Sa., 26.05.12

Aschewolke 24.05.2011 Berliner Luftraum ab 11 Uhr gesperrt

Berliner Luftraum wird wegen Vulkanasche gesperrt (Foto)
Auch der Berliner Luftraum wird wegen der Aschewolke über Norddeutschland gesperrt. Bild: dpa

Die Aschewolke aus Island hat am Mittwoch in Deutschland für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Die Flughäfen in Bremen und Hamburg sind seit dem frühen Morgen dicht. Der Berliner Luftraum ist ab 11 Uhr betroffen.

Wegen der Aschewolke aus Island gibt es seit Mittwochmorgen ein Flugverbot über Norddeutschland: Die Flugplätze in Hamburg und Bremen sind geschlossen. Auch der Berliner Flugraum könnte ab 11 Uhr gesperrt werden, entsprechende Maßnahmen sind bereits eingeleitet. Dagegen bleiben die Passagiere in Hannover und Frankfurt am Main vermutlich von Beeinträchtigungen verschont.

In Hamburg wurden wegen der Asche aus dem Vulkan Grimsvötn ab 6 Uhr alle Starts und Landungen gestrichen, wie Flughafensprecherin Katja Tempel sagte. Nach dem nächtlichen Flugverbot war der Betrieb am Morgen gar nicht erst aufgenommen worden. Für Mittwoch waren ursprünglich 433 Starts und Landungen mit rund 43.000 Passagieren geplant. Tempel empfahl Betroffenen, sich umgehend mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

Auch der Flugbetrieb in Bremen wurde lahmgelegt. «Bis Mittag werden 21 Abflüge und 19 Ankünfte gestrichen», sagte Flughafensprecher Florian Kruse. Das Flugverbot gilt vorerst bis 13 Uhr.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) rechnet mit einer generellen Aufhebung des Flugverbots bis Mittwochnachmittag. Nach Gesprächen mit Experten des Deutschen Wetterdienstes und der Deutschen Flugsicherung sei er zuversichtlich, dass sich die Lage für die Flughäfen in Norddeutschland ab dem Nachmittag entspannen werde, sagte Ramsauer im ARD-Morgenmagazin. Da komme wohl «nichts Nennenswertes nach», fügte er hinzu.

Ausbruch des Grimsvötn heftiger als erwartet

Nach dem Ausbruch des Vulkans Grimsvötn werden Erinnerungen an das Chaos im europäischen Flugverkehr vor rund einem Jahr wach: In Island, Norwegen, Dänemark, Schottland, England und Irland war der Flugverkehr bereits am Dienstag beeinträchtigt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen. Die Lufthansa annullierte drei Flüge von Frankfurt am Main beziehungsweise Düsseldorf nach Edinburgh in Schottland. Auch ein Flug von Frankfurt/Hahn nach Edinburgh fiel aus.

Wie groß die Auswirkungen letztlich wirklich sein werden, hängt nach Expertenmeinung vor allem von der Windrichtung in den kommenden Tagen ab. Laut dem VAAC sollte sich die Aschewolke bis zum Abend über Dänemark, Südnorwegen sowie Schottland, Wales und Irland und England ausbreiten.

Der Grimsvötn stößt weiter Asche aus, aber weniger stark als in den vergangenen Tagen. Er ist der aktivste Vulkan Islands und liegt unter dem Vatnajökull-Gletscher. Seine vergangenen Ausbrüche - der letzte ereignete sich 2004 - hatten keinen großen Einfluss auf den Flugverkehr.

Auf den Spuren Eyjafjallajökulls

Vor gut einem Jahr hatten nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull über Europa treibende Aschewolken tagelang zu Sperrungen des Luftraums geführt und für ein Chaos im internationalen Flugverkehr gesorgt. Der Geophysiker Bernd Zimanowski von der Universität Würzburg sieht die Möglichkeit, dass der Flugverkehr in Europa wieder lahm gelegt wird. Die Menge der Asche, die der Grimsvötn derzeit ausspucke, sei größer als damals, sagte er.

Allerdings sei der Ausbruch nicht nur heftiger als 2010, sondern - weil er in der Umgebung eines großen Gletschersees stattgefunden habe - auch nasser und die Asche dadurch klumpiger. Das könne dazu führen, dass weniger feiner Staub in die höheren Luftschichten gelange, wo er den Luftverkehr behindern könnte. Außerdem regne die Asche womöglich früher ab, sodass sich die Wolke nicht so schnell ausbreiten könne.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte bereits am Montag eine sogenannte Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt, nach der ein Messwert von zwei Milligramm oder mehr zu einem grundsätzlichen Flugverbot führt, da Schäden an den Flugzeugen, insbesondere an den Triebwerken, nicht ausgeschlossen werden können.

iwi/boi/cvd/news.de/dapd
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