Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Heute soll die Welt untergehen, sagt ein amerikanischer Priester. Aber wer versorgt dann das Haustier und gießt die Pflanzen? Höchste Zeit für eine To-Do-Liste zum Ende der Welt. News.de zeigt Ihnen, wie Sie gut vorbereitet sind - und vielleicht überleben.
«Es gibt viel zu tun, packen wir es an», möchte man im Angesicht des drohenden Weltuntergangs sagen. Heute ab 18 Uhr soll es nämlich so weit sein. Und während wir noch unseren Einkaufszettel für den Wocheneinkauf schreiben, bereiten sich vor allem in den USA die Menschen intensiv auf die Apokalypse vor. Denn wer braucht Dosen-Thunfisch, wenn sich die Erde auftut?
Aber der Reihe nach, wir haben schliesslich nicht mehr viel Zeit: Gleich ist es vorbei.
Harold Camping, ein mittlerweile 89 Jahre alter Prediger aus Kalifornien, ist sicher: Die Welt geht unter. Anzeichen gebe es genug, sagt er. Die Katastrophen der vergangenen Monate und dazu der moralische Verfall der Kirche. Außerdem gebe es Zahlen und Zeichen in der Bibel, die eindeutig darauf hinweisen.
Doch der Weltuntergang soll nicht für alle Menschen das Ende bedeuten. 200 Millionen Gläubige, deren Moral einwandfrei ist, werden errettet - nur Christen selbstverständlich, und die kommen ins Paradies. Der Rest der Menschheit darf noch ein halbes Jahr auf der Erde verweilen, hier im Höllenfeuer braten und die Apokalypse hautnah miterleben. Dann ist endgültig Schluss für sie.
Doch auch für diese Übergangszeit von sechs Monaten muss viel organisiert werden. Da gibt es Hund und Katze, die Sukkulenten auf der Fensterbank - und wer leert den Briefkasten? Wir haben einmal zusammengestellt, was sie vor 18 Uhr geregelt haben sollten.
Wohin mit den Haustieren?
Die US-Firma Eternal Earth-Bound Pets versorgt während Ihrer Abwesenheit im Paradies die Haustiere. Für 135 Dollar (ungefähr 95 Euro) kümmern sich bekennende Atheisten, die ja hier auf der Erde bleiben müssen, um Wuffi, Miezi oder den Goldfisch Egon. Jedes weitere Tier im Haushalt kostet 20 Dollar zusätzlich. Und auch das Futter ist noch nicht inbegriffen. Alles gegen Vorkasse natürlich. Denn Sie können ja nicht mehr bezahlen, wenn Sie errettet sind.
Wer gießt die Pflanzen auf der Fensterbank?
Da hat man jahrelang seine Orchideen nach einem ganz bestimmten Plan gegossen und die Tomaten nie dem Regen ausgesetzt - und dann kommt die Apokalypse dazwischen. In Deutschland gibt es für solche Fälle aber zum Glück eine Pflanzenklappe. Dort können Sie ihre grünen Lieblinge abgeben und sicher sein: Hier wird nicht nur gegossen, hier wird auch mit den Pflanzen gesprochen. Selbst Namen bekommen die Gewächse.
Wer leert meinen Briefkasten?
Ein gepflegtes Eigenheim ist Ihnen auch aus der paradiesischen Ferne wichtig? Roborior, der kleine Haus-Roboter, kümmert sich um alles: Wer seine Pflanzen nicht zur Pflanzenklappe geben möchte, hat in Roborior den perfekten Haus-Sitter, denn das kleine weiße Ding kann auch Blumen gießen. Doch er macht noch mehr: Er kümmert sich auch um ihre Kinder, die vielleicht wegen altersspezifischer Teenager-Kapriolen nicht gerettet werden konnten, macht Fotos vom Garten und postet sie bei Facebook oder Twitter und sorgt dafür, dass der Briefkasten geleert wird. Problem: Es gibt keinen Nachsendeauftrag für das Paradies.
Wie kann ich die Apokalypse überleben?
Sie wissen jetzt schon, dass Sie nicht gerettet werden, möchten aber trotzdem überleben? Auch dafür gibt es eine Lösung - nur könnte es schon zu spät sein. Bunker sollen vor der Apokalypse retten. Ein halbes Jahr dauert der Weltuntergang, das benötigt eigentlich eine gewisse Vorbereitungszeit. Vor einigen Jahren hat der Amerikaner Robert Vicino deshalb schon angefangen, seinen Luxus-Bunker zu bauen. Ein Tennisplatz, eine Notfall-Ambulanz, selbst ein Gefängnis gibt es. Denn Robert Vicino bietet seinen Mitmenschen einen Platz in dem Bunker, der mitten in der amerikanischen Wüste liegt. Wer Ärger macht, kommt hinter Gitter. Apokalypse hin, Apokalypse her.
Kann ich mich gegen die Apokalypse versichern?
Die gute Nachricht: Sie können. Nur: Wem bringt es was? Fest steht, dass die meisten Versicherungsvertreter nicht gerettet werden - das liegt in der Natur des Berufes. Einen Ansprechpartner haben sie also nicht. Wer jedoch im Paradies ist, hat ja irgendwie alles und braucht die Policen nicht. Und auf der Erde? Denken Sie daran: In sechs Monaten hat die Apokalypse und mit ihr die Menschheit ein Ende. Sparen Sie also lieber das Geld für die Versicherung und geben Sie es aus. Für irgendwas. Und sei es nur für das Bier, das Sie trinken, während der englische Rasen des Nachbarn im Höllenfeuer zu Staub zerfällt.
iwi/cvd/news.de
Journalismus soll nicht nur informativ und weiterbildend sondern auch unterhaltsam und lustig (wenn angebracht) sein. Wenn hier mit einem Augenzwinkern und gut recherchiert über den Weltuntergang berichtet wird, so ist das OK. Weiter so!
jetzt antwortenKommentar meldenHallo an alle Gläubigen und Ungläubigen! Auch so kann man von den Problemen ablenken und die Bürger ruhig halten. Ob Medienpolitik oder Fernsehprogramme alles läuft immer noch auf die Stillhaltetaktik hinaus und wir Bürger wolen es nicht wahrhaben. Schönes Wochenende!
jetzt antwortenKommentar melden