang gesetzt werden, wie Jiji Press unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco berichtete.

Die Temperatur des abgeschalteten Reaktors 5 sei bis Mittag auf rund 94 Grad nach 61 Grad am späten Vortag gestiegen. Ein Arbeiter habe das Problem bereits einen Tag vorher bemerkt, hieß es. Der Vorfall sei zwar gleich der Regierung mitgeteilt worden, doch öffentlich gemacht habe Tepco dies erst jetzt. Dafür entschuldigte sich der Konzern, der bereits zuvor wegen seiner mangelhaften Informationspolitik in die Kritik geraten war.

Die Behörden warnen für die Region noch vor schweren Regenfällen, die eine Folge eines mittlerweile abgeschwächten Taifuns sind. Ebenfalls wird vor Erdrutschen gewarnt, da sich der Boden durch das Megabeben und den Tsunami vom 11. März gelockert habe - und die Atomruine in Fukushima sei noch nicht ausreichend auf heftigen Regen und Wind vorbereitet.

Stark erhöhte Radioaktivität am Meeresboden rund um Fukushima

Ministerpräsident Naoto Kan droht in nächster Zeit ein Misstrauensvotum durch die beiden größten Oppositionsparteien. Kritiker werfen ihm angesichts der Natur- und Atomkatastrophe mangelndes Krisenmanagement vor. Die Liberaldemokratische Partei und die Komeito Partei hoffen, eine Rebellion innerhalb Kans regierender Demokratischer Parte zu entfachen. Seit längerer Zeit schon regt sich in Kans eigenem Lager wachsender Unmut gegen den Premier.

Derweil begann das Landwirtschaftsministerium in dem stark von Strahlung belasteten Ort Iitate mit dem Anpflanzen von Sonnenblumen, um zu testen, ob sich damit radioaktiv verseuchter Erdboden dekontaminieren lässt. Andere Methoden, die getestet werden sollen, sei das Abtragen von Boden sowie der Einsatz von Chemikalien, die radioaktive Materialien aufsaugen. Das Dorf Iitate in der Provinz Fukushima gehört zu den Orten, die besonders stark von der radioaktiven Belastung durch das AKW betroffen sind.

Unterdessen berichteten japanische Medien unter Berufung auf Untersuchungen des Wissenschaftsministeriums, dass im Meeresboden vor der Küste der Provinz Fukushima ungewöhnlich hohe Mengen an radioaktiven Partikeln gefunden worden seien. Bodenproben in einer Tiefe von 126 Metern, rund 30 Kilometer östlich der Atomruine, hätten 320 Becquerel an Cäsium-137 pro Kilogramm enthalten. Die Proben wiesen demnach zudem 260 Becquerel an Cäsium-134 und 2,7 Becquerel an Jod-131 auf. Die jüngsten Proben seien zwischen dem 9. und 14. Mai an 12 Stellen zwischen den Katastrophenprovinzen Miyagi und Chiba genommen worden.

beu/news.de/dpa
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Katastrophe in Japan
Katastrophe in Japan
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige