Sa., 26.05.12

Jugend-Studie 23.03.2011 Damit wir glorreich untergehen

isabelle wiedemeier (Foto)
News.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Wir, die Bis-35-Jährigen, sind die «Generation sowohl-als-auch», haben Forscher herausgefunden. Danke. Endlich hat jemand unserer Zerrissenheit einen Namen gegeben. Jetzt können wir entspannen. Und in Ruhe Kinder kriegen, erfolgreich sein und auf allen Hochzeiten tanzen. Denn wir haben's drauf!

Die Dinosaurier dominierten 170 Millionen Jahre lang die Erde. Sie wurden immer größer und stärker. Nur ein Meteoriteneinschlag konnte sie stoppen. Wir Menschlein laufen erst seit 200.000 Jahren über den Blauen Planeten. Bis wir so kräftig und mächtig sein können wie die Dinos, kann es noch ewig dauern. Aber schon jetzt bedroht uns die Klimaerwärmung, mal ganz abgesehen von noch eindeutiger selbst gebastelten Todesfallen wie Atomkraft und Krieg.

Deshalb müssen wir halt einen Zahn zulegen, um das Potenzial, das tief im Sein des Homo sapiens schlummert, frühzeitig strahlen zu lassen. Was nun das Zukunftsinstitut in seinem Trendmonitor 2011 fein herausanalysiert hat, ist nichts weiter als der Überlebenstrieb, der sich wie am Ende einer großen Krankheit noch mal so richtig aufbäumt.

Einen Namen hat der Trendmonitor auch für uns gefunden: Der «Generation sowohl-als-auch» dürfen sich alle 16- bis 35-Jährigen zugehörig fühlen. «Sie wollen Familie und einen tollen Job, sie wollen Kinder, aber sich nicht binden - und verpassen dabei oft den richtigen Zeitpunkt», fasst es die Nachrichtenagentur dpa zusammen. «Viele zappen durchs Leben, ohne sich entscheiden zu können», sagen die Trendforscher.

Eins ist klar: Leute, die so etwas sagen, sind mindestens 36. Eben eine andere Generation. Und wie wir von den Dinosauriern und Charles Darwin wissen: evolutionär eine Stufe unter uns. Wir kriegen den Hals nicht voll? Sie wären überfordert. Nennen wir sie deshalb abfällig «Generation entweder-oder»? Das haben wir gar nicht nötig - abgesehen davon, dass wir viel zu beschäftigt sind, um uns über längst gelegte Eier Gedanken zu machen. Wir schauen nach vorn, in den Schlund unserer strahlenden Zukunft. Aus ihrem vorgeschobenen Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung hingegen spricht die grüne Missgunst.

Wir wissen, dass unsere Spezies es nicht mehr lange macht. Und tanzen auf allen Hochzeiten. Sowohl als auch? Alles oder nichts!


P.S. Eines trauen die Trendforscher uns immerhin zu: «Es ist vielleicht diese Generation, mit der die Geburtenrate wieder ansteigt.» Nicht, dass wir am Ende doch überleben ... und alt werden ... und missgünstig ...

kas/mat/reu/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Lee
  • Kommentar 2
  • 30.03.2011 12:27
 

Ich weiß nicht wie es den meißten geht, kann da nur von mir reden. Aber in die Bescheuerte Welt soll ich Kinder setzen ? Sonst gehts noch oder ? Fangen wir erstmal an das man für seine Arbeit realistisch entlohnt wird und im Bund net mit Fanatsiezahlen gerechnet wird. Im Durchschnitt sollte ich knappe 2500 Netto nach heim schleppen haben schlaue Leute errechnet. Ganz ehrlich ... der Traum ist was mich angeht ausgeträumt.

jetzt antwortenKommentar melden
  • oliver
  • Kommentar 1
  • 24.03.2011 13:02
 

Gib mir anständige Arbeits, dann bekommst du Kinder! Ansonsten kann ich mit diesem Artikel nichts anfangen.

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige