Von news.de-Redakteur Jan Grundmann
Eines der bestgehüteten Firmengeheimnisse ist gelüftet worden: Ein US-Sender plauderte die Rezeptur von Coca Cola aus. Viel Zucker, Wasser und Säure sind drin. Auch Korianderöl und Alkohol. Der Konzern schweigt, er weiß um den Milliardenwert des Originalrezepts.
Ein Hoch auf den investigativen Journalismus: Die USA sind fest im Würgegriff der kommerziellen Networks, von Mediengiganten wie Disney oder Rupert Murdoch. Doch es gibt auch so etwas wie einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das National Public Radio, finanziert aus Steuergeldern, hat angeblich einen Mega-Scoop gelandet. Der stellt Watergate, Wikileaks und Walker Bushs krude Machenschaften deutlich in den Schatten.
Es geht um eines der bestgehüteten Firmengeheimnisse aller Zeiten: das Rezept für die schwarze Brause, die der Apotheker John Stith Pemberton irgendwann in seinem Labor kreierte. Das war in den 1880er Jahren, und seither wächst der Mythos um die Coca Cola. Wahrscheinlich im gleichen Maße wie der Gewinn des Brauseherstellers aus Atlanta.
Geheime Formel als wertvollstes Konzerngut
In der Radiosendung This American Life wurde das Rezept nun ausgeplaudert. Es basiert auf dem Foto einer Seite eines Notizbuches. Darin steht, in sauberer Handschrift, das Rezept. Die Macher der Radiosendung wollen das Foto in einem Zeitungsbeitrag eines Lokalblättchens aus dem Jahre 1979 entdeckt haben, in dem der Kolumnist Charles Salter sich der Mixtur widmet, schreibt Spiegel Online. Warum der Zeitungsbeitrag erst jetzt seine Würdigung findet? Unbekannt. Ob es sich um einen Marketinggag handelt? Unbekannt.
Ob dem Brausekonzern die angebliche Rezeptlüftung abträglich ist? Unwahrscheinlich. «Wir kommentieren nichts, was die Formel anbelangt», sagt Stefanie Effner auf news.de-Anfrage. Die Pressesprecherin des Brausekonzerns referiert nur, dass die Grundinhaltsstoffe von Coca Cola bekannt seien. «Sie sind auf jedem Etikett aufgeführt. In der Vergangenheit hat eine Vielzahl Dritter vergeblich versucht, den unverwechselbaren Geschmack zu kopieren», so die Sprecherin. «Die geheime Formel ist und bleibt eines unserer wertvollsten Güter.»
Die Formel ist Milliarden wert. So ist Coca Cola laut Rankings die weltweit wertvollste Marke. Und der Konzern hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr um 73 Prozent gesteigert. Vor allem mit der schwarzen Brause, in der vor allem Zucker drinsteckt. So sind in einem Liter Coca Cola etwa 40 Zuckerwürfel aufgelöst.
Hier ist es, das Rezept!
Doch es ist noch mehr drin. Und jetzt haben wir Sie lange genug hingehalten. Hier können Sie es sich selbst machen: ihr eigenes koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk.
Enthält die Coca Cola wirklich Koks? Ja, das tat sie, glaubt man dem Rezept aus dem 19. Jahrhundert. Ebenfalls drin: Zucker und Zitronensäure. Wasser und Limettensaft. Koffein, Vanille und Karamell. Und dann gibt es noch eine Mixtur fürs Spezialaroma. Sie benötigen: Alkohol. Orangenöl. Zitronenöl. Muskatnussöl. Korianderöl. Zimtöl. Und Neroliöl, ein aus Bitterorangen hergestelltes Destillat. Wem das zu schnell ging: Auf der Website des US-Radiosenders gibt's das Rezept zum Nachlesen. Allerdings brauchen Sie etwas Geduld - die Seite ist dem Ansturm auf das Brauserezept nur bedingt gewachsen. Wenn es Ihnen gelungen ist: Enjoy!
mat/reu/news.de
Steht ja auch nicht die Menge vondaher
jetzt antwortenKommentar meldenSehe da auch keinen wirklichen Nuzen für irgendwelche anderen Getränkehersteller. Die Rezeptur wird wohl eingetragen sein und somit wir Jeder der das Nachmacht heftigst abgemahnt. Vor allem ist es Demjenigen eh egal, denn wer CocaCola kaufen will, der kauft auch nur Cola. Und bei Veranstaltungen zumindest in Deutschland wird eh zur CocaCola gegriffen/verkauft.
jetzt antwortenKommentar meldenEigentlich sind sich alle, bis auf die Medien die den Mythos aufrecht halten wollen, einig. Das Rezept ist nicht viel wert. So wurde schon mehrfach von Lebensmittelchemikern und Getränkeherstellern gesagt das es einfach ist die Bestandteile zu analysieren. Um erfolgreich zu sein benötigt man einen eigenen Geschmack. Eine 1:1 Kopie wäre daher einfach möglich aber wenig sinnvoll und verstösst wohl auch gegen gewisse Rechte ;-) Also, alles Blabal. Pepsi hatte das Rezept ja schon von jemanden zugespielt bekommen, diesen angezeigt und es garnicht angenommen.
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