Sa., 26.05.12

Phänomen Planking 17.05.2011 Warum sich Australier gern flach legen

Der Australier Tristan Hugo beim Planken: Einfach mal bretthart abhängen. (Foto)
Der Australier Tristan Hugo beim Planken: Einfach mal bretthart abhängen. Bild: Tristan Hugo

Von news.de-Redakteur Jan Grundmann

Der Kontinent ist groß, die Langeweile wohl auch. Deshalb legen sich junge Australier gern stocksteif auf Betonpfeiler, Autos oder Rolltreppen - für ein Foto auf Facebook. Planking heißt der Spaß, dessen Popularität durch den ersten Todesfall sogar noch wächst.

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Der Körper ist steif und gespannt, das Gesicht nach unten gerichtet, die Hände eng angelegt. Beim Planking versuchen junge Menschen, wie Bretter auszuschauen. Und sich dabei in der kuriosen Pose an möglichst ungewöhnlichen Orten fotografieren lassen: Autodach, Verkehrsschild, Kühlschrank, Kloschüssel.

Da liegen Männer aufeinander, natürlich mit Körperspannung. Eine Frau streckt sich auf der Ladentheke. Männer lehnen bretthart am Kleidercontainer. Haupsache, jemand schießt ein Foto, für Facebook. Eigentlich ganz uneitel. Schließlich kann man die Gesichter das Foto nicht erkennen. Dieses Video zeigt einige der kuriosen Menschbretter-Aufnahmen.

Das Planking-Fieber wütet derzeit in Australien. Seit Wochen steigt dort die Zahl der Flachleger, werden neue Facebook-Gruppen gegründet. Die dort zu sehenden Fotos haben eine gewisse Komik. Es ist stets dieselbe Pose, doch immer in anderen, möglichst ungewöhnlichen Umgebungen. Menschen sehen aus wie Bretter, die irgendjemand abgestellt, vergessen, gelagert hat.

Tod nach Planking-Versuch auf Balkon im siebten Stock

Ob es an der besonders weiten und reizarm-wüstigen Umgebung liegt, dass Planking in Australien Furore macht, ist unklar. Denn eigentlich entstand das Netzphänomen erst in Europa und schipperte über Japan schließlich zum fünften Kontinent. Die dortige Polizei ist nicht begeistert: Sie hat einen jungen Mann in Gladstone angeklagt, weil er sich auf einem Polizeiauto ausgestreckt hat.

Planking
Wenn Menschen zu Brettern werden
Video: YouTube

Doch viel dramatischer ist der Fall des jungen Actob B., sieben Stockwerke tief. Auf der Balkonbrüstung wollte der offenbar angetrunkene Australier kürzlich planken - und stürzte in den Tod. 20 Minuten lang versuchten die Notärzte vergeblich, ihn zu reanimieren. «Wir hatten befürchtet, dass so etwas passiert», sagte der stellvertretende Polizeichef von Queensland, Ross Barnett.

Jetzt könnte der Todesfall dem Netztrend zu noch mehr Popularität verhelfen. Weil Medien - auch news.de - darüber berichten. Facebook-Gruppen wie Planking Australia jedenfalls erhalten ordentlich Schub, neue Mitglieder und Fotos im Minutentakt.

Der Reiz des Plankings liegt wohl darin, sich kreativ auszudrücken, mitzumachen, ein Teil des weltweiten Hypes zu sein. Es nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, und es wird lediglich ein Handy benötigt. Und auch, wenn die australische Premierministerin Julia Gillard generell vor Planking warnt: Die brettharte Kreativ-Welle rollt, ist Mainstream geworden. Hausfrauen und TV-Moderatoren tun es, auch Sport-Stars sind dabei. Der 25. Mai wurde sogar zum nationalen Planking-Tag ausgerufen.

iwi/news.de/dpa
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