Sa., 26.05.12

Kuriose Nachrichten 13.05.2011 Irres aus Indien

Hochzeit in Indien (Foto)
Nach der Hochzeit: Bräute sollen zwei Jahre lang kein Handy benutzen. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Was ist bloß los in Indien? Badeanzüge mit indischen Gottheiten führen zu diplomatischen Spannungen. Und Bräute dürfen nach der Hochzeit kein Handy benutzen. News.de wirft einen Blick auf die Eigenheiten eines großen Landes.

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Es gibt einen Film, der heißt Indien. Ein österreichischer Roadmovie, in dem einer der Helden gern auf Krishna macht, aber eigentlich auch nicht weiß, wovon er redet. Denn er war noch nie da. So geht es vielen, einige von ihnen fahren irgendwann hin. Die eine Hälfte ist danach auf Yoga und Ayurveda, die andere Hälfte fand es dreckig, arm und deprimierend. Was wissen wir schon von Indien?

Wir haben gehört von famosen Ingenieuren, Straßenkühen, Kastenwesen und Panjabi MC, und in Slumdog Millionär sahen wir, wie rüde, nackt und grausam das Leben dort sein kann. Indien scheint ein Mosaik zu sein, so knallig bunt wie die Farben, in denen Inder ihre vierarmigen Götter malen.

Zum Beispiel Lakshmi. Ihre Ressorts sind Glück, Wohlstand, aber eben auch Schönheit. Die drucken wir schön auf unsere Badeanzüge, das geht sicher gut, dachte sich ein australischer Bademodenhersteller. Und löste damit eine diplomatische Krise aus. Das indische Außenministerium sah sich genötigt, dem australischen Botschafter seine «tiefe Besorgnis» mitzuteilen. Worauf der Bikinimacher den Rückzug antrat.

Handyverbote sollen Frauen zähmen ...

Er hatte wohl beim letzten Bollywood-Filmabend nicht richtig hingeschaut. Selbst, wenn dort alles im Liebesrausch schwelgt - geknutscht wird hier nicht. Die Moral ist rigide - besonders, wenn es um Frauen geht. Deren Rolle ist in dem hinduistischen Land klar abgesteckt, wie eine aktuelle Meldung aus der nordindischen Provinz Punjab veranschaulicht: Die Regierung hat frisch verheiratete Bräute angewiesen, in den ersten beiden Jahren der Ehe aufs Telefonieren mit dem Handy zu verzichten.

Der Grund liegt auf der Hand: «Fast 90 Prozent der frisch vermählten Männer fordern die Scheidung, weil er oder seine Familie sicher sind, dass seine Braut mit einem anderen Mann telefoniert.» So begründet die Vorsitzende der Frauenkommission von Punjab, Gurdev Kaur Sangha, das Gebot und verrät im selben Atemzug, dass die Mädels eigentlich mit Mama telefonieren - um mit ihr die Wirren der Ehe zu debattieren. Die Telefoniererei führe zu häuslicher Gewalt, sexueller Belästigung und Familienzwisten, rechtfertigt Sangha die Maßnahme.

Handyverbote für Frauen gelten in Nordindien offenbar als probates Mittel. Vor einigen Monaten versuchte ein Dorfrat dadurch zu verhindern, dass junge Frauen sich mit den Männern verheiraten, die sie lieben. 23 Ehen waren über Kastengrenzen hinweg geschlossen worden, Schuld nach Ansicht des Ältestenrates seien heimliche Verabredungen per Mobiltelefon gewesen.

... Männer hingegen klagen Attraktivität ein

Krankhaft eifersüchtige Männer - also weg mit der Mobilität der Frauen. Auch das ist Indien. Männer hingegen gehen den umgekehrten Weg und setzen voll auf Verführung. Ende 2009 klagte ein 26-Jähriger, weil sich der «Axe-Effekt» bei ihm nicht einstellte: Trotz Dauereinsatz diverser Produkte aus dem Hause Unilever rannten ihm die Mädels nicht hinterher. Sieben Jahre lang wusch und sprühte er nur Axe und blieb trotzdem solo. Umgerechnet 30.000 Euro forderte er in einer Schadensersatzklage.

Da hätte der junge Mann sich wohl besser auf ein altes Hausrezept seiner Vorfahren besinnen sollen: Ziegenhoden sollen aphrodisierend wirken. Dass das auch mal daneben gehen kann, zeigt ein weiteres Kuriosum - Indien ist nun ein riesiges Land, in dem viel passiert - 1,2 Milliarden Menschen leben hier. Einer mehr spielt keine Rolle, sollte man da meinen. Dennoch war die Verwirrung groß, als man vor Jahren einem Mann mit dickem, schmerzenden Bauch einen Menschen in Einzelteilen aus dem Wanst holte. Die Ärzte packte das Grausen, bis ihnen klar wurde: Der 36-jährige Patient hatte sein Leben lang seinen Zwillingsbruder in sich herumgetragen.

Indien? Da ist einiges möglich. Und für Frauen vieles unmöglich. Aber dies ist ja höchstens am Rande ein sozialkritischer Text.

beu/ivb/news.de
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