Sa., 26.05.12

Seligsprechung 01.05.2011 Kein Wunder

Seligsprechung (Foto)
News.de-Redakteur Andreas Schloder Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Es ist die schnellste Seligsprechung in der neueren Geschichte der Katholischen Kirche. Doch es grenzt nicht an ein Wunder. Papst Johannes Paul II. hat in seinem Pontifikat mehr erreicht als seine Vorgänger. Doch die Seligsprechung hat einen faden Beigeschmack.

Genau sechs Jahre und 29 Tage ist es her, als die Nachricht vom Tod des Ponitfex die Welt erschütterte. Kein Wunder: Der beliebte Johannes Paul II. war ein Papst der Superlative. 26 Jahre war er Gottes Stellvertreter auf Erden – die zweitlängste Amtszeit in der Kirchengeschichte. Mit dem Polen Wojtyla saß der erste Nicht-Italiener auf dem Stuhl Petri seit mehr als 450 Jahren. In seiner Amtszeit veröffentlichte er 14 Enzykliken, mehrere Dutzend Apostolische Schreiben und schrieb fünf Bücher. Johannes Paul II. unternahm 104 Auslandsreisen in 129 Länder, kam dabei 776 Mal mit Staatsoberhäuptern zusammen. Dafür legte er so viele Kilometer zurück, dass es für 30 Erdumrundungen reichen würde. Und: Er nahm 1338 Selig- und 482 Heiligsprechungen vor. Nun ist Johannes Paul II. selbst selig.

Auch nach seinem Tod übertrifft er jeden Rekord, denn seine Seligsprechung ist die schnellste in der neueren Kirchengeschichte. Die Katholische Kirche, die bei heikleren Angelegenheiten wie beispielsweise bei einer Entschuldigung für die Gräueltaten im Mittelalter und den Vergehen an Juden und Moslems – im Jahr 2000 war das erst der Fall – etwas länger braucht, scheint beim toten Pontifex das Verfahren um Lichtjahre beschleunigt zu haben. Selbst Anhänger von Mutter Teresa mussten länger auf die Seligsprechung warten.

Das Wojtyla-Wunder? Nein. Vielmehr ist es politischer Opportunismus: Der beliebte Papst soll auch nach seinem Tod das Image der Kirche aufbessern – der Hoffnungsschimmer sein, den der Vatikan angesichts seines verstaubten Ansehens braucht.

Dass Papst Johannes Paul II. Herausragendes geleistet hat, bleibt ohne Frage. Es muss aber das Verfahren hinterfragt werden, wonach ein Verstorbener zu den Ehren der Altäre erhoben wird. Damit Johannes Paul II. die Kriterien für die Seligsprechung erfüllt, wurde der Fall der französischen Nonne Marie Simon-Pierre, die nach dem Tod des Papstes und dessen Fürsprache ihre Parkinson-Krankheit besiegt hatte, im vergangenen Januar zum Wunder erklärt. Aus heutiger Sicht ist diese Vorgehensweise nicht mehr nachzuvollziehen.

Ein Bollwerk gegen den Kommunismus

Dabei beging der Stellvertreter Gottes auf Erden ganz andere, echte Wunder. Er beflügelte die Freiheitsbewegung in seiner polnischen Heimat. Er war ein Bollwerk gegen den Kommunismus in Osteuropa, ein Helfer und Kämpfer für Menschenrechte. Allein seine Vergebung gegenüber seinem Attentäter, der ihn 1981 auf dem Petersplatz in Rom mit zwei Schüssen fast getötet hatte, spricht Bände. Er setzte sich bis über seine Grenzen hinweg für den Dialog aller Kirchen ein, da sie alle eines verbindet: der Glaube zu Gott. Johannes Paul II. war ein tieffrommer Mann, der in den Jahren seiner fortschreitenden Krankheit als Leidender ein zu respektierendes Zeugnis seines Glaubens gab.

