Sa., 26.05.12

Didacta 2011 23.02.2011 Den Bildungshunger wecken

Von news.de-Mitarbeiterin Juliane Ziegengeist, Stuttgart

Ein Mekka für Lehrer, Erzieher und deren Sprösslinge: Auf der Didacta in Stuttgart gibt es alles, was das Bildungsherz von Groß und Klein begehrt. Schulbücher, Malworkshops, hochmoderne Whiteboards - klassische und neue Bildungsmethoden stehen gleichermaßen auf dem Programm.

Sie strömen durch fünf riesige Messehallen, übersät mit Bücherständen, Aktionsflächen und Podien. Erst nach Stunden verlassen die meisten von ihnen bepackt mit tütenweise Anschauungsmaterial das Gelände. Für Padägogen und Bildungsinteressierte ist die Didacta (22. bis 26. Februar) in Stuttgart ein Muss.

Egal ob Kita, Schule, Hochschule, Aus- oder Weiterbildung - auf Europas größter Bildungsmesse ist für alle Altersstufen und jeden Geschmack etwas dabei. Kein Wunder, denn die diesjährige Messe wartet mit zahlreichen Rekorden auf: Über 860 Aussteller und 2000 Veranstaltungen auf insgesamt 70.000 Quadratmetern gibt es zu sehen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), die die Didacta eröffnete und seit 15 Jahren aktiv unterstützt, hob die Messe als «hervorragendes Forum für Bildungsdebatten» und «Seismograf für pädagogische Erneuerung» hervor. «Sie hat speziell im vergangenen Jahrzehnt die Reformgeschichte unseres Bildungssystems aktiv und inspierend begleitet», so Schavan.

Das Forum Bildung, das in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert, nimmt auch in diesem Jahr die Bildungsrepublik Deutschland kritisch unter die Lupe. Im Forum Unterrichtspraxis können selbst Lehrer noch etwas lernen. Und erstmals wird auch der beruflichen Bildung ein eigener«Marktplatz» gewidmet, auf dem es den einen oder anderen Tipp fürs Bewerbungsgespräch gibt.

Bildung neu verstehen

Schavan betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass das deutsche Bildungssystem angesichts der demografischen Entwicklung der Gesellschaft und technischer Innovationen vor immer neue Herausforderungen gestellt werde. «Das wird Einfluss nehmen auf unser Verständnis von Bildung», sagte die Ministerin. Wie Bildung methodisch und inhaltlich aussehe, wie sie organisartorisch und finanziell umzusetzen sei - all das bedarf einer ständigen Reflexion.

Sie begrüßte daher zum einen die Qualifizierungsinitiative von 2008, die zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung und Forschung vorsieht. Zudem wolle die Bundesregierung ihre Investitionen in diesem Bereich bis 2013 um insgesamt 12 Milliarden Euro erhöhen.

Zum anderen hob Schavan hervor, dass sich die Qualität des Bildungssystems nicht allein an Geld messen lasse. Es bedürfe gut ausgebildeter Lehrer, einer aktiven Lernkultur und Bildungshunger. Diesen müsse nicht nur jeder für sich, sondern vor allem mit anderen entdecken. Denn «Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe», sagte Schavan.

Lernen 2.0 auf der Didacta

Um vorhandene Kräfte zu bündeln, rief die Ministerin die «Allianz für Bildung» ins Leben, an dem sich zwölf Partner, darunter der Didacta Verband und der Deutsche Olympische Sportbund, beteiligen. Gemeinsam wollen sie in den nächsten Jahren Bildungschancen für alle schaffen, etwa kostenlose Schnuppermitgliedschaften in Sportvereinen oder Begabtenförderungsprogramme für Migranten.

Welche Möglichkeiten, aber auch Bedürfnisse es gibt, zeigt die Didacta. So kommt kein Schüler und Lehrer heutzutage ohne das Internet aus. Im Zentrum der Messe stehen deshalb digitale Trends rund um E-Learning und Mobile Learning. Nur an wenigen Ständen fehlt der Plasmabildschirm oder das Whiteboard, was nicht heißt, dass nicht auch der gute alte Rechenschieber seinen Platz auf der Didacta findet.

Natürlich kann man sich auch über frühkindliche Bildung informieren und alternative Schulformen wie Montessori und Waldorf hautnah miterleben. Die Bildungsmesse ist damit vor allem eines: bunt. Überzeugen Sie sich selbst in unserer Bilderstrecke.

sis/ivb/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Libertad
  • Kommentar 1
  • 02.04.2011 14:01
 

Die Ministerin.... «Sie hat speziell im vergangenen Jahrzehnt die Reformgeschichte unseres Bildungssystems aktiv und inspierend begleitet. Geht es deshalb immer Bergab? Die Regierung bringt ja nicht einmal ein in Deutschland einheitliches Schulsytem auf die Reihe. Da muss man extra in ein anderes Bundesland ziehen, weil die KInder dort eine bessere Ausbildung bekommen.

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