Sa., 26.05.12

Maddie McCann 03.05.2011 384 Seiten und ein vermisstes Mädchen

Gerry und Kate McCann (Foto)
Die Eltern der verschwundenen Maddie suchen überall nach ihr. Nun ist ein Buch dazu erschienen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus

Kate McCann hat ein dickes Buch über das Verschwinden ihrer Tochter Maddie geschrieben. Hilfe bekam sie dabei von Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling. Das Werk soll die teure Suche nach dem Mädchen finanzieren. Zumindest ein Erfolg ist dabei sicher.

Madeleine heißt das Buch. Auf dem Cover ein Bild, das vor vier Jahren um die Welt ging: Ein kleines Mädchen schaut gespannt in die Kamera, eine Strähne ihres Haares fällt ins Gesicht. Das Mädchen heißt Madeleine «Maddie» McCann.

Sie verschwand am 3. Mai 2007 im Urlaub an der Algarve. Gegen Abend gingen die Eltern des Mädchens mit Freunden essen, sahen eigenen Angaben nach regelmäßig nach Maddie und den jüngeren Geschwistern. Als die Mutter Kate McCann gegen 22 Uhr in dem Appartement nach dem Rechten sieht, ist Maddie weg. Spurlos verschwunden. Bis heute.

Die darauf folgende Suche verschlang Millionen von Pfund. Fußballer wie Wayne Rooney und David Beckham spendeten Geld, selbst der Papst empfing die verzweifelten Eltern, um ein Bild des Mädchens zu segnen. Und in Internet-Foren tragen selbst ernannte Experten immer noch zahllose Hinweise und (oftmals mehr als krude) Theorien zum Verschwinden des Mädchens zusammen, wie unsere Fotostrecke zeigt. 

Vier Jahre nach dem Verschwinden ist von den Spenden nicht mehr viel übrig: Detektive, Flüge nach Spanien, Plakate, Poster - all das kostet Geld. Geld, das die Familie McCann, obwohl nicht arm, selbst nicht mehr aufbringen kann. Deshalb hat die Mutter des Mädchens ein Buch geschrieben, das pünktlich zu Maddies achtem Geburtstag am 12. Mai erscheinen wird.

Der «Fall Maddie» ist mittlerweile mehr als nur eine Suche

Leicht sei ihr die Entscheidung nicht gefallen, sagt sie. Doch mit magischer Hilfe von Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling ist ein Buch mit 384 Seiten herausgekommen. Wie viel Rowling genau geholfen haben soll - darüber sind sich verschiedene Medien noch nicht einig.

Es ist zudem nicht das erste Buch, das sich um den mysteriösen Fall der Vierjährigen dreht. 2009 veröffentliche der portugiesische Chef-Ermittler Gonçalo Amara ein Buch, in dem er seine Gründe darlegte, warum die Eltern selbst für Maddies Verschwinden verantwortlich seien. Das Buch wurde gerichtlich verboten, dann wieder erlaubt - der Internethändler Amazon aber hat Maddie - Die Wahrheit über die Lüge immer noch nicht wieder in sein Programm aufgenommen.

Das Buch von Kate McCann hingegen kann man bei Amazon bestellen. Noch muss man dafür zwar die Sicht der Eltern auf Englisch lesen, eine deutsche Übersetzung wird aber sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Denn der «Fall Maddie» ist nicht mehr nur eine Suche nach einem kleinen Kind - er ist auch ein riesiges Geschäft.

iwi/reu/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Clarissa
  • Kommentar 1
  • 16.09.2011 14:26
 

Ich glaube nicht, dass dies Buch dazu beiträgt, Maddie zu finden. Aber es spült Geld in die Kasse der Eltern. Ich werde nur nie begreifen, wie man seine kleinen Kinder in einem fremden Land so sorglos sich selbst überlassen und mit Freunden essen gehen kann. Hoffentlich achten sie mehr auf die ihnen verbliebenen Zwillinge.

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