Doch er war auch der Papst, der ohne Kompromisse gegen kritische Theologen vorging. Der sich trotz AIDS gegen geschützten Geschlechtsverkehr aussprach und somit zum Inbegriff einer starren Kirche wurde. Und: Er war auch der Papst, der nicht genug gegen Kindesmissbrauch weltweit vorging. Die heutige Seligsprechung streut noch weiteres Salz in die tiefen und nicht geheilten Wunden. Johannes Paul II war ein Pontifex, der polarisierte. Seine Seligsprechung bleibt eine Glaubensfrage.

cvd/news.de
Leserkommentare (16) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Andi Schloder
  • Kommentar 16
  • 12.05.2011 23:35
 Antwort auf Kommentar 15

Lieber Longus, mit meinem Kommentar habe ich versucht, die zwei Seiten des Papst Johannes Pauls II. zu durchleuchten. Egal wie man zur Institution Kirche steht, so war er für viele Menschen ein Symbol der Hoffnung, auch bei all seinen Schwächen, die meiner Meinung nach einem sehr starren hierarchischen Geflecht geschuldet war. Selbst als gläubiger Christ konnte ich etwa mit dem Gottesdienst wenig anfangen, da er zu kryptisch war. Wenn Sie jedoch seinen Lebensweg verfolgen, sehen Sie, was er als Mennsch geleistet hat. Dafür hat er wenigstens meinen Respekt verdient.

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  • Longus
  • Kommentar 15
  • 04.05.2011 11:17
 

herr schloder...Sie schreiben: "Es muss aber das Verfahren hinterfragt werden". Ein papst muss insgesamt hinterfragt werden, denn eine mit blattgold üppig verzierte kirche, hat mit dem ürsprünglichen jüdisch-christlichen glauben nichts mehr zu tun. Ihre lobhudelei auf den papst ist fehl am platze. oder glauben sie tatsächlich auch, dass sie nach ihrem ableben an einer himmelspforte von einem uralten mann mit weissen haaren u. rauschebart empfangen werden ?

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  • 4tec
  • Kommentar 14
  • 03.05.2011 17:08
 Antwort auf Kommentar 12

Selbst wenn das stimmt Longus, was soll s? Das sind menschliche Verfehlungen. Lass das Irdische hinter Dir, Gottes Reich ist nicht von dieser Welt. Wer zuerst von uns im Jenseits ist, bitte email-domain belegen.

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  • 4tec
  • Kommentar 13
  • 03.05.2011 17:00
 Antwort auf Kommentar 11

Im Namen Gottes scheint viel Schwachsinn möglich, wenn Du schon dort angekommen bist,wo wir alle hin wollten oder sollten dann halte mir einen Platz frei.

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  • Longus
  • Kommentar 12
  • 03.05.2011 00:10
 Antwort auf Kommentar 11

Du hast das vorübergehende asyl für bekannte u. flüchtige SS verbrecher im vatikan, und das spätere (mit neuen personalpapieren ausgestattet) einschleusen nach südamerika vergessen.

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  • Autumnus
  • Kommentar 11
  • 02.05.2011 19:06
 

Man sollte lieber den Vorgänger von J.P.II, seelig sprechen, denn sein früher Tod war schon ein "Wunder". Ich bin, Jesus sei Dank, längst da, wo man die Thesen von Johannes Paul I., seit 80 Jahren schon pflegt. Ich mochte nicht mehr zu dieser pervertierten RKK- GmbH gehören, die Fabriken für Verhütungsmittel betreibt, mit der P2 liebäugelt(e), Hexen usw. verbrannte, Waffenschiebereien zum Falklandkrieg unterstützte, Abtreibungskliniken für Pfarrerfehlpässe besitzt und den einzigen vernünftigen Papst; Johannes Paul I. nicht vor seinem "Wunder" schütze. Zu lesen in dem Buch; "Im Namen Gottes?"

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  • illi
  • Kommentar 10
  • 02.05.2011 15:25
 

Selig sprechen wird nur Gott selbst, auch einen klaren Sinn und Verstand an Gläubige und Ungläubige verteilen, ins Herz eines jeden Menschen sehen und für alle bemühten Menschen Liebe empfinden, und nicht nur für die - aber noch sind wir uns selbst überlassen...

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  • Longus
  • Kommentar 9
  • 02.05.2011 11:21
 Antwort auf Kommentar 7

Ich glaube du verwechselst da etwas...es ist NICHT MEINE scheisse die du frisst. Auf meiner wachsen wunderschöne blumen, die aber einfach gestrickte leute wie du nicht sehen können, und unsachlich antworten wenn sie schnell an der grenze ihres geistes angekommen sind.

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  • Egon Clauss
  • Kommentar 8
  • 02.05.2011 10:53
 

"Wunder" gibt es nicht!!! Jede "Wirkung" muss eine wissenschaftlich beweisbare "Ursache" haben und umgekehrt! Kausalität nennt man das!

