Sa., 26.05.12

Geld für Hausarbeiten 21.03.2011 Besser als nichts

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news.de-Mitarbeiterin Juliane Ziegengeist Bild: news.de

Von news.de-Mitarbeiterin Juliane Ziegengeist

Futter für die leere Studentenkasse: Online-Plattformen versprechen den einen oder anderen Euro für selbst geschriebene wissenschaftliche Texte. Mit wenig Aufwand und völlig kostenlos. Der große Reichtum springt dabei nicht heraus, aber ein gesundes Zubrot ist allemal drin.

In den meisten studentischen Seminar- und Abschlussarbeiten steckt viel Mühe. Stundenlanges Sitzen am Computer, sich den Kopf über die richtige Argumentation zermartern und so manchen nervlichen Kollaps durchleben - das kennt jeder Student. Ist das Werk dann abgegeben und benotet, hält das Glücksgefühl nur selten lange an. Wer darüber hinaus vom Erfolg seiner Arbeit zehren will, ist gut damit beraten, sie im Internet gewinnbringend zu vermarkten - oder besser: vermarkten zu lassen. Plattformen wie grin.com machen es möglich. Einfach Texte hochladen und damit Geld verdienen. Klingt zu schön, um wahr zu sein?

Natürlich wird damit keiner reich und ein wenig Feinarbeit muss auch investiert werden. So sind die Dokumente gemäß den Richtlinien des Verlages aufzubereiten und müssen allgemeinen wissenschaftlichen Kriterien genügen, insbesondere was die Quellenlage angeht. Das gilt aber für jede Seminar- oder Diplomarbeit. Der Mehraufwand bleibt damit überschaubar. Zudem zahlt der Autor keinen Cent - weder für seine Anmeldung noch für das Hochladen seiner Texte und deren Verlegung.

Was er dafür bekommt, kann sich sehen lassen: Sein Werk erscheint als E-Book und wahlweise auch als gebundenes Buch und wird über zahlreiche Drittkanäle vermarktet. Zwar verdient der Verlag bei jedem Verkauf meist ordentlich mit. Dafür profitiert der Autor von dessen Netzwerk und der Möglichkeit, seine Arbeit ganz ohne Eigenkosten mit ein paar Euro Gewinn zu veröffentlichen. Bei vielen anderen Wissenschaftsverlagen sind die Verfahren wesentlich komplizierter und Konditionen mitunter schlechter.

Alles in allem eine runde Sache. Einen Haken hat das Ganze aber doch, und zwar für den Nutzer. Er steht, genauso wie der Autor beim Schreiben seiner Arbeit, in der Pflicht, mit den Online-Texten verantwortungsbewusst umzugehen. Haus- und Diplomarbeiten, die im Internet für wenig Geld zu haben sind, dürfen kein Freifahrtschein fürs Abschreiben werden. Sich Anregungen zu holen, Literaturverzeichnisse nach Quellen zu durchforsten und den einen oder anderen Gedanken unter Angabe des Urhebers zu übernehmen, ist erlaubt. Copy-&-Paste à la Guttenberg schickt sich nicht.

sis/kas/news.de
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