Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Im Land, in dem die Sonne lacht und der Wein fließt, überzeugt man Wähler noch mit roten Rosen. Kann es ein Zufall sein, dass erfolgreiche Politiker aus Rheinland-Pfalz so wohlgenährt sind? Auf den Spuren von Kurt Beck und Helmut Kohl.
Wenn Kurt Beck Wahlkampf macht, verteilt er rote Rosen in der Fußgängerzone. Mit einer Charmeoffensive möchte er sein Völkchen in letzter Minute noch einmal überzeugen, dass alles gut ist mit ihm als Ministerpräsidenten. Einnehmend, dieser Kurt Beck - nicht nur, weil er Atomkraftwerke abschalten will.
Rosen, Beck, Saumagen, Kohl - beleibte Gemütlichkeit funktioniert gut in dem kleinen Bundesland gleich neben Frankreich. Dass Rheinland-Pfälzer Ministerpräsidenten unbedingt wohlgenährt sein müssen, möchte Politikprofessor Ulrich Sarcinelli so allerdings nicht unterschreiben. Schließlich füllte Bernhard Vogel zwölf Jahre lang das Amt auch ohne große Leibesfülle aus, und Nachkriegs-Landesvater Peter Altmeier regierte sogar 18 Jahre ohne dicken Bauch.
Doch auch Sarcinelli räumt ein, dass das mildes Klima und die vielen Weinstöcke die Menschen an Rhein, Mosel, Lahn, Ems und Laar über die Jahrhunderte hinweg nicht unbeeindruckt gelassen haben. Ein Faktor, dem sich auch die Politik nicht entziehen kann. Und mild wie das Klima sei deshalb auch die politische Kultur. «Sie ist immer weit weg von den Extremen. Die großen Parteien SPD und CDU sind beide sehr stark in der Mitte zentriert.»
Rheinland-Pfälzer profitieren von Unterschätzung
Die Grundvoraussetzung für scharfe Polemisierung fehle also in Rheinland-Pfalz - Rundungen statt harter Kanten prägen die politische Kultur. «Was nicht heißt, dass es keine Konflikte und Skandale gibt. Aber...» Fast hätte der Professor gesagt, Konflikte lösten sich durch ein Glas Wein auf. Aber er verbessert sich: «Die Fronten sind nicht so scharf wie in anderen Bundesländern.»
Doch mild ist nicht gleich weich und schon gar nicht schwach. Aber genau diese Kluft zwischen Saumagenkultur und Erfolgspolitiker im preußischen Sinne erklärt laut Sarcinelli, warum rheinland-pfälzische Politiker auf Bundesebene gar nicht so unerfolgreich waren: Sie profitieren davon, unterschätzt zu werden. Kohl schaffte es trotz Dauertitulierung als birnenköpfiger Oggersheimer nach ganz, ganz oben - und Beck immerhin fast. Bis ihm Westfale Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat vor die Nase gesetzt wurde und der Rheinland-Pfälzer den Komplettrückzug ins Weinland antrat.
Er war eben nicht der Typ für die hartgesottenen Berlin-Journalisten, meint der Politikwissenschaftler aus Koblenz. «Es gibt eine Hauptstadtbornierheit in führenden Jounalistenkreisen, die meinen, ein politischer Akteur müsse bestimmte Attitüden haben.» Kurt Beck, wie er Unter den Linden Rosen verteilt, trifft diese Vorstellung wohl nicht.
che/news.de
Betreff des Erfolges von Kohl kann man nur sagen er war und so sollte er in die Geschichte eingehen ein brutaler Machtmensch der auch zur deutschen Einheit wie ein Kind zum Bade kam in der Realität aber die Interessen des deutschen Volkes mehrfach verraten hat siehe Abschffung der stabilien in der Welt geachteten D-Mark ohne Zustimmung des Volkes. Das war der Beginn der Einleitung der Abgabe der ohnehin bisher kaum bestehenden Souveränität Deutschlands - dh Ebnung des Weges für die EINEWELT Regierung unter USA Führung - wer mehr über ihn wissen will sollte das Buch seines Sohnes lesen.
jetzt antwortenKommentar melden"...Menschen an Rhein, Mosel, Lahn, Ems und Laar..." upps, da war aber ein wirklicher Deutschlandkenner journalistisch unterwegs. Rhein, Mosel, Lahn passt ja noch zu Rheinland-Pfalz. Aber die Ems ist woanders und der/die Laar ist mir nicht bekannt. Super recherchiert.
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