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  • 4tec
  • Kommentar 7
  • 02.05.2011 09:07
 Antwort auf Kommentar 5

Verschone die Umwelt mit deiner Scheisse

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  • AlbertusMagnus
  • Kommentar 6
  • 02.05.2011 01:53
 

es geht doch nicht darum was jemand im leben geleistet hat.Leistung allein verschafft keinem Menschen den Zugang in den himmel. Hier gehört nur eines dazu" Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig" Aussage des Apostels Paulus in der heiligen Schrift. Eine Selig oder Heiligsprechung dient demnach doch nur der einen Sache..die Katholiken, denen man seit eh und je die biblische Wahrheit vorenthält, dafür die katholische Lehre( leere) einbrennt wieder mal jemanden zu verschaffen, dem sie huldigen können..statt dem lebendigen Gott in Jesus anzubeten und anzunehmen.

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  • Longus
  • Kommentar 5
  • 02.05.2011 00:32
 Antwort auf Kommentar 4

Ich musste lachen. ja das hätte der Pedro wohl gerne das wir einen sozialpsychischen dachschaden haben, damit er sich weiterhin gedankenlos in seinem aberglauben wohlfühlen kann. Er sollte sich mal mit der entstehung der 3 weltreligionen beschäftigen. vielleicht geht ihm dann ein licht auf. Zudem mangelt es ihm wohl an selbstwertgefühl und bewusstsein. Nur solche leute brauchen einen "Führer", Gott oder Politiker der ihnen sagt wo es lang geht, u. zu dem sie unterwürfig aufblicken können. Na ja, millionen klofliegen irren sich scheinbar auch nicht, also fresst mehr "scheisse".

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  • PEDRO
  • Kommentar 4
  • 01.05.2011 19:32
 

Interessant ist es immer wieder, wenn negative Kommentare veröffentlicht werden, um der Amtskirche und vor allem gläubigen Christen Schaden zuzufügen. Bei näherem Hinsehen und der Auswertung der eingebrachten Kommentare wird sehr bald festgestellt, dass tiefe sozialpsychische Probleme den Hintergrund für diese Art von Kommentar bilden. Sollte sich der Kommentierende da nicht besser selbst hinterfragen, wo sein eigener Lebensschwerpunkt liegt und was er sich selbst von seinem Leben verspricht? Oft helfen nämlich nur Wunder, um auf den rechten Weg zurückzufinden. Ich wünsche Ihnen ein Wunder!

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  • Erwar
  • Kommentar 3
  • 01.05.2011 17:57
 

Mit Sicherheit weiß Herr Ratzinger, welchen Mist er verzapft hat. Seis drumm. Wojtila war ein polnischer Partisan. Ob er Kriegskameraden von Ratzinger getötet hat,das müsste noch erforscht werden. Durch ein gestelltes Wunder, könnte sogar ein Beweis erbracht werden.

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  • Brasilaner
  • Kommentar 2
  • 01.05.2011 17:08
 

Es ist schon ein WUNDER mit dem WUNDER und auch unglaublich das im heutigen Jahrhundert noch Menschen an solchen Hokus Pokus glauben - Jesus würde sich im Grab umdrehen bei all dem was man in seinem Namen nach dessen Tod zum Machtaufbau und dann auch mit viel Blutvergiessen zum Machterhalt getan hat.Insofern kann man Kommentar 1 von Longus nur zustimmen bis heute GÖTZENANBETUNG ,moderner ABLASS-VERKAUF in Form von Figuren,Bildern,dem Kreuz welches ja nichts anderes als ein Hinrichtungsinstrument war - Realität ist der Mensch braucht Glauben 1.an sich selbst, 2.an die Gesetze der Natur

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  • Longus
  • Kommentar 1
  • 01.05.2011 14:28
 

Das ganze ist reiner personenkult u. götzenanbetung. Die ganzen rituale u. handlungen der kirchen haben mit dem "vermächtnis" von Jesus, oder das was seine jünger u. die späteren apostel daraus gemacht haben, nichts mehr gemein. Man kann auch ein guter mensch sein, ohne einer religion anzugehören. Ob man an den weihnachtsmann oder einen gott glaubt, bleibt das gleiche. Was sagte jesus angeblich...? "Selig sind die geistig armen"...wie wahr.

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