Eine der schlimmsten Tornado-Serien in den USA hat mehr als 300 Tote gefordert. Der Präsident ist in das Gebiet gereist und verspricht schnelle Hilfe für die zehntausend Betroffenen. Experten glauben, dass weitere Wirbelsturm-Gefahr droht.
Wie Medien berichten, wurden bis zum Freitagvormittag (Ortszeit) mindestens 297 Leichen geborgen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Am schlimmsten betroffen ist der Bundesstaat Alabama, wo nach Angaben der Behörden allein 210 Menschen durch die Wirbelstürme starben. Mehrere tausend seien dort verletzt worden. Auch in fünf weiteren Bundesstaaten gab es Todesopfer. Fast eine Million Haushalte sind ohne Strom.
Streckenweise fegten die Wirbelstürme mit über 300 Stundenkilometern über das Land. Meteorologen zählten insgesamt über 150 Tornados. Einwohner und Rettungskräfte suchen weiter unter den Trümmern nach Überlebenden. Mehr als 10.000 Menschen sind obdachlos. Im Bundesstaat Alabama wurde ein Atommeiler nahe Athens durch den Sturm von der Stromversorgung abgeschnitten. Die drei Reaktoren schalteten sich automatisch ab.
Obama fliegt ins Katastrophengebiet
Präsident Barack Obama äußerte sich erschüttert: «Der Verlust an Menschenleben ist herzzerreißend», sagte er im Weißen Haus. Es handele sich um die schwersten Wirbelstürme seit Jahrzehnten. Der Präsident sagte den Menschen Hilfe zu. Die Regierung lasse die Betroffenen beim Wiederaufbau nicht allein. Eine von ihm unterzeichnete Erklärung ermöglicht Betroffenen, finanzielle Hilfe zu beantragen.
«Wir haben keinen Einfluss darauf, wo und wann ein fürchterlicher Sturm uns trifft, aber wir können entsprechend darauf reagieren», sagte Obama vor seiner Reise nach Tuscaloosa in Alabama. Er wolle, dass jeder betroffene Amerikaner wisse, dass die Regierung alles für den Wiederaufbau tun werde. Heute fliegt Obama in das Katastrophengebiet.
Die Gefahr ist noch nicht gebannt
Epizentrum der Katastrophe war Tuscaloosa: Ein riesiger Tornado fegte mit einer Breite von 1,5 Kilometern über die Stadt. «Es war ein Monster», sagte ein Augenzeuge. Innerhalb von Minuten machte der Wirbelsturm ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich. Autos wurden durch die Luft gewirbelt.
Dutzende Todesopfer und schwere Verwüstungen gab es auch in den Staaten Mississippi, Arkansas, Georgia und Tennessee. Bis nach New York sind Schäden zu finden. Fünf Menschen starben in Virginia. Siedlungen wurden zerstört. In Alabama, Mississippi und Georgia wurde der Notstand ausgerufen. Die Schäden seien derart enorm und so weit verbreitet, dass es wahrscheinlich Tage dauern werde, bis das Ausmaß der Katastrophe abzusehen sei, sagte Alabamas Gouverneur Robert Bentley.
Die Wirbelsturm-Gefahr ist aus Expertensicht allerdings noch nicht vorüber. «In drei Tagen geht es schon wieder in Richtung Oklahoma los. Da könnte es dann schon wieder einige geben», sagte der Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst «In den nächsten zwei Tagen ist aber nichts zu erwarten.»
iwi/beu/news.de/dapd/dpa