Sa., 26.05.12

Atomkraft in Japan 15.05.2011 Behörden haben bei Fukushima versagt

Atomkrise in Japan (Foto)
Die Katastrophe In Fukushima war vorprogrammiert, weil das Kraftwerk mit falschen Sicherheitsmaßnahmen gebaut wurde. Bild: dpa

Nach amerikanischen Plänen gebaut, an japanische Bedingungen nicht angepasst: Das könnte ein entscheidender Grund gewesen sein, warum der Tsunami auf das Atomkraftwerk Fukushima katastrophale Folgen hatte.

An der Havarie des japanischen Atomkraftwerks (AKW) Fukushima, die durch einen Tsunami ausgelöst wurde, tragen die japanischen Aufsichtsbehörden eine Mitschuld. Das geht aus einer bisher nicht veröffentlichten Studie des Technischen Verbandes der Kraftwerksbetreiber, VGB PowerTech, hervor, berichtet die Welt am Sonntag.

Ludger Mohrbach, Leiter des Bereichs Kernkraftwerke beim VGB PowerTech in Essen, habe für seine Studie historische Tsunami-Daten ausgewertet. Danach habe es in den vergangenen gut 500 Jahren vor Japan 14 Tsunamis mit Wellenhöhen über zehn Meter gegeben, im Durchschnitt also alle 36 Jahre. Allerdings seien die japanischen AKW nur für Wellen ausgelegt, die maximal zehn Meter hoch sind. Zudem sei der Tsunamischutz ebenfalls nicht für höhere Wellen ausgelegt. Statistisch betrachtet, drohe damit durch Tsunamis alle 30 bis 35 Jahre eine Havarie an japanischen Küsten-AKWs.

Grund für die Fahrlässigkeit: der Schlendrian der Behörden. Weil die ältesten Atomkraftwerke Japans, zu denen auch Fukushima gehört, von US-Herstellern stammen, sei von den japanischen Auftraggebern auch die in den USA übliche Sicherheitsauslegung gegen Meereswellen quasi mit importiert worden. Doch diese fiel denkbar schwach aus: «Weil es in den USA keine Tsunamis gibt», sagt Mohrbach. «Am Ende ist es so trivial.»

Die Untersuchung mit dem Titel Unterschiede im gestaffelten Sicherheitskonzept: Vergleich Fukushima Daiichi mit deutschen Anlagen soll auf der Kerntechnischen Jahrestagung der deutschen Atomindustrie am Dienstag in Berlin vorgestellt werden.

Fukushima
Kurzbesuch in der Sperrzone
Video: news.de/dapd

Unterdessen verlassen die Bewohner der erweiterten Evakuierungszone rund um Fukushiam ihre Häuser, weil die Strahlenbelastung zu stark steigen könnte. Betroffen sind rund 10.500 Menschen. Die 20-Kilometer-Sperrzone um das Kraftwerk darf nur noch mit staatlicher Sondergenehmigung betreten werden.

cvd/krc/news.de/dapd/dpa
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • kernschmelzepizza
  • Kommentar 2
  • 15.05.2011 15:58
 

Irgendwie scheint es die medien nicht zu interessieren das es (vor kurzem?) eine kernschmelze gegeben hat. Die kernbrennstäbe im reaktor 1 schmelzen gerade und setzen riesige mengen strahlung frei.

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  • CauchyVerteilungWasWillUnsDasSagenFragezeichen
  • Kommentar 1
  • 15.05.2011 14:51
 

Genau so ist das wohl. Aber was bedeutet das für unser Land? Mindestens 3 grosse Kriege in den vergangenen 150 Jahren. Jedes Atomkraftwerk ist ein höllisches Trojanisches Pferd, welches man selbst auf dem eigenen Teritorium aufgebaut hat. Gilt ebenso für unsere Verbündenten, Frankreich, England, Belgien usw. usf. Wir führen und oder unsere Verbündeten führen Krieg/Bürgerkrieg gegen eine ganze Reihe von Nationen!!! Dann solche höllischen trojanischen Pferde überall aufzustellen, über Jahrzehnte - das ist vermutlich Landes- und Hochverrat!!! Wozu eine Armee, wenn der Feind nur eine Scut ...